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Für das ROWG-Areal in der Nähe des Bahnhofs hat sich jetzt ein Investor gefunden. Dieser will nicht genannt werden und muss mit der Gemeinde Gespräche über die künftige Bebauung führen.

Genossenschafts-Gelände

Investor will gut 4.7 Millionen Euro für das Areal am Bahnhof zahlen

Ein Käufer für das knapp 5800 Quadratmeter große Grundstück der Raiffeisen Obst und Warengenossenschaft (ROWG) ist gefunden. Etwas mehr als 4,7 Millionen Euro ist dieser bereit zu zahlen. Was auf der Fläche überhaupt gebaut werden darf, steht allerdings noch nicht fest.

Die vor der Auflösung stehende Raiffeisen Obst und Warengenossenschaft – kurz ROWG – hat einen Käufer für ihr 5 728 Quadratmeter großes Gelände gefunden. Diese Meldung entnahm man im Rathaus Anfang August einem Schreiben des von der ROWG beauftragten Notariats. „Ich war schon etwas überrascht, dass wir vorher darüber nicht mehr konferiert haben“, sagt nun Franz Jirasek. Der Erste Beigeordnete hatte gehofft, gemeinsam mit den Entscheidungsträgern der ROWG einen Investor zu finden. Schließlich hat die Gemeinde das letzte Wort darüber, was auf dem Areal in Nähe des Bahnhofes künftig gebaut werden soll.

Im März dieses Jahres wurde von der Gemeindevertretung ein Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das ROWG-Gelände gefasst. Außerdem sicherte sich die Gemeinde ein

Vorkaufsrecht

, von dem man nun bis zum 2. Oktober Gebrauch machen könnte. Dies wird aller Voraussicht nach aber nicht geschehen. „Angesichts des aufgerufenen Preises würde das für uns keinen Sinn machen“, sagt der Erste Beigeordnete. Der Investor, der laut Jirasek ungenannt bleiben möchte, einigte sich mit der ROWG auf einen Kaufpreis von 4 702 688 Euro. Dies entspricht einem Preis von 821 Euro pro Quadratmeter. Der Bodenrichtwert liegt mit 520 Euro pro Quadratmeter deutlich darunter.

„Bei dem Bodenrichtwert handelt sich um einen absoluten

Minimalwert

, zu dem eigentlich kaum verkauft wird“, erklärt Franz Jirasek, „dennoch bin ich offen gestanden überrascht, dass ein Investor zum Kauf bereit ist, wenn er noch gar nicht wissen kann, was der B-Plan überhaupt zulässt.“

Das

Vorkaufsrecht

wird die Gemeinde mangels verfügbarer Gelder im aktuellen Haushalt sehr wahrscheinlich nicht wahrnehmen, allerdings liegt eine Veränderungssperre für das betroffene Grundstück vor. Heißt im Klartext: Der Investor darf nur bauen, was die Gemeinde absegnet. „Krass ausgedrückt, könnten wir sagen, dass da noch zwei Erschließungsstraßen sowie eine Grünfläche hin müssen“, nennt Jirasek ein theoretisches Beispiel, „also kann ein Investor jetzt eigentlich noch gar nicht seriös kalkulieren.“

Eine jahrelange Bauruine möchte natürlich niemand – weder der Käufer noch die Städteplaner. Daher werden sich beide Parteien in den nächsten Wochen zusammensetzen und Ideen sowie Interessen austauschen. Als sicher gilt, dass auf dem ROWG-Gelände Wohnraum geschaffen werden soll – angesichts der Wohnungsknappheit geschaffen werden muss. Doch in welcher Form dieser entstehen wird, ist noch nicht im B-Plan festgelegt. Wie viele Wohneinheiten sollen insgesamt gebaut werden und wie sollen diese architektonisch umgesetzt werden? Sollen auch Sozialwohnungen entstehen? Bleibt es beim reinen Wohngebiet oder wird auch Gewerbefläche integriert? All diese Fragen gilt es nun zu klären. „Ein gewisses Risiko besteht für den Käufer“, sagt Jirasek, „für uns als Gemeinde geht dieses hingegen gen null.“

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