Carmen Christian hofft, dass ihr Chico bald wieder - wie hier auf dem Foto - bei ihr auf dem Sofa sitzt.  Foto: privat
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Carmen Christian hofft, dass ihr Chico bald wieder - wie hier auf dem Foto - bei ihr auf dem Sofa sitzt.

Wunsch nach Leinenpflicht

Frankfurt: Hund Chico liegt nach Beißattacke schwer verletzt in Tierklinik

  • Ulrike Kleinekoenen
    vonUlrike Kleinekoenen
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Der Mischlingsrüde wurde in Kriftel im Feld von einem unangeleinten Hund angegriffen und musste mehrfach operiert werden.

Kriftel - Carmen Christian gehen die Bilder nicht mehr aus dem Kopf: Immer wieder sieht sie ihren blutenden Chico vor sich, der am vergangenen Sonntag (17.01.2021) von einem anderen Hund angegriffen und gebissen wurde. Wie so oft ging die Kriftelerin mit ihrem Vierbeiner in den Feldern im Wäldchen zwischen den Bahngleisen und der Autobahn spazieren. Ihren Chico hatte sie an der Leine, und „wie immer war ich sehr aufmerksam beim Gassi gehen“, erzählt die Berufsschullehrerin. Denn in der letzten Zeit sei es schon mehrfach vorgekommen, dass in Kriftel und Umgebung freilaufende Tiere andere Hunde attackiert haben.

„Deshalb bin ich auch in letzter Zeit immer anderen Spaziergängern mit unangeleinten Hunden aus dem Weg gegangen.“ So auch am Sonntag, als sie schon aus weiter Entfernung einen Mann mit zwei Vierbeinern sah. „Ich konnte nicht erkennen, ob die Hunde angeleint waren und bin daher einen Feldweg abgebogen, um dem Mann mit den Hunden aus dem Weg zu gehen.“

Hund Chico in Kriftel bei Frankfurt attackiert - „Er verbiss sich in ihm“

Als Carmen Christian sich kurze Zeit später umschaute, sah sie, dass einer der beiden Hunde quer über das Feld auf sie und ihren Liebling zugerannt kam. „Ich rief direkt ,Stopp´, aber der Hund kam weiter auf uns zu.“ Der Vierbeiner ging direkt auf Chico los und verbiss sich in ihm.

Der Mann, der - wie sich später herausstellte, nicht der Besitzer ist - lief indes weiter und machte zunächst keinerlei Anstalten, zu der Stelle zu kommen, an der Chico attackiert wurde. „Ich schaffte es irgendwann, den Hund am Nacken zu packen, sodass er von meinem Hund abließ“, sagt Carmen Christian. Und der Mann - er lief nach Darstellung der 38-Jährigen immer noch sehr langsam weiter, bis Chicos Frauchen laut schrie. Dann erst kam er angerannt und leinte den Hund an. Der Hofheimer wartete auch, bis die Polizei eintraf, die Carmen Christian angerufen hatte, und den Vorfall zu Protokoll nahm.

Angst, dass der eigene Hund nach Beißattacke verblutet: Wunsch nach Leinenpflicht

Die Kriftelerin, die Angst hatte, dass ihr Chico verblutet, hatte sich da bereits auf den Weg in die Tierklinik gemacht. Dort wurde der sieben Jahre alte Mischlingsrüde inzwischen bereits zweimal operiert. Der angreifende Hund hatte mit seinen Zähnen tiefe Wunden in Chicos Körper gebissen. Ihm wurde eine Drainage gelegt, damit die Wundflüssigkeit abfließen kann. Nieren und Darm sowie die Wirbelsäule wurden in Mitleidenschaft gezogen. Chico ist inzwischen außer Lebensgefahr, allerdings geht es ihm immer noch nicht gut, er hat noch starke Hämatome an Beinen und Bauch, und er bewegt sich nicht, sagt Carmen Christian. Sie möchte nicht sagen, welcher Rasse der angreifende Hund angehört, um nicht eine Diskussion anzuheizen, die möglicherweise in die falsche Richtung geht. Denn es geht ihr weniger um die Rasse, als um das Verhalten des Hundeführers, der das Tier nicht angeleint hatte.

Die Kriftelerin hat über den Vorfall in sozialen Medien berichtet und viele Zuschriften von Hundehaltern erhalten, denen ähnliches passiert ist. Sie ärgert sich vor allem über Hundehalter, die von weitem rufen: „Der tut nix.“ Es sollte selbstverständlich sein, dass Hunde angeleint werden müssen, wenn man sieht, dass ein entgegenkommender Hund auch an der Leine ist. Sie würde sich wünschen, wenn zumindest in Teilen der Krifteler Gemarkung eine allgemeine Leinenpflicht gelten würde. Die müsste dann ausgeschildert und auch kontrolliert werden und bei Missachtung mit einer Geldbuße geahndet werden. Wenn dann der eine oder andere Hundehalter zur Kasse gebeten wird, würde dies die meisten dazu bewegen, ihren Vierbeiner an die Leine zu nehmen, ist Carmen Christian überzeugt. (Ulrike KLeinekoenen)

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