+
Derzeit wird jede Hand gebraucht. Zahlreiche Helfer unterstützen die Obstbauern bei der Apfelernte.

Ernte

Es herrscht Hochbetrieb in den Obstplantagen in Kriftel

Um die Mittagszeit ist es im Krifteler Hochfeld (Main-Taunus-Kreis) auffallend ruhig. Dann haben die Obstbauern und ihre zahlreichen Erntehelfer Mittagspause. Und die ist ihnen heilig. Denn sonst gibt es jede Menge zu tun, schließlich müssen die voll hängenden Bäume abgeerntet werden.

Es ist 12 Uhr im Hochfeld an der L3011. Obwohl hier das Hauptanbaugebiet der Krifteler Landwirte liegt, merkt man zu dieser Uhrzeit nicht, dass die Apfelernte aktuell in vollem Gange ist. An Früchten mangelt es nicht: So weit das Auge reicht hängen prächtige Äpfel in den verschiedensten Größen an den Bäumen, die sich in langen Kolonnen erstrecken.

Fast bis nach Weilbach auf der einen und bis zum Kreishaus an der anderen Seite reicht das Hochfeld.

Auch auffällig viel Fallobst liegt auf den Plantagen, die in mehrere kleine Parzellen unterteilt sind. Einzig an Erntearbeitern fehlt es. Das hat allerdings einen guten Grund, wie Landwirt Michael Hoss verrät.

„Zwischen 12 und 13 Uhr ist unsere heilige Mittagspause“, verrät der Obstbauer, „in dieser Zeit ist auch ausnahmsweise mal mein Handy aus.“ Einen Moment zum

Durchschnaufen

braucht er im Tagesablauf auch, denn die Ernte in diesem Jahr ist recht gut.

Trotz der hohen Temperaturen und der langanhaltenden Trockenheit. Der Grund für die reiche Ernte war der Blütenfrost im vergangenen Jahr. „Dadurch haben die Bäume in diesem Jahr besonders viele Apfelblüten getrieben“, verrät Hoss.

So viele, dass regelmäßig eine ganze Reihe davon maschinell von den Bäumen gerüttelt werden musste, da sonst wiederum die Ernte im nächsten Jahr schlechter ausfallen würde. „Da kam dir dann schon die ein oder andere Träne“, erklärt der Apfelexperte. Ansonsten gäbe es aber keinen Grund sich zu beklagen.

Das eingangs angesprochene Fallobst etwa stellt für Michael Hoss kein Problem dar. „Es ist schon deutlich mehr als in den vergangenen Jahren“, gesteht er, „aber wir haben in der Sparte Flüssigobst rechtzeitig ausgebaut.“ Flüssigobst ist der Überbegriff für Säfte und Weine und diese werden wiederrum anteilig aus dem Fallobst gewonnen.

Hier und da muss freilich eine beschädigte Frucht mal aussortiert werden, doch in aller Regel liegen im Hochfeld viele gesunde und schmackhafte Äpfel am Boden.

Mittlerweile ist die „heilige Mittagspause“ auch wieder vorbei und der erste Funkspruch von den Erntearbeitern ist eingegangen: Weitere Kästen für die Früchte werden benötigt. Die bringt der Chef mit seinem Traktor persönlich ins Hochfeld.

An Ort und Stelle kümmern sich Vorarbeiter Marius und seine Männer um das Pflücken. Seit sechs Jahren ist der gebürtige Pole im Dienst und erkennt auf einen Blick, welcher Apfel in die Saftpresse wandert und welcher direkt verkauft werden kann. Dementsprechend wird schon gleich vorsortiert.

Die Landwirte und ihre Helfer werden noch einige Wochen im Hochfeld zu tun haben, denn die Apfelernte ist noch längst nicht zu Ende.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare