+
Die neue Schulleiterin: Dr. Julia Klippel vor ihrer Wirkungsstätte, der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel.

Berufliche Schule

Dr. Julia Klippel leitet nun die Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel

  • schließen

Dr. Julia Klippel leitet nun die Beruflichen Schulen in Kriftel. Für viele ein vertrautes Gesicht, denn die 51-Jährige arbeitet schon mehr als 20 Jahre hier.

Sie wirkt unprätentiös und mit ihrem trockenen Humor schnell gewinnend. Gut nachvollziehbar ist für die Anwesenden bei Dr. Julia Klippels offizieller Beauftragung zur neuen Leiterin der Konrad-Adenauer-Schule gestern Nachmittag die kleine Anekdote, die der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Wolfgang Kollmeier (CDU) über seine erste Begegnung mit ihr erzählt. Mit dem damaligen Schulleiter Emil Pohl habe er als dessen damaliger Stellvertreter vor nun schon 22 Jahren die junge Frau begrüßt, die der Konrad-Adenauer-Schule (KAS) als Referendarin gesandt worden war. Die beiden Herren schauten dabei wohl etwas ratlos drein. „Was sollen wir denn mit einer Ärztin?“, hätten sie sich gefragt, so Kollmeier. „Nehmen wir sie denn überhaupt? Aber sie sah ganz lieb und nett aus. . .“ Dass sie auch anders kann, lernten die Herren, denn Julia Klippel verschaffte sich schnell Respekt. Und Kollmeier ist heute sicher: „Wir haben eine gute Wahl getroffen.“

Als Referendarin für Physik und Chemie fing Klippel also an. Sie habe Familie gewollt und immer schon einen Hang zur Pädagogik gehabt, sagt die dreifache Mutter, die in Gustavsburg lebt. Als sich nach Promotion und drittem medizinischen Examen die Chance zum Quereinstieg bot, hat sie sie ergriffen und es nicht bereut. „Ich bin fast jeden Tag gern hier“, machte sie gestern deutlich, wie sehr sie die KAS als Arbeitsplatz schätzen gelernt hat. Für sie letztlich mit ein Grund, sich auf die vakante Schulleiter-Stelle zu bewerben. „Da habe ich es etwas mehr in der Hand, dass es auch so bleibt.“

Klippel ist Nachfolgerin von Stefanie Philipp, die 2017 ins Schulamt Frankfurt gewechselt war. Sie habe nicht nur von ihr, sondern auch von all ihren anderen Vorgängern, zu denen auch Schuldezernent Kollmeier gehörte, viel gelernt, so die Ärztin und Studiendirektorin, die zuletzt eine Abteilungsleiterstelle an der KAS für Berufsfachschule, Höhere Handelsschule, Berufsvorbereitungsjahr und die medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten inne hatte.

Wichtig sei ihr ein respektvoller Umgang und das Gefühl eines jeden im Kollegium, dass die eigene Arbeit ausreichend wertgeschätzt werde. So könne es den rund 2000 Schülern „eine tragfähige, verlässliche und professionelle Beziehung anbieten.“ Klippel will als Schulleiterin auf Austausch und Gespräche setzen und auf „größtmögliche Transparenz“. Dabei könne sie auf eine gute Grundlage bauen, denn Konrektor Peter Muhl hatte wieder einmal die Vakanzzeit als kommissarischer Schulleiter überbrückt. Er konnte dafür gestern den Dank von Schulamtsvertreter Tobias Deitrich und stehende Ovationen des 100-köpfigen Kollegiums entgegennehmen.

Mit welcher Wärme die neue Chefin beglückwünscht wurde, welches Ansehen sie offenbar genießt, wurde nicht nur durch zahlreiche Blumensträuße, sondern auch durch ein eigens gedichtetes Ständchen eines KAS-Lehrer-Chors deutlich. Als „fleißiges Bienchen“ und Frau mit vielen Zielen wurde die 51-Jährige da besungen. Personalrat Christian Göbel riet ihr zu „etwas Faulheit“ und einer Verteilung der Last auf viele breite Schultern. Kriftels Bürgermeister Christian Seitz sprach die Hoffnung auf eine weiter gute Zusammenarbeit auch mit dieser Schulleiterin aus. Mit Blick auf Vorgänger wie Kollmeier oder Philipp stellte er fest, die KAS sei offenbar ein gutes „Sprungbrett“, was Klippel aber sofort trocken kommentierte mit dem Satz: „Ich bleibe hier.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare