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Kinder sollen in der Grundschule das Schwimmen lernen

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Von: Ulrike Kleinekoenen

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Gut zu erkennen, wie sich das neue Hallenbad in das Gelände der Konrad-Adenauer Schule "Auf der Hohlmauer" einfügen wird (rot umrandet).
Gut zu erkennen, wie sich das neue Hallenbad in das Gelände der Konrad-Adenauer Schule "Auf der Hohlmauer" einfügen wird (rot umrandet). © Bremer + Bremer Architekten

In Kriftels neuem Hallenbad können auch nationale Wettkämpfe stattfinden

Kriftel -Ein Teil der Böschung hinter der Sporthalle der Konrad-Adenauer-Schule wurde bereits im November gerodet. Im Frühjahr soll dann mit dem Bau des neuen Kreishallenbades begonnen werden. Sicherlich auch ein Vorzeigeprojekt für den Main-Taunus-Kreis. Vielmehr kommt der Schulträger hier jedoch seinem gesetzlichen Auftrag nach, Schwimmunterricht zu ermöglichen. Die Kultusministerkonferenz hat 2017 die Empfehlung beschlossen, dass in der Primarstufe "das sichere Schwimmen anzustreben" sei. "Den Schulträgern kommt danach die Aufgabe zu, geeignete Bedingungen für die Erteilung des Schwimmunterrichts sicherzustellen", schreibt Martin Ackva, persönlicher Referent von Landrat Michael Cyriax, in einem Beitrag für das aktuelle MTK-Jahrbuch.

Dass hier Handlungsbedarf besteht, belegt der Autor anhand einer 2017 im Auftrag der DLRG erstellten Studie: Danach sind 59 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer und nur noch 27 Prozent der Kinder lernen das Schwimmen in der Grundschule. Was nicht verwundert, denn 25 Prozent der Grundschulen können mangels Bad keinen Schwimmunterricht erteilen.

Nur auf den ersten Blick, so Ackva, gäbe es im Main-Taunus-Kreis eine ausreichende Anzahl an Bädern. Doch laut einer Umfrage der Kreisverwaltung an den Schulen gebe es einen dringenden Bedarf an der Ausweitung von Schwimmzeiten. Es gebe eine Unterdeckung des Bedarfs von 70 Prozent - "die ganzjährig vorhandenen Kapazitäten reichen für den Unterricht bei Weitem nicht aus, das Schwimmenlernen als Teil des Schulsports lässt sich nicht mehr in ausreichender Form gewährleisten", folgert Martin Ackva und geht in seinem Bericht auch noch auf die Wahl des Standortes ein. Bei der Prüfung mehrerer Standorte habe sich herausgestellte, dass sich das Gelände der Adenauer-Schule durch seine zentrale Lage im Kreis und die Nähe zu den Bahnhöfen Hofheim und Kriftel am besten eignet. Die Möglichkeit einer Erweiterung der Rhein-Main-Therme habe sich "nicht als vorteilhafter als der Eigenbau in Kriftel herausgestellt", so der Autor.

"Zeitgemäße Sportanlage"

Den großen planerische Aufwand im Vorfeld erklärt der persönliche Referent des Landrats damit, dass eine zeitgemäße Sportanlage entstehen soll, die eng an den Bedürfnissen der Schulen und der Vereine orientiert ist. Das Hallenbad soll zwar vorrangig für das Schulschwimmen zur Verfügung stehen, nachmittags und abends aber auch von Vereinen genutzt werden. Die Anmerkung, dass "eine Nutzung durch die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen" sei, wird einige Bürger aufhorchen lassen. In dem Bad mit einem kaskadenartigen Dach und großen Glasflächen sind sechs 25 Meter lange Bahnen vorgesehen.

Dass die ursprünglichen Überlegungen schließlich noch um einen variablen Hubboden und Sprungtürme bis drei Metern Höhe ergänzt wurden, soll später nationale, amtliche Wettkämpfe des Deutschen Schwimm-Verbandes und seiner Landesverbände ermöglichen. Wie die jüngsten Schulbauten, so wird auch das neue Hallenbad nach dem energiesparenden Passivhausstandard errichtet, außerdem wird das Dach teils begrünt und teilweise mit einer Photovoltaikanlage versehen. Das knapp 16 Millionen Euro teure Vorhaben soll nach dem aktuellen Bauzeitenplan im September 2023 fertig werden.

Die Fläche, wo demnächst mit dem Bau des Hallenbades begonnen werden soll, ist bereits gerodet.
Die Fläche, wo demnächst mit dem Bau des Hallenbades begonnen werden soll, ist bereits gerodet. © Kleinekoenen

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