Kerbeburschen, die - wie hier 2017 - beim Umzug gut gelaunt durch die Straßen der Obstbaugemeinde laufen , wird es auch in diesem Jahr nicht geben. ArchivFOTO: Reuss
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Kerbeburschen, die - wie hier 2017 - beim Umzug gut gelaunt durch die Straßen der Obstbaugemeinde laufen , wird es auch in diesem Jahr nicht geben. ArchivFOTO: Reuss

Feste

Auch 2021 wird in Kriftel keine Kerb gefeiert

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Kerbegesellschaft sagt schon zum zweiten Mal wegen Corona beliebtes Traditionsfest ab

Kriftel -Der Vorstand der Kerbegesellschaft hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Wir haben uns die Zeit genommen, um die Corona-Entwicklungen in diesem Sommer abzuwarten", heißt es in einer Mail an die Mitglieder. Die Auswirkungen des Impffortschrittes hatten bis zuletzt "die kleine Flamme der Hoffnung" genährt, im September gemeinsam und vor allem sicher feiern zu können. Doch nun musste eine Entscheidung fallen. Bis einen Monat vor dem 25. September, an dem die Zeltkerb stattfinden sollte, hatten Zeltbauer und Band der Kerbegesellschaft die Frist eingeräumt, den Vertrag kostenfrei zu stornieren. Und somit musste in der Vorstandssitzung am Montagabend entschieden werden: Kerb - ja oder nein.

Aktuelle Auflagen angeschaut

Gemeinsam hatten sich die Vorstandsmitglieder alle aktuellen Verordnungen mit den dazugehörigen Auflagen und Hygiene-Optionen angeschaut und versucht, ein Szenario zu bilden, wie die Krifteler Kerb 2021 aussehen könnte. Wohl wissend, dass das Land Hessen mit dem vom Main-Taunus-Kreis umgesetzten Eskalationskonzept die Durchführung von Veranstaltungen ja durchaus zulässt.

Doch ein ganz wichtiger Parameter bei der Entscheidung waren die Mitglieder gewesen. Im Sommer hatte sich der Vorstand per Doodle-Umfrage ein Meinungsbild unter den Mitgliedern online eingeholt. "Denn schließlich sind es die Vereinsmitglieder, die hinter der Theke stehen und die Seele der Kerbegesellschaft Kriftel vermitteln", erklärt der Geschäftsführer Tobias Guldner.

Mehrheit ist skeptisch

Gefreut habe den Vorstand, dass sich eine repräsentative Anzahl von Mitgliedern an der Umfrage beteiligt hat. Doch das Ergebnis zeigt: Auch wenn es viel Bereitschaft gab, mit anzupacken, so war das mehrheitliche Votum eher skeptisch gewesen. Viele hätten deutlich gemacht, dass sie es nicht für gut halten würden, die Veranstaltung durchzuführen, erklärt Guldner.

Ein maßgeblicher Eckpfeiler, der in die Meinungsbildung und letztlich die Entscheidung mit einfließen musste, ist der Blick auf die Pandemie, vor allem die in der kommenden Woche endenden Sommerferien. "Und dieser Umstand hat in anderen Bundesländern dazu geführt, dass die Inzidenzen gestiegen sind", weiß der Vorstand. Deshalb sei man nicht davor gefeit, dass sich diese Entwicklung auch in Hessen fortsetzen wird und sich die auf die Inzidenz basierenden Vorschriften noch einmal verschärfen werden. "Ein Szenario, das wir zumindest im Hinterkopf behalten müssen", so der Geschäftsführer.

Somit habe sich das Mosaik der einzelnen Kriterien zusammengefügt, das dem Vorstand nur die Absage der Krifteler Zeltkerb 2021 zugelassen habe. Die Kerb wäre unter diesen Voraussetzungen "kein Volksfest, was diesen Namen verdient und welches wir verantwortlich für unsere Mitglieder und Gäste durchführen könnten", begründet der Vorstand seine Entscheidung. Gleichwohl sei man jedoch optimistisch, "dass wir uns noch in diesem Jahr vereinsintern in gelöster Atmosphäre einmal wiedersehen können".

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