Peter Lehmann, Ralf Schmidt und Jörg Dünte (Foto links, von links) vor dem alten Hartplatz, der ? geht es nach ihnen ? schon bald ein Kunstrasenplatz werden soll. Die Planunterlagen für die B 519neu sehen die Untertunnelung des Rasenplatzes vor.
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Peter Lehmann, Ralf Schmidt und Jörg Dünte (Foto links, von links) vor dem alten Hartplatz, der ? geht es nach ihnen ? schon bald ein Kunstrasenplatz werden soll. Die Planunterlagen für die B 519neu sehen die Untertunnelung des Rasenplatzes vor.

SV 07

Der Druck wächst

  • Ulrike Kleinekoenen
    vonUlrike Kleinekoenen
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Mit einem Kunstrasenplatz will der Fußballverein den Mitgliederschwund stoppen.

Das Vorhaben, das der SV07 nun auf den Weg gebracht hat, ist nicht nur ein Antrag auf finanzielle Unterstützung für den Bau eines Kunstrasenplatzes. Das Projekt hat politische Brisanz, sind bislang doch sämtliche Investitionen auf dem Sportgelände mit dem Hinweis auf die Veränderungssperre unterblieben. Zur Erinnerung: Das Sportgelände liegt auf der Trasse der geplanten B 519neu, wo schon seit Jahrzehnten nichts Neues errichtet werden darf, denn das müsste wieder weichen, wenn denn die ungeliebte Bundesstraße tatsächlich gebaut werden würde.

Doch daran glaubt inzwischen kaum jemand noch. Auch bei Fachleuten zeichnen sich immer mehr Zweifel ab, dass die Straße verwirklicht werden kann, auch wenn die Trasse erst jüngst im Entwurf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans wieder als Projekt mit vordringlichem Bedarf aufgeführt ist. Man mag es kaum glauben: In den aktuellen Unterlagen, die dem Bundesverkehrswegeplan beigefügt sind, wurden für den Bau der Ortsumgehung noch 138 Monate für die anstehenden Planungen einkalkuliert. Das sind elfeinhalb Jahre!

„Wie lange sollen wir denn noch warten?“, fragt deshalb zurecht Ralf Schmidt, Vorsitzender des SV 07, der jetzt den Antrag auf Fördermittel für den Bau eines Kunstrasenplatzes gestellt hat. Der Hartplatz, auf dem der Verein derzeit trainiert, entspreche schon lange nicht mehr dem allgemein üblichen Standard. Der Druck auf den Verein werde immer größer, sagt der Vorsitzende und befürchtet durch den nicht mehr zeitgemäßen Tennenplatz einen Mitgliederschwund. Wegen der geringeren Verletzungsgefahr bevorzugen Eltern einen Verein, wo der Nachwuchs auf Kunstrasen spielen kann. Bei der zunehmenden Mobilität der Familien, wo häufig Vater und Mutter ein Auto haben, sei die Ortsnähe des Fußballvereins immer weniger ausschlaggebend, sagt Schmidt. Dass in den vergangenen Jahren die Mitgliederzahlen von knapp 500 auf rund 450 zurück gegangen ist, führt der zweite Vorsitzende Peter Lehmann deshalb mit darauf zurück, dass der Krifteler Verein seinen 240 aktiven Kindern und Jugendlichen keinen modernen Platz anbieten kann.

Bei der Jahreshauptversammlung im Februar hatte der Vorstand die einstimmige Rückendeckung der Mitglieder für einen Kunstrasenplatz erhalten. Auch wenn dies für den Verein ein finanzieller Kraftakt ist. In der Kalkulation sind die Gesamtkosten mit 476 000 Euro veranschlagt. Vom Land erwartet der Verein 142 800, vom Kreis 47 600, vom Landessportbund 6000 Euro und von der Gemeinde 166 000 Euro. 5000 Euro will der Verein als Eigenmittel einbringen, 10 000 Euro in Eigenleistung und 68 000 Euro sollen über ein Bankdarlehen gedeckt werden. Außerdem rechnen die Kicker mit Spenden.

Die formale Unterstützung hat der Verein schon von der Gemeinde erhalten. Alle Fraktionen haben in der jüngsten Sitzung des Parlaments das Vorhaben unterstützt. Der Antrag wurde fristgerecht an den Kreis weitergeleitet. Beim Land muss der Antrag bis zum 1. Oktober angemeldet werden.

Bürgermeister Christian Seitz ist in seinem Anschreiben an den Kreis zu dem Antrag auch auf die Lage des Vereins eingegangen, weil es existentielle Folgen für den SV 07 und insbesondere für dessen Jugendarbeit haben könne, wenn das Projekt nicht umgesetzt werde. „Wir unterstützen den Antrag auch deshalb, weil wir uns nicht vorstellen können, dass das Straßenbauprojekt der B 519 neu jemals realisiert wird“, schreibt der Rathauschef. Er sei „gespannt“, wie der zuständige hessische Minister Peter Beuth mit dem Antrag umgeht. Dessen Votum habe durchaus

„Signalwirkung“

, sagte Seitz in der Sitzung der Gemeindevertretung.

Die Spitzen der Parlamentsfraktionen hatten dem Fußballverein vor der Kommunalwahl bereits zugesagt, dass sie in einer überparteilichen Initiative an die „Entscheidungsträger“ in Land und Bund herantreten wollten. „Dafür wäre jetzt der richtige Zeitpunkt“, findet der SV 07-Geschäftsführer Jörg Dünte.

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