Einen netten Plausch mit Bekannten und Freunden beim Lindenblütenfest, wie hier 2015, wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Archivfoto: Reuss
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Einen netten Plausch mit Bekannten und Freunden beim Lindenblütenfest, wie hier 2015, wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Archivfoto: Reuss

Pandemie

Auch 2021 gibt es kein Lindenblütenfest

  • Ulrike Kleinekoenen
    vonUlrike Kleinekoenen
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Kerbegesellschaft sagt Kriftels beliebte Straßenparty ab. Der Vorstand hofft, dass im September wieder die Zeltkerb stattfinden kann.

Kriftel -Auch in diesem Jahr wird es am ersten Wochenende im Juni keine Straßenparty mit viel Musik und guter Laune in der Ortsmitte geben: Die Kerbegesellschaft hat jetzt bereits das Lindenblütenfest 2021 abgesagt. Dabei war die KGK mit Blick auf ihre Feste eigentlich voller Optimismus ins neue Jahr gestartet. "Doch die prognostizierte Entwicklung und die Erfahrungen des vergangenen Jahres haben die Einschätzung des Vorstandes dahingehend reifen lassen, dass eine publikumsintensive Veranstaltung, wie das Lindenblütenfest, einfach zu früh kommt", hat der Vorsitzende Michael Wipfler am Sonntagabend an die Mitglieder geschrieben.

"Wir wollen keine Hängepartie"

"Wir haben hin und her überlegt, doch wir wollen für alle Beteiligte keine Hängepartie", so der KGK-Chef auf Nachfrage zum Höchster Kreisblatt. Man wolle auch keine Arbeit in etwas investieren, was sich später nicht umsetzen lasse. Auch für die Vertragspartner wie Standbetreiber, Musikbands und Getränkehändler wollte der Verein schon rechtzeitig Klarheit schaffen.

Selbst wenn keiner so richtig in die Zukunft schauen kann, "so sind wir der Meinung, dass ein Lindenblütenfest 2021 einfach noch zu früh kommt. Zu früh, um sorgenfrei gemeinsam mit Euch auf der Straße zu tanzen. Zu früh, um Euch ungezwungen bewirten zu können. Zu früh, um im Herzen von Kriftel wieder alle Generationen zu vereinen", hat der Vorstand gestern in den sozialen Medien seine Entscheidung begründet. Diese war auch jetzt wie bereits im vergangenen Jahr auf viel Verständnis gestoßen.

Schon 2020 hatte die Kerbegesellschaft unfreiwillig eine Pause einlegen müssen. "Eine Pause, die wir uns nicht ausgesucht haben", betont Wipfler. Schon im vergangenen Jahr war im Juni das Lindenblütenfest ausgefallen, und auch die Kerb Ende September musste abgesagt werden. "Dennoch haben wir, trotz der schwierigen Situation, viel positive Resonanz erhalten. Das zeigt einmal mehr, welch positiv gestimmte Gemüter sich unter dem Dach dieses Vereins versammelt haben", freut sich der Vorsitzende über das große Verständnis der Mitglieder und bedankt sich "ganz herzlich für Euer Verständnis und Eure Treue".

Ihren Optimismus lässt sich die KGK jedoch auch vom Virus nicht nehmen, "wir wären aber nicht die KGK, wenn unser Glas nicht immer (mindestens) halbvoll wäre". So hofft der Vorstand, dass 2021 wenigstens am letzten Wochenende im September die Kerb stattfinden kann. Mit Musikern, Zeltbauern und Lieferanten sei alles in die Wege geleitet, damit das gehen könnte, sagt Wipfler.

Und trotzdem habe sich die KGK für den Fall abgesichert, dass das Virus erneut einen Strich durch die Planungen macht. Es seien mit den Vertragspartnern faire Vereinbarungen getroffen worden, um alles stornieren zu können, falls die Durchführung doch nicht verantwortungsvoll wäre. "Unsere Mitglieder zu schützen, hat für uns oberste Priorität", erklärt der Vereinschef. Den Gedanken an eine mögliche Absage der Kerb habe der Vorstand jedoch gleich wieder zur Seite geschoben, "denn die Zeltkerb 2021 ist unser gemeinsames Ziel".

Fest steht aber schon jetzt, dass die Kerb in diesem Jahr ohne "Kriftel aktiv" stattfinden würde. Die Vereinigung Krifteler Selbständiger (VKS) hatte die beliebte Gewerbeschau, die im Drei-Jahres-Rhythmus zeitgleich mit der Kerb stattfindet, bereits Ende vergangenen Jahres abgesagt. Um die Veranstaltung zu stemmen braucht es eine lange Vorlaufzeit. Angesichts der Ungewissheit, ob "Kriftel aktiv" überhaupt stattfinden kann, hatte der VKS-Vorstand stattdessen das Jahr 2022 als realistischen Termin ins Auge gefasst.

In Ruhe abwarten

Die Kerbegesellschaft will jetzt zunächst in Ruhe die weitere Entwicklung der nächsten Monate abwarten. Noch stehe kein Termin im Kalender, wann entschieden wird, ob im Herbst Kerb gefeiert wird oder nicht.

Allerdings sind für das erste Halbjahr sämtliche Mitgliederveranstaltungen erst einmal abgesagt, da sie entweder nicht notwendig sind, da das Lindenblütenfest nicht stattfindet, oder einfach noch nicht planbar seien. Bis dahin könne man nicht mehr tun, als gemeinsam die Hoffnung auf Besserung für geselliges Zusammensein zu hegen, erklärt der KGK-Vorsitzende und fügt in seiner Mail an die Mitglieder noch hinzu: "Tragen wir die KGK im Herzen, auf dass die Sonn auch widder uffersteht." ulk

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