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Frühlingserwachen im Parkbad

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Von: Romina Kunze

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Auch neben dem Schwimmbecken gibt es für Ralf Stössel (vorne) und Alexander Wölfinger jede Menge zu tun. Zum Beispiel wie hier die Gehwege wieder trittfest zu machen.
Auch neben dem Schwimmbecken gibt es für Ralf Stössel (vorne) und Alexander Wölfinger jede Menge zu tun. Zum Beispiel wie hier die Gehwege wieder trittfest zu machen. © Knapp

Schwimmmeister Alexander Wölfinger und Ralf Stössel machen das Freibad fit für die Saison.

Kriftel -Die Sonne lacht, Wolken sind seit Tagen kaum am Himmel, auf dem Thermometer steht eine zwei vor der vier - Frühlingsgefühle. Kein Wunder, dass schon der eine oder andere sehnsüchtig vor dem Tor des Parkbads steht und neugierig in Richtung Schwimmbecken lunzt.

Ein Stammgast komme fast täglich vorbei, um die Vorbereitungen auf die Freibad-Saison zu verfolgen, erzählt Schwimmmeister Ralf Stössel. "Man merkt, die Leute freuen sich auf die Saison", sagt er. Ein bisschen müssen sie sich schon noch gedulden, auch wenn das Wetter momentan sicherlich ordentlich Lust auf Schwimmbad macht. Mitte letzter Woche haben Stössel und sein Kollege Alexander Wölfinger damit begonnen, das Wasser in das Becken zu lassen. Im Schongang, der Umwelt zuliebe und um nicht die örtlichen Brunnen zu überlasten. Morgen können die Fachangestellten für Bäderbetriebe den Hahn dann wieder zudrehen.

Upcycling: Alter Sand für neue Trittfestigkeit

Bis der erste Badegast wieder seine Bahnen ziehen kann, folgen aber noch viele Arbeitsschritte. Seit Anfang März sind Wölfinger und Stössel schon dabei, das Freibad fit für den Sommer zu machen. "Und die Zeit brauchen wir auch", sagt Wölfinger. "Aber man kann täglich sehen, wie wir der Öffnung am 1. Mai ein Stück näher kommen."

In ihrer Arbeit gehen sie ein bisschen wie beim umgekehrten Zwiebel-Prinzip vor, von außen nach innen: Zuerst nehmen sie sich die Beckenränder vor, die mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Das dauere gut eine Woche. Dann müssen die Fugen der Gehweg-Steinplatten wieder gefüllt werden, deren Zwischenräume beim Reinigen ausgespült wurden. Dafür benutzen sie den alten Sand von den Spielplätzen, der sonst wohl in der Restmülltonne oder auf dem Wertstoffhof gelandet wäre. So geht Nachhaltigkeit eben auch.

Nachdem die weißen Überlaufrillen eingesetzt wurden, geht es ans Schwimmbecken. Viel Arbeit mache das aber nicht. Vom Prinzip her, verbildlicht Stössel, sei das wie, wenn man zu Hause die Badewanne fülle. "Das kostet uns keine Zeit, das Wasser läuft ja sowieso", so Stössel. Währenddessen können sie sich den anderen Aufgaben widmen, wie den Umkleidekabinen und Duschräumen.

Zum Schluss werde dann die Technik, also die großen Chlor-Filter der Wasseraufbereitungsanlage, wieder in Betrieb genommen. Auf halber Kraft laufen sie bereits, damit pünktlich zum 1. Mai das kühle Nass den richtigen pH-Wert für die erforderte Wasserqualität hat.

Apropos Duschräume. Die mussten zuletzt komplett geschlossen bleiben. Corona-Auflage. Ob sie dieses Jahr genutzt werden dürfen, ist ungewiss. Dass das Parkbad öffnen kann, daran zweifelt wohl niemand, aber unter welchen Corona-Regeln?

Corona-Regeln noch ungewiss

Momentan gibt es für den Freibad-Betrieb keine Einschränkungen durch das Land Hessen; saisonal bedingt. "Die Politik hatte bislang noch keinen Grund, sich mit der Regelung zu beschäftigen", sagt Tobias Guldner, der im Rathaus für das Parkbad zuständig ist. Die aktuellen Übergangsregeln gelten bis 2. April. Danach erwarte er Gewissheit.

Die brauche er auch, um ein entsprechendes Konzept für die anstehende Badesaison zu erarbeiten. Etwa, ob es wieder Zeitfenster für die Bade-Dauer geben wird. Das hänge davon ab, ob die Besucherzahlen erneut gedeckelt werden, so Guldner. Beibehalten wolle man indes die Online-Tickets. Die wollte die Gemeinde bereits 2020, unabhängig von der Pandemie, einführen.

So oder so: "Wir bereiten uns ganz normal vor", sagt Wölfinger. In den letzten beiden Corona-Jahren hätte sich an der Frühjahrsroutine und den Vorbereitungen auch nichts verändert; ungeachtete der nachträglichen Einschränkungen. "Wenn es wieder welche geben wird, dann wohl wie im letzten Jahr", vermutet Stössel.

Sonderlich beeinflusst hat Corona die Arbeit der Schwimmmeister nicht. Spaß mache sie ihnen freilich noch immer. Seit der Sanierung 2010 steht der Betrieb und die Pflege des Parkbads unter ihrer gemeinsamen Obhut. "Wir sind ein bisschen wie ein altes Arbeits-Ehepaar", schmunzelt Wölfinger. Jeder weiß, was zu tun ist, damit Anfang Mai das Parkbad wieder aussieht wie neu.

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