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Dies ist nur eine der drei Konzeptideen für das Krifteler Wäldchen. Welche Vorstellung umgesetzt wird, muss noch entschieden werden.

Lärmschutz-Bebauung

Erste Entwürfe fürs "Krifteler Wäldchen" liegen vor - Parlament entscheidet

Drei potenzielle Investoren für das Bauprojekt "Krifteler Wäldchen" stellten am Dienstag ihre Konzepte für die Lärmschutz-Bebauung vor. Erstmals wurde dabei der "Riegel" entlang der Bahnlinie veranschaulicht.

Kriftel - Dass die Gemeinde auf dem rund 14 Hektar großen Areal zwischen der Bahnlinie und der A 66 bauen lassen möchte, ist kein Geheimnis. Dass das Projekt "Krifteler Wäldchen" dabei seit Jahren nur schleppend voran kommt, ist ebenso bekannt. Bereits 2010 hatte die Gemeindevertretung die Rahmenplanung beschlossen. Seitdem wurden diverse Gutachten erarbeitet und mit der Erstellung des Bebauungsplans begonnen, doch Konkretes gab es bisher nicht zu vermelden. Der Großteil der Grundstücke vor Ort ist noch in privater Hand, zudem wird ein finanzstarker Investor für den zwingend erforderlichen Lärmschutz entlang der Bahnlinie gesucht. Was den letztgenannten Punkt betrifft, gibt es nun zumindest Neuigkeiten: Im Rahmen einer Markterkundung mit Investoren-Auswahlverfahren wurden drei geeignete Ideengeber gefunden, die ihre Baukonzepte am Dienstag öffentlich vorstellten.

Bei den drei Interessenten handelt es sich um die "BPD Immobilienentwicklung" aus Frankfurt, die "Nassauische Heimstätte" mit mehrheitlicher Beteiligung des Landes Hessen sowie die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) "Orban-Weiss-Wilma-ABG". Vor rund 200 Besuchern präsentierten die Wettbewerber in der kleinen Schwarzbachhalle ihre jeweiligen Ideen für die Lärmschutz-Bebauung an den Gleisen. Basis aller drei Konzepte ist ein rund 400 Meter langer "Riegel", der das "Krifteler Wäldchen" vor der Lärmbelastung der entlangfahrenden Züge schützen und gleichzeitig selbst Wohnraum bieten soll.

Die im Vorfeld der Veranstaltung kursierende Sorge, es würde ein schnöder Betonklotz entstehen, konnten alle drei Konzepte zerstreuen. Zwar ist es aus rechtlicher Sicht nicht möglich, den Riegel in mehrere einzelne Bauelemente aufzubrechen, doch mit einigen architektonischen Tricks lässt sich zumindest ein entsprechender Eindruck herstellen.

Ideen für "Riegel"

Der BPD-Entwurf sieht beispielsweise fünf Meter breite und zehn Meter hohe Glaselemente vor, die zwischen den insgesamt fünf Bauelementen optisch für Abwechslung sorgen sollen. Die "Nassauische Heimstätte" versuchte dagegen mit einer unterschiedlichen Farbgebung der Fassadenabschnitte sowie mit dem Einsatz von Holzvertäfelungen zu überzeugen. Der Vorschlag der ARGE ähnelte dem ersten Entwurf, nur dass hier die Glasscheiben gleichzeitig als Sonnendeck für die dahinterliegenden Wohnungen dienen würden.

Grüne Höfe, Tiefgarage

Für die Gestaltung innerhalb des Riegels sahen alle drei Investoren begrünte Innenhöfe vor. Auch für das Problem von ausreichenden Parkplätze hatten alle drei die gleiche Lösung parat: Es soll unterhalb des Baus eine Tiefgarage entstehen, die für Anwohner gedacht ist. Zusätzliche oberirdische Parkplätze wären für Besucher vorgesehen. Rund 400 Stellplätze für jeweils über 200 Wohneinheiten sind in allen drei Varianten eingeplant. Unterschiedliche Visionen gibt es für den Bereich in Richtung des Krifteler Bahnhofes. Während sich beispielsweise das Planungsbüro von BPD an der Westseite des Areals ein markantes Bürogebäude mit Wiedererkennungswert vorstellen kann, möchte man bei der ARGE über einen offener gestalteten Platz mit dezenteren Ladenflächen den kleinstädtischen Charme der Gemeinde unterstreichen.

Am heutigen Donnerstag berät ein Gremium darüber, welches der drei Konzepte dem Parlament zur Umsetzung empfohlen wird. In dieser Jury befinden sich neben dem Ersten Beigeordneten Franz Jirasek auch Branchenexperten, Vertreter der Ausschüsse, des Gemeindevorstandes sowie der einzelnen Fraktionen. Die von den Investoren vorgelegten Entwürfe sind jedoch nicht bindend und können nachverhandelt werden.

von Robin Kunze

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