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Amine Aimut kennt sich bestens aus. 

Kriftel

Kostenlose Energieberatung im Main-Taunus-Kreis: Richtiges Heizen schont den Geldbeutel

Diplom-Ingenieur Amine Aimut ist Energieberater des Main-Taunus-Kreises und bietet kostenlose Energieberatungen an. 

Kriftel - Es geht auf die kalte Jahreszeit zu. Die Heizperiode naht. Doch es ist erstaunlich: Es gibt immer noch Leute, die falsch heizen, Energie vergeuden und sich unnötig Kosten aufhalsen. Das weiß Amine Aimut. Er ist Energieberater im sogenannten Kompetenzzentrum des Main-Taunus-Kreises und kennt sich bestens aus. Der Diplom-Ingenieur bietet in den Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreis regelmäßig kostenlose Energieberatungen an.

An dem Vormittag, als das Kreisblatt ihn besucht, ist er in Kriftel. Im Rathaus-Foyer hat er seinen Informationsstand aufgebaut. An diesem Tag sei noch niemand bei ihm vorbeigekommen, bedauert er. Das sei in Kriftel leider oft der Fall. Aber sonst seien die Menschen, die seine Beratung in anderen Kommunen in Anspruch nehmen, sehr unterschiedlich. Junge Menschen und ältere Bürger gehören dazu. Manche haben ein höheres Budget und möchten ihre Heizung austauschen. Andere, Architekten zum Beispiel, sind daran interessiert, dass ihr Bauvorhaben energiesparend ist. Auch Menschen, bei denen das Geld nicht so locker sitzt, suchen ihn auf. Sie wollen nicht unbedingt eine Heizung austauschen.

Irrtümer ausräumen

"Doch auch dann kann man Energie über das Nutzungsverhalten sparen", erklärt Aimut. Beispielsweise helfe es bereits, richtig zu lüften, den Zählerstand zu kontrollieren oder die Heizung nicht zu weit aufzudrehen. Oft muss Aimut die Menschen über Irrtümer aufklären. "Eine Solaranlage kann nur Wärme speichern, wenn die Sonne scheint", sagt der Berater. "Auch die Theorie von der atmenden Wand ist schon lange widerlegt", fügt der Energieberater hinzu.

Aimut berät die Menschen systematisch. "Bei der Beratung gehe ich Schritt für Schritt vor", sagt er und fügt hinzu: "Wie hoch ist mein Budget, was ist mein Energiesparpotenzial und was möchte ich erreichen?" Das sei die Basis, anhand der sich ein Plan erstellen lasse.

Auf dem Tisch seines Informationsstandes liegen verschiedene Energiemessgeräte, die die Besucher im Rathaus testen können. Aimut greift nach einem Infrarotmessgerät, das die Temperatur einer Oberfläche in einer Wohnung, beispielsweise der Decke, misst. Zunächst richtet der Energieberater den roten Laserpointer des Geräts auf die Wand des Rathaus-Foyers. 24,5 Grad Celsius zeigt es an. Nun fokussiert Aimut den Boden - 28 Grad. "Ab einem Unterschied von vier Grad kann Feuchtigkeit entstehen", sagt er.

Schimmel verhindern

Anschließend deutet Aimut auf ein Hygrometer, das Luftfeuchtigkeit und Temperatur misst. "Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, ist das ein Zeichen dafür, dass es in der Wohnung tropft. Man lüftet dann zu selten, das kann Schimmel verursachen", erklärt Aimut.

Der beim Main-Taunus-Kreis angestellte Energieberater erklärt sehr anschaulich, wie sich ganz bewusst Energie sparen lässt, und gibt konkrete Tipps ( siehe Übersicht unten). Dabei zeigt er auf, dass mit wenig Aufwand viel zu erreichen ist. Denn trotz der aktuellen Klimadebatte würden viele Menschen noch immer gedankenlos mit Energie umgehen. 

Von Moritz Serif

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