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Die Krifteler Löwen zu Gast im Adlernest

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Von: Robin Kunze

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Vom Anfeuern ausgepowert, aber glücklich: Die Reisegruppe des Krifteler Fanclubs, die in Mannheim die Löwen unterstützte.
Vom Anfeuern ausgepowert, aber glücklich: Die Reisegruppe des Krifteler Fanclubs, die in Mannheim die Löwen unterstützte. © privat

Das letzte Eishockey-Derby zwischen Frankfurt und Mannheim verfolgte auch der Fanclub Kriftel 83 am Mittwoch vor Ort. Der älteste Löwen-Fanclub begleitet das Team auf allen Auswärtsreisen.

Kriftel. Lange mussten Fans des Frankfurter Eishockeyvereins auf dieses heiß geliebte Derby warten: Nach dem Abstieg der Löwen in die Unterklassigkeit vergingen zwölf lange Jahre, ehe zur aktuellen Saison die Rückkehr ins deutsche Oberhaus gelang, wo nun wieder Duelle mit dem Erzrivalen Adler Mannheim möglich sind. Zwei gab es bereits Ende des vergangenen Jahres, das dritte stand am Mittwoch an und lockte 13 600 Zuschauer in die Mannheimer SAP Arena - ein ausverkaufter Hexenkessel. Und mitten drin, statt nur dabei, waren auch die treusten aller Löwen-Fans: der Fanclub Kriftel 83.

Der älteste unter den 36 Löwen-Fanclubs

Der Zusammenschluss von Fans geht jetzt in sein 40. Jahr nach der Gründung und ist damit der älteste unter den insgesamt 36 Löwen-Fanclubs. Mit 44 Eishockey-Enthusiasten waren die Krifteler am Mittwoch per Bus und mit guter Laune nach Mannheim angereist. An der Gemütslage konnte auch die knappe Niederlage der Löwen, die sich den favorisierten Adlern erst im Penaltyschießen 2:3 geschlagen geben mussten, nichts ändern. „Die Stimmung ist bei uns eigentlich immer gut“, betont Martin Lindner, „wir waren total happy, dass wir als Außenseiter nach dem frühen 0:1 noch so stark dagegengehalten haben. Einen Punkt nehmen wir aus Mannheim immer gerne mit.“ Lindner muss es wissen, schließlich ist er Gründungsmitglied des Krifteler Fanclubs, Vorsitzender und der „Reiseleiter“ auf so ziemlich allen Auswärtsfahrten - und das seit 1983.

Zusammen mit einer Freundesgruppe aus der Obstbaugemeinde entdeckte der Zeilsheimer den Eishockey quasi aus einer Laune heraus für sich. Eigentlich verfolgte die Gruppe zuvor eher die Fußballer der Frankfurter Eintracht. Da die Löwen in den Achtzigern noch unter dem Dach der SGE als Eishockey-Abteilung fungierten, verabredete man sich kurzerhand zu einem Spiel der Kufensportler und verliebte sich prompt in das Team, das später dann eigenständig wurde. Gemeinsam mit Sylvia und Peter Hiller, Peter Müller sowie Jürgen Schäfer gründete Martin Lindner den Fanclub. Die Heimspiele reichten ihnen nach kurzer Zeit nicht mehr und so ging der Kriftel 83 auf Reisen.

Am Mittwoch saßen neben 22 Mitgliedern auch ebenso viele Nichtmitglieder im Bus nach Mannheim. Wer in den Fanclub eintritt, erhält einen Preisvorteil und Vorkaufsrecht auf einen Platz bei den Auswärtsfahrten. „Und wenn ich sehe, dass sich für eine bestimmte Fahrt der Bus langsam füllt, dann setze ich Mitglieder, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, sicherheitshalber mit Fragezeichen auf die Liste“, erklärt Lindner. Er gibt auf seine Schäfchen acht, doch die Vereinsmeierei ist Lindners Sache nicht. Ihm geht es um den Sport und das Gemeinschaftsgefühl in den deutschen Eishockey-Arenen. Als sich am Mittwochmorgen kurzfristig noch Fans aus einem anderen Frankfurter Fanclub bei ihm wegen Tickets für das ausverkaufte Derby meldeten, da organisierte er aus dem eigenen Kontingent noch die begehrten Karten.

Ein „Hype“ ist nach dem Aufstieg zu spüren

Es macht auch keinen Unterschied, ob der Bus voll besetzt ist, oder nur eine kleine Gruppe mit auf Reisen geht - der Fanclub Kriftel bringt jene, die dabei sein wollen, an’s Eis in der Ferne. In Iserlohn war am 2. Januar ein Dutzend an Bord, für die Fahrt morgen nach Ingolstadt haben sich bislang 20 Fans zwecks Mitfahrgelegenheit angemeldet. Dass die Beteiligung an den Fahrten schwankt, hängt auch mit dem Spielplan der Deutschen Eishockey Liga zusammen: Nicht nur am Wochenende, wo die großen Arenen in Düsseldorf, Köln oder Berlin oft für Veranstaltung oder Konzerte reserviert sind, sondern auch an verschiedenen Tagen unter der Woche wird gespielt. „Da müssen viele schauen, ob und wie sie abends aus dem Job kommen“, weiß Lindner.

Aktuell hat der Fanclub Kriftel rund 80 Mitglieder, zudem viele Freunde, die immer wieder mal mit dabei sein wollen. Besonders jetzt, da die Löwen Frankfurt wieder erstklassig spielen. „Viele Jüngere kennen die Hallen der DEL ja noch gar nicht“, berichtet Lindner, „und sind deswegen neugierig.“ Es sei definitiv ein kleiner „Hype“ um das Eishockey-Team entstanden nach dem Aufstieg im letzten Jahr. Ob das Interesse der Zuschauer mittel- und langfristig bestehen bleibt, das liege an den Leistungen und Erfolgen der Mannschaft.

Momentan stehen die Löwen als Aufsteiger auf einem guten neunten Tabellenplatz, die Abstiegsränge sind in weiter Ferne. Die Adler Mannheim als Zweitplatzierte zwar auch, aber das macht nichts: Am Sonntag, 19. Februar, kommen die Rivalen fürs letzte Derby der Hauptrunde in die Eissporthalle nach Frankfurt. Dort ist der Fanclub Kriftel übrigens stets hinter Block G und unter dem großen Club-Banner anzutreffen - und die Kontaktaufnahme durch Gleichgesinnte ist ausdrücklich erwünscht.

Martin Lindner, Gründungsmitglied und „Reiseleiter“ auf den vielen Auswärtsfahrten.
Martin Lindner, Gründungsmitglied und „Reiseleiter“ auf den vielen Auswärtsfahrten. © privat
In der heimischen Eissporthalle ist der Fanclub Kriftel stets hinter Block G anzutreffen - das Banner ist nicht zu übersehen.
In der heimischen Eissporthalle ist der Fanclub Kriftel stets hinter Block G anzutreffen - das Banner ist nicht zu übersehen. © privat

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