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Den barrierefreien Ausbau der Fußgängerampel an der Gutenbergstraße hat die Gemeinde bezahlt.

Verkehr

Kriftel: Neuer Ärger an Unfall-Kreuzung

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Zwar kracht es nicht mehr so häufig an der Kreuzung L 3011/Gutenbergstraße. Doch jetzt gibt es neuen Ärger um den Standort. Dass der Erste Beigeordnete dabei ziemlich sauer auf Hessen Mobil ist, dafür gibt es gleich zwei Gründe.

Kriftel - In der Obstbaugemeinde hat es im vergangenen Jahr häufiger gekracht als 2017. Dies geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Gemeinde jetzt vorgelegt hat. Danach hat es 2018 insgesamt 255 mal gerappelt, 45 mal häufiger als im Jahr zuvor. Wobei nur jene Unfälle in der Statistik auftauchen, die auch bei der Polizei angezeigt wurden. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Zahl der Karambolagen noch höher ist.

Mehr Unfälle

Einen "nicht unwesentlichen Anteil" für die Steigerung der registrierten Unfälle führt der Gemeindevorstand auf die Kreuzung an der Landstraße 3011/Gutenbergstraße zurück. Dort hatte es nach dem Umbau der Kreuzung im Frühjahr 2018 erheblich gescheppert, anfangs fast im Stundentakt (das Kreisblatt berichtete mehrfach). Die Autofahrer mussten sich damals erst daran gewöhnen, dass es aus der Gutenbergstraße nur noch auf einer Spur nach links in Richtung Hattersheim geht. Und das, während die Linksabbieger gleichzeitig mit den Autofahrern aus Hofheim kommend Richtung Hattersheim "grün" haben.

Dies funktioniert jedoch erst, nachdem Hessen Mobil mehrfach die Kreuzung nachbesserte und jetzt kleine Warnbarken das Überfahren der Spuren fast unmöglich machen. Die Unfallhäufigkeit sei dadurch merklich zurückgegangen, hatte die Kommune mitgeteilt. Und auch die Polizei bestätigt, dass seither "keine Unfälle mehr durch das Linksabbiegen passiert seien", so Polizeisprecher Johannes Neumann auf Nachfrage.

Und trotzdem gibt es weiter Ärger an der Kreuzung. Denn mit der Aufstellung der Barken wurde das Überqueren der Landstraße von der Gutenbergstraße auf den landwirtschaftlichen Weg - und umgekehrt - für Radfahrer und Fußgänger nicht gerade unmöglich, aber doch gefährlich. Deshalb verständigten sich Kommune und Hessen Mobil darauf, für die Querung eine Fußgängerampel zu installieren. Angebote dafür würden jetzt vorliegen, informierte Hessen Mobil kürzlich die Gemeinde. Doch wenn die Ampel barrierefrei ausgebaut werden sollte, dann müsste die Kommune die Mehrkosten von rund 9000 Euro zahlen, teilte die Landesstraßenverkehrsbehörde gleich noch mit und fügte hinzu, dass es noch erheblich teurer werden könnte.

Auch bei dem Umbau der Kreuzung, als an der Kreuzung über die Gutenbergstraße eine Fußgängerampel installiert wurde, stellte Hessen Mobil bereits deren barrierefreien Ausbau der Kommune in Rechnung. Obwohl er keine Hoffnung hat, dass seine Intervention was bringt, will der Erste Beigeordnete Franz Jirasek jetzt seinem Unmut und Ärger darüber in Wiesbaden zum Ausdruck bringen. "Ich kann das einfach nicht nachvollziehen", sagte er dem Kreisblatt, dass das Land Hessen, das sich die Barrierefreiheit auf die Fahnen schreibt, hier die Kosten dafür auf die Kommune abwälzt.

Nicht Wort gehalten

Doch noch mehr ärgert sich Jirasek, dass Hessen Mobil nicht Wort gehalten hat und rechtzeitig zu Beginn der Erdbeersaison die Zu- und Abfahrt zu den Verkaufsständen entlang der Landstraße erweitert hat. Dies war dem Ortslandwirt Andreas Theis versprochen worden, dessen Stand nach dem Umbau der Kreuzung nur noch über die Kreuzung "Auf der Hohlmauer" angefahren werden kann. Denn über den landwirtschaftlichen Weg müssen die Kunden wegen der Warnbarken jetzt auch wieder zurück fahren, weil sie am Ende des Weges nur noch Richtung Hattersheim abbiegen können.

Nachdem es vor dem Erntebeginn mit dem Ausbau der Zufahrt nichts wurde, soll dies nun während der Ernte gar nicht mehr geschehen. "Das haben wir jetzt abgeblasen", sagt Jirasek. Das würde an der Ein- und Ausfahrt zu noch mehr Chaos führen. Der Ausbau soll dann nach der Ernte erfolgen.

VON ULRIKE KLEINEKOENEN

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