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Gemeinde schickt Spenden nach Pilawa Gorna

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Bis Sonntag (14 Uhr) können Hilfsgüter in der Kleinen Schwarzbachhalle abgegeben werden. Am Montag werden sie dann schon Richtung Polen losgeschickt.
Bis Sonntag (14 Uhr) können Hilfsgüter in der Kleinen Schwarzbachhalle abgegeben werden. Am Montag werden sie dann schon Richtung Polen losgeschickt. © Gemeinde Kriftel

Unter der Woche erreichte ein emotionaler Brief aus der Partnerstadt das Krifteler Rathaus. Unterkünfte für Waisenkinder werden gesucht.

Kriftel -Täglich flüchten Hunderttausende aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine nach Europa. Vor allem in den Nachbarländern muss eine erste Unterbringung und Versorgung gestemmt werden. Daher habe die Gemeinde und der Partnerschaftsverein mit der Partnerstadt in Polen, Pilawa Gorna, Kontakt aufgenommen, wie Bürgermeister Christian Seitz in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung berichtete.

Die Anteilnahme und Solidarität mit den Menschen ist in der Obstbaugemeinde groß. "Wir wollten unsere Hilfe bei der Versorgung der dort aufgenommenen Flüchtlinge anbieten und haben angefragt, was konkret benötigt wird", so Seitz. Die emotionale Antwort seines polnischen Pendants, Bürgermeister Krzysztof Chudyk ließ nicht lange auf sich warten: "Obwohl die Ereignisse hinter der Ostgrenze unseres Landes nicht nur Polen, sondern alle international überrascht und zutiefst erschüttert haben, wurde auch sichtbar, was in der Welt zählt", schrieb das polnische Stadtoberhaupt.

Ebenso wie die Gemeindevertreter in Kriftel ist man in Pilawa Gorna davon überzeugt, "dass keine militärische Stärke fähig ist, die Herzen zu versklaven, die in einem gleichen Rhythmus schlagen", schreibt Chudyk weiter. Außerdem bedankt er sich gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Dariusz Madejski, für das spontane Hilfsangebot und das Zeichen der Freundschaft aus Kriftel. "Zum wiederholten Mal erfahren wir gerade dann die Unterstützung, wenn wir diese am meisten brauchen."

Lage vor Ort "schwierig und ändert sich stündlich"

Die Situation vor Ort sei schwierig, berichtet Chudyk, und verändere sich stündlich. "Gerade haben wir die Information erhalten, dass sich ukrainische Waisenkinder auf dem Weg zu uns befinden", schreibt er. Momentan bereite man Plätze für 100 Personen vor. "Da die Lage sich dynamisch entwickelt, kann es sein, dass wir nicht genug Räume haben werden, um weitere Gruppen von Geflüchteten aufzunehmen", heißt es in dem Schreiben von Chudyk und Madejski, die sich mit dem folgenden Anliegen an die Freunde in Kriftel wenden: "Falls Sie geeignete Möglichkeiten haben und Unterkünfte bereitstellen können, werden wir Sie eventuell um die Aufnahme von Geflüchteten bitten".

Für den Moment würden Spenden von Lebensmitteln mit langer Haltbarkeit, Verbandszeug, Hygieneartikeln, warme Kleidung, Decken und Schlafsäcken helfen. "Nur gemeinsam können wir Putin aufhalten und verhindern, dass der bewaffnete Konflikt in Europa eskaliert", appelliert Chudyk in dem Brief an den Zusammenhalt der Partnerstädte.

Liste der benötigten Hilfsgüter wurde erstellt

Nach einem weiteren Gespräch mit den polnischen Behörden erstellte die Übersetzerin der Gemeinde, Joanna Bernsen, eine genaue Liste von den Hilfsmitteln, die benötigt werden (siehe Info-Box). Von Freitag bis Sonntag werden nun in der Kleinen Schwarzbachhalle zu den genannten Zeiten (siehe Bild) Spenden entgegengenommen. Noch am Sonntag sollen die Spenden auf einen 25-Tonner verladen werden, der Hilfskonvoi - zwei Transportwagen der Freiwilligen Feuerwehr gehören auch dazu - wird dann am Montag in Richtung Pilawa Gorna starten.

Den zahlreichen Helfern aus Vereinen und Hilfsorganisationen, die sich bei der Entgegennahme der Spenden, beim Verpacken und Sortieren sowie beim Aufladen und Transport einbringen, danken Bürgermeister Seitz und der Erste Beigeordneter Franz Jirasek herzlich. Und sie bitten alle Spendenwilligen, sich genau an die Spendenliste zu halten. "Andere Dinge können nicht angenommen werden. Wir bitten dafür um Verständnis."

Extra: Spenden - Das wird gebraucht

Die Gemeinde bittet alle Spendenwilligen eindringlich, sich an die folgende Liste zu halten. Diese gibt es auch auf www.kriftel.de. Gebraucht werden: Sweatshirts und warme Jacken, Jogginghosen, T-Shirts, Unterhemden und -hosen, je in den Konfektionsgröße S bis XL für Frauen , und S bis XXL für Männer . Außerdem Socken und Schuhe (Gr. 36-41 Frauen, 36-46 Männer).

Für Kinder von 3 bis 15 Jahre werden Spielsachen und sehr gut erhaltene Kleidung sowie Flaschen für Kinderbrei, Frühstückscerealien und Gläschen mit Kindernahrung entgegengenommen.

Folgende Lebensmittel werden benötigt: Wasser, Säfte, Milch, Zucker, Reis und Nudeln und Konserven wie Dosengerichte. Folgende Medikamente : Schmerztabletten, Erkältungsmedikamente, Mittel gegen Durchfall,Verbandsmaterial und OP-Masken. Des Weiteren: Handtücher, Bettwäsche, Decken, Schlafsäcke,

Waschmittel, Hygiene-Produkte (Seife, Shampoos, Zahnpasta, Zahnbürsten), Toilettenpapier, Küchenrollen, Putzeimer, Wischmopp und Putztücher.

Es wird gebeten, die Spenden vorzusortieren und zu beschriften, aber nicht in Tüten zu verpacken (besser in Kartons) und nicht zuzukleben. Für Geldspenden wurde vom Partnerschaftsverein Kriftel ein Spendenkonto eingerichtet:IBAN: DE80 5019 0000 0044 1590 07; Verwendungszweck: Ukraine. red

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