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"Energiesparen ist auch Solidarität mit der Ukraine"

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Von: Ulrike Kleinekoenen

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Sie gehören zur "Gruppe MTK im Wandel": (von links nach rechts) Marie Weydmann-Kühn, Susanne Day, Isabelle Clessienne, Karin Möhrlin, Renate Brand, Anne und Markus Gerlach
Sie gehören zur "Gruppe MTK im Wandel": (von links nach rechts) Marie Weydmann-Kühn, Susanne Day, Isabelle Clessienne, Karin Möhrlin, Renate Brand, Anne und Markus Gerlach © privat

Die Initiative "Wandel im MTK" will zum Umdenken im Konsum anregen.

Kriftel/Hofheim -"Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie unser Klima immer extremer wird und wir Menschen unsere Lebensgrundlage zerstören. Uns ist bewusst, dass ein Wandel nur mit einem veränderten Lebensstil zu schaffen ist." Diese Idee verbindet die über 20 Teilnehmer der Gruppe "Wandel im MTK", die sich regelmäßig über Möglichkeiten nachhaltigeren Lebens austauschen, gegenseitig inspirieren und unterstützen. Ein kleiner Kreis rund um die beiden Kriftelerinnen Isabelle Clessienne und Renate Brand trifft sich dazu bereits seit 2019, parallel entstand 2020 um Susanne Day eine weitere Gruppe mit Teilnehmenden auch aus Hofheim. Ende 2021 haben sich nun beide Initiativen zusammengetan, wenn auch derzeit nur mit virtuellen Treffen.

"Das Schöne an unserer Gruppe ist die Diversität", sagt Renate Brand: Frauen und Männer, direkt nach dem Studium, junge und ältere Eltern, mitten im Berufsleben bis zu Seniorinnen. Von Ärztin, Biobauer, Coach über Energieingenieurin, Lehrerin, IT-Spezialisten, Sinologin, Verwaltungsfachangestellte bis Wildnispädagogin - "in so einer bunt gemischten Gruppe kommt jede Menge Fachwissen zusammen.

Der gegenseitige Austausch motiviert

Sie alle fangen bei sich selbst an und versuchen, "direkt im eigenen Umfeld Schritt für Schritt unser Konsumverhalten nachhaltiger zu gestalten", erklärt Renate Brand. Da es nicht leicht sei, die Komfortzone des gewohnten Verhaltens zu verlassen, helfe diese Vernetzung dranzubleiben, Tipps zu bekommen und Alternativen zu diskutieren. Aber auch Gleichgesinnte zu treffen. "Daher teilen wir unsere Erfahrungen, wollen aufrütteln und weitere Menschen zum Umdenken bewegen".

Dies geschehe allerdings auch in dem Bewusstsein, "dass jeder in den eigenen Rahmenbedingungen startet". So sei es für die einen leichter, auf tierische Produkte zu verzichten, für die anderen aufs Auto; manche starten mit selbst gemachtem Shampoo, andere mit selbst angebautem Gemüse. So habe jeder sein eigenes Interessensgebiet, man inspiriere sich aber gegenseitig. Der Austausch motiviere und mache es leichter, neue Wege zu gehen.

Energiesparen ist schon lange ein zentrales Thema im nachhaltigen Umgang. Durch den Ukraine-Krieg werde nun vor Augen geführt, wie abhängig der gewohnte Lebensstil von knappen Bodenschätzen und von anderen Ländern ist. Die Gruppe "Wandel im MTK" will deshalb dazu aufrufen, Verantwortung zu übernehmen und Energie zu sparen. Renate Brand und Stefan Ruppert geben Tipps, wie das gehen kann:

Es sich mit T-Shirt oder Shorts bei aufgedrehter Heizung bequem zu machen, während es draußen kalt ist, "erhöht den Bedarf an russischem Gas oder Öl". Ein Grad weniger Wärme spart laut Verbraucherzentrale bis zu sechs Prozent des Verbrauchs.

Statt das Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, besser das sogenannten "Stoßlüften" zwei bis dreimal für jeweils fünf bis zehn Minuten am Tag. Das verhindere, dass Wände und Mobiliar abkühlen und wieder mehr Energie gebraucht wird, um den Raum zu temperieren. Heizkörper währenddessen - wenn möglich - abdrehen, "Fußbodenheizungen sind träge und verzeihen ein kurzes Stoßlüften", so die Experten.

Wer Außenrollladen vor den Fenstern hat, sollte sie unbedingt herunterlassen. Die Rollläden halten die direkte Kälte von den Fensterscheiben fern und erhöhen die Temperatur an der Außenseite der Fensterscheiben um etwa drei bis vier Grad.

Lassen Sie das Wasser beim Einseifen unter der Dusche laufen? Falls ja, wie wäre es mit: warm abduschen, Wasser aus - einseifen - warm abduschen. Ein Sparduschkopf (gibt's günstig im Baumarkt) kann zusätzlich die verbrauchte Menge bei ähnlichem Komfort reduzieren. Wie lange duschen Sie? Keine Ahnung? So geht es vielen. Einfach mal Zeit messen und beim nächsten Duschen einen Wecker stellen. Eine Minute weniger hilft bereits. Und: Probieren Sie einfach mal aus, auf jedes zweite Duschen zu verzichten. Natürlich nur, wenn es geht. Eine Dusche zwischen Sport und Kino - der Sitznachbar wird es Ihnen danken. Ansonsten kann auch mal der altbewährte Waschlappen für die "Katzenwäsche" zwischendurch dienen.

Wie beim Duschen, kann auch beim Baden die Wassermenge, die Temperatur oder Häufigkeit reduziert, oder durch ein kurzes Duschbad ersetzt werden.

Haushalte mit Wäschetrockner können, wenn es die Wohnraumsituation erlaubt, die ein oder andere Maschinenladung Wäsche nicht in den Trockner stecken, sondern zum Trocknen aufhängen. Kostet etwas Zeit und Mühe, spart aber pro nicht durchgeführtem Trocknergang zwischen ein und drei Kilowatt Strom.

"Man könnte beim Thema Fahrrad- statt Autofahren weitermachen und auf der Autobahn das Tempo reduzieren", erklären Brandt und Ruppert. Gedrosselte Geschwindigkeit heißt: geringerer Energieverbrauch. "Wir appellieren an unser aller Verantwortung: Energiesparen ist Solidarität mit Ländern, die unter dem Klimawandel durch unseren Konsumstandard leiden, mit der Erde und derzeit auch mit den Menschen in der Ukraine", so die beiden Krifteler: "Wartet nicht auf Gesetze oder knappes Gas im nächsten Winter, sondern beginnt jetzt im Alltag eure Freiheit verantwortungsvoll zu nutzen!"

Am 19. Mai ist die Initiative "Wandel im MTK" mit einem Stand am Schöpfungsmarkt in Hofheim vertreten, eine Website ist im Aufbau.

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