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Hinter den Parkplätzen der Sporthalle (links) an der Konrad-Adenauer Schule schließt sich das Areal an, das der Kreisausschuss für das Hallenbad favorisiert.

Standort in Kriftel

Kreiseigenes Grundstück ist ideal für das Kreis-Hallenbad 

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Die zentrale Lage und das kreiseigene Grundstück an der Konrad-Adenauer-Schule haben für Gutachter und Kreisausschuss den Ausschlag für Kriftel als Standort des Kreis-Hallenbades gegeben. Entschieden ist aber noch nichts.

Was das Kreisblatt vorgestern bereits berichtet hatte, wurde gestern früh von Landrat Michael Cyriax bestätigt: Das neue Kreis-Hallenbad soll in Kriftel an der Konrad-Adenauer-Schule errichtet werden. Der Kreishauschef hielt in der Pressekonferenz zunächst fest, dass es sich um einen favorisierten Vorschlag des Kreisausschusses handelt, dieser habe sich zwar mehrheitlich der Empfehlung einer Machbarkeitstudie angeschlossen, doch das letzte Wort hat der Kreistag. „Wir sind zwar einen großen Schritt weiter“, so der Landrat, doch auf dem Weg würden noch einige „Stolpersteine“ liegen. Doch der Vorschlag, der nun den Kreistagsmitgliedern vorgelegt wird, der ist schon sehr konkret. Untermauert ist er von einem Gutachten des Architektur- und Ingenieurbüros k-plan, das in seiner Machbarkeitstudio sämtliche in Frage kommenden Standorte untersucht hatte. Cyriax sprach von einem „Gemeinschaftsprojekt“, bei dem von Anfang an viele Partner mit am Tisch saßen, neben dem Schulsportkoordinator seien auch alle Kommunen mit eingebunden worden.

15 Standorte untersucht

Alle Städte und Gemeinden seien aufgerufen gewesen, in Frage kommende Grundstücke für das Bad zu benennen, schließlich waren auf der Liste 15 Standorte, von denen vier in die engere Auswahl kamen. Dies waren neben Kriftel auch Kelkheim mit einem Areal am Schwimmbad und Hattersheim, wo gleich zwei Gelände in Frage kamen, eins am Freibad und eins an der Heinrich-Böll-Schule. Bei der Untersuchung habe sich herauskristallisiert, dass sich das Zentrum des Kreises mit Hofheim, Kriftel und Hattersheim am besten eignet, dort werden in einem Umkreis von fünf Kilometern 44 Prozent der Schüler im Kreis unterrichtet. Zum Schluss, so k-plan Chef Christian Lanzinger, habe Kriftel mit dem Gelände an der Konrad-Adenauer-Schule mit 93 Prozent „Zielerreichung“ die Bedingungen am besten erfüllt.

Für den Standort sprechen der Studie zufolge unter anderem die zentrale Lage im Kreis mit guten Straßenverbindungen und dem Hofheimer und Krifteler Bahnhof in rund einem Kilometer Entfernung. Zudem gebe es auf dem 3500 bis 5000 Quadratmeter großen Areal Synergieeffekte mit der benachbarten Konrad-Adenauer-Schule, etwa bei der Energieversorgung und den Parkplätzen. Ein entscheidender Aspekt, räumte der Landrat ein, sei auch die Tatsache, dass das Gelände im Eigentum des Kreises sei, während in Hattersheim an der Gesamtschule noch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern hätten geführt werden müssen. Das hätte vermutlich das Projekt auch verteuert. Die genauen Kosten müssen sowieso noch ermittelt werden, nach einer groben ersten Kalkulationen wird mit rund 12 Millionen Euro gerechnet. Eine Summe, die der Kreis alleine stemmen wird, solange es bei der aktuellen Zielgebung bleibt, dass das neue Bad in erster Linie dem Schul- und Vereinssport vorbehalten wird.

„Die Tür ist nicht zu“

Sollte der Kreistag andere Vorstellungen haben oder auch Kommunen Interesse bekunden, das Bad öffentlich zu nutzen, dann würde sich eine andere Kostenkonstellation ergeben. Der Landrat will hier eine weitere Diskussion nicht ausschließen, „die Tür ist nicht komplett zu“. Kriftels Bürgermeister Christian Seitz hat gestern vor der Presse keine Begehrlichkeiten erkennen lassen, sondern verwies auf das bestehende Angebot an öffentlichen Bädern in der Nähe.

Dass die Obstbaugemeinde als Standort für das Kreis-Hallenbad auserkoren ist, freut den Rathauschef, „natürlich ist das toll für Kriftel“. Seitz begrüßt aber vor allem, dass mit der Vorlage an den Kreistag zu dem Standort auch geprüft werden soll, ob die im Kreis bestehenden Bäder in einen Verbund einbezogen werden könnten. Bei dem aktuellen Projekt ist die Gemeinde erst einmal gefragt, wenn dann der Kreistag seine Grundsatzentscheidung entsprechend getroffen hat und die Mittel bereitgestellt wurden, das Baurecht zu schaffen.

Nach den aktuellen Überlegungen soll das Bad ein 25-Meter-Becken und sechs Bahnen sowie ein Lehrschwimmbecken bekommen. Damit soll sich die Situation für den Schwimmsport entspannen. Momentan stehen in den Wintermonaten mit Hofheim, Hochheim und Eschborn nur drei Bäder für den Schwimmunterricht zur Verfügung. Dass dies bei weitem nicht ausreicht, ist für den Landrat ein unhaltbarer Zustand. „Das trägt dazu bei, dass immer weniger Kinder schwimmen können“. Der Kreis als Schulträger müsse hier gegensteuern, so Cyriax.

Wann die ersten Schüler in dem neuen Bad ihre Bahnen ziehen können, das ist noch völlig unklar. Ist das Baurecht erteilt, müsse auch erst mal geschaut werden, welches Getier auf dem Areal so kreucht und fleucht und eventuell umgesiedelt werden muss. Ende 2022/Anfang 2023 wagte Cyriax eine ganz vage Prognose für die Fertigstellung, doch auch das sei ein sehr ambitionierter Zeitplan.

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