Die Räume des Montessori-Kinderhauses, das Anfang 2024 an die Bleichstraße umziehen wird, könnten in knapp drei Jahren die neue Unterkunft der DRK-Ortsvereinigung werden. FOTO: ulk
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Die Räume des Montessori-Kinderhauses, das Anfang 2024 an die Bleichstraße umziehen wird, könnten in knapp drei Jahren die neue Unterkunft der DRK-Ortsvereinigung werden.

Ehrenamt

Endlich eine Perspektive fürs Krifteler DRK

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Ortsvereinigung könnte 2024 an der Königsberger Straße eine langfristige Bleibe bekommen.

Kriftel -Bei einigen Mitgliedern des DRK war zuletzt Unmut aufgekommen. Seit drei Jahren ist die Ortsvereinigung von einem Provisorium ins nächste gezogen. Doch nun scheint sich bei der Suche nach einem längerfristigen Quartier für das DRK endlich eine Lösung abzuzeichnen. Zumindest lässt darauf der Sachstandsbericht des Gemeindevorstands schließen, der in der kommenden Woche den Ausschüssen vorgelegt wird. Darin heißt es: "Der Gemeindevorstand ist im Gespräch mit dem DRK, die Eignung des jetzigen Montessori-Kinderhauses in der Königsberger Straße für Zwecke des DRK zu prüfen."

In der ausführlichen Schilderung der Situation werden auch gleich einige Argumente mitgeliefert, die für diese Option sprechen. So habe das Gebäude, das vor über 20 Jahren in Leichtbauweise errichtet wurde, mit 350 Quadratmetern "eine ausreichende Größe" und dessen Sanierung wäre nach Erkenntnissen der Verwaltung "nicht sehr aufwendig". Außerdem sei die Lage für das Rote Kreuz "gut geeignet", und auf dem Gelände könnten Fertiggaragen für die Fahrzeuge errichtet werden.

Bekanntlich wird der Montessori-Arbeitskreis mit seinem Kinderhaus das Areal an der Königsberger Straße in absehbarer Zeit verlassen und neue Räumlichkeiten in der Bleichstraße beziehen. Dort wird das ehemalige Gebäude der Kita St. Vitus durch einen Neubau ersetzt. Der Montessori-Arbeitskreis hatte bereits seit längerem den Wunsch geäußert, die in die Jahre gekommenen Räume für die Kita-Betreuung aufzugeben. Für die Zwecke der DRK-Ortsvereinigung wäre das Gebäude jedoch "noch sehr gut geeignet", heißt es in der Vorlage an die Gemeindevertreter. Und dieser Meinung kann sich auf Nachfrage der Vorsitzende des Krifteler DRK, Franz Jirasek, anschließen. Recht praktisch: Jirasek ist im Hauptberufe Erster Beigeordneter der Gemeinde Kriftel.

Suche erwies sich als sehr schwierig

Für das DRK eröffnet sich somit nach Jahren der Ungewissheit eine Perspektive auf ein neue eigene Unterkunft. Die hatte das DRK viele Jahre in einem Pavillon auf dem Gelände der Lindenschule gehabt, wo sich die ehrenamtlichen Helfer zu Dienstabenden und Gruppenstunden trafen.

Fahrzeuge und sperriges Material konnte ebenfalls auf dem Grundschul-Areal untergebracht werden. Als sich vor knapp zehn Jahren allerdings abzeichnete, dass der Pavillon den Erweiterungsplänen der Grundschule weichen müsste, hatte sich die Gemeinde bereits rechtzeitig nach einer Alternative für das Rote Kreuz umgeschaut. "Diese Suche gestaltete sich schwieriger als angenommen", erinnert Bürgermeister Christian Seitz in dem Sachstandsbericht. Die zunächst favorisierte Möglichkeit, die Ortsvereinigung bei dem Bauvorhaben der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) in der Raiffeisenstraße in einem Neubau unterzubringen, wurde zwischenzeitlich aufgegeben, da sie nach geschätzten Kosten von einer Million Euro das Budget erheblich überstiegen hätten.

Nach dem Abriss des Pavillons vor drei Jahren war das DRK zunächst "In den Unterwiesen" in einer gemeindeeigenen Liegenschaft provisorisch untergebracht. Doch schnell stellte sich heraus, dass diese recht kleinen ehemaligen Büroräume für den Dienst- und Schulungsbetrieb "nur sehr begrenzt bis gar nicht geeignet waren", heißt es in dem Bericht des Gemeindevorstands.

Als neue Zwischenlösung konnten gemeindeeigene Räumlichkeiten mit dem Familienzentrum in der Goethestraße 5 genutzt werden. Die Fahrzeuge wurden in einer Scheune untergebracht, für Lagerzwecke dient bis heute die Liegenschaft "In den Unterwiesen". Doch auch dieses Provisorium erwies sich als nicht ideal.

Die Nutzung der recht beengten Räume in der Ortsmitte wurde schließlich noch zusätzlich durch die Corona-Pandemie erschwert. Treffen waren so gut wie ausgeschlossen, auch, weil Abstände und weitere Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden konnten. So musste sich die Ortsvereinigung - und insbesondere die 42 Mitglieder der Bereitschaft - in den letzten 15 Monaten überwiegend virtuell treffen. Zurzeit ist das DRK in der ehemaligen Kita St. Vitus in der Bleichstraße untergebracht. Doch auch das ist nur übergangsweise - in wenigen Wochen steht der nächste Umzug an. Denn das Gebäude soll für den Neubau des Montessori-Kinderhauses abgerissen werden.

Mitglieder packen wieder mit an

Doch bis die "Montis" ihr neues Kinderhaus beziehen und die Räume in der Königsberger Straße frei werden, will sich das DRK Gruppen- und Büroräume in dem inzwischen frei gewordenen ehemaligen Wohnhaus in der "Goethestraße 5" einrichten. Kleinere Umbau- und Sanierungsarbeiten wollen die Mitglieder teilweise selbst durchführen. Arbeiten, für die Fachfirmen beauftragt werden müssen, könnten Mittel aus der laufenden Bauunterhaltung der Gemeinde in Anspruch genommen werden, informiert der Gemeindevorstand.

Bis sie ihr eigenes Quartier in der Königsberger Straße beziehen können, müssen sich die Rotkreuzler noch gedulden. Laut Bauzeitenplan wird das neue Kinderhaus an der Bleichstraße erst Anfang 2024 bezugsfertig sein. Dann stehen Sanierungsarbeiten in den verlassenen Kita-Räumen in der Königsberger Straße an. Dafür habe die Ortsvereinigung bereits Rücklagen gebildet, erklärt der DRK-Vorsitzende Jirasek, der nach den derzeitigen Planungen davon ausgeht, dass die Ortsvereinigung im ersten Quartal 2024 ihre neue Unterkunft übernehmen kann.

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