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Möglicher A66-Ausbau könnte wichtigen Wohnungsbau in Kriftel blockieren

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Von: Barbara Schmidt

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Eine erneute Verbreiterung der A66 bei Kriftel (Main-Taunus-Kreis) könnte dem „wichtigsten Projekt der letzten Jahrzehnte“ in die Quere kommen.

Kriftel - Gegen das geplante Baugebiet „Krifteler Wäldchen“, das der Erste Beigeordnete Franz Jirasek „das wichtigste Projekt der letzten Jahrzehnte“ nennt, gibt es eine Einwendung, die dem Rathaus in Kriftel (Main-Taunus-Kreis) Kopfschmerzen macht: Das Autobahnamt hat im Rahmen der Offenlegung des Bebauungsplanverfahrens für das rund 14 Hektar große Gebiet darauf aufmerksam gemacht, dass ein weiterer Ausbau der A66 auf dann vier Spuren in der langfristigen übergeordneten Planung stehe. „Das ist ein gravierender Hinweis, den wir prüfen müssen“, sagte Jirasek am Montag (10. Oktober) im Planungsausschuss.

Eine weitere Verbreiterung der Autobahn, die vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 dreistreifig ausgebaut worden war, hätte zur Folge, dass das Straßenbauwerk näher an das geplante Baugebiet heranrücken würde und zudem mit noch mehr Lärm gerechnet werden müsste. Außerdem hat die Gemeinde Kriftel zur Abschirmung des neuen Baugebiets einen Wall vorgesehen, der allerdings nur Sicht- und Blendschutzfunktion habe, wie Jirasek erläuterte. Lärmschutz biete der Wall nicht. Doch sollte die Verbreiterung eines Tages tatsächlich kommen, wäre der Wall im Weg. „Wir müssten ihn dann auf unsere Kosten versetzen, das wäre eine Möglichkeit“, so der Erste Beigeordnete. Derzeit lasse die Gemeinde prüfen, wie es im Fall eines weiteren Autobahnausbaus mit dem Lärmschutz aussehe. „Wir haben schon Schwierigkeiten gehabt, die Vorgaben zu erfüllen“, räumte Jirasek ein, wie es werde, wenn der Ausbau komme, das werde jetzt neu gerechnet.

Das Krifteler Dreieck an der A 66: Kommt in Zukunft eine weitere Fahrbahnspur hinzu, könnte es mit dem geplanten Baugebiet „Krifteler Wäldchen“ eng werden.
Das Krifteler Dreieck an der A 66: Kommt in Zukunft eine weitere Fahrbahnspur hinzu, könnte es mit dem geplanten Baugebiet „Krifteler Wäldchen“ eng werden. © Knapp

Kriftel: Verkaufsverhandlungen über Baugebiet-Gelände laufen

Ziel der Gemeinde bleibt aber „nach wie vor“, so Planungsdezernent Jirasek, noch in diesem Jahr einen Satzungsbeschluss zum Baugebiet Krifteler Wäldchen herbeizuführen. Das ist Voraussetzung, um überhaupt im kommenden Jahr mit den Vorarbeiten für die Erschließung beginnen zu können.

Vorangekommen ist die Gemeinde im vergangenen Jahr mit den Verkaufsverhandlungen, die mit den bisherigen Eigentümern geführt werden, um das ganze Gebiet einem Umlageverfahren zuführen zu können. Zwei Eigentümer haben bislang allerdings keine Bereitschaft gezeigt, auch nur ein Gespräch zu führen. Mit anderen, die noch nichts unterschrieben haben, sei man immerhin auf einem guten Weg. Insgesamt gab sich Jirasek auf Nachfrage aus dem Ausschuss zuversichtlich, dass es am Ende gelingen werde, sich mit allen Grundbesitzern zu einigen.

Kriftel: „Nicht schwarzmalen“

Einigung braucht es auch noch mit der ARGE, den drei Bauträgern AWG, Wilma und Weiß, die auf den Grundstücken entlang der Bahnlinie die Wohnbebauung umsetzen sollen. Der städtebauliche Vertrag, den die Gemeinde mit ihnen schließen will, muss in schwierigen Zeiten unter Dach und Fach gebracht werden. „Große Ungewissheiten“ prägten derzeit die Entwicklung im Baugeschäft, manche fingen schon keine neuen Projekte mehr an, weil niemand sagen könne, wie es in zwei oder drei Jahren aussehen werde, so Jirasek. Derzeit jedenfalls gingen „die Kosten durch die Decke“. Es werde daher wohl Öffnungsklauseln in einem Vertragswerk geben müssen. Immerhin hätten alle drei Partner aber klar gemacht, dass es sich beim Krifteler Wäldchen um eine „1-A-Lage“ für Wohnungsbau im Rhein-Main-Gebiet handle, nicht zuletzt, weil die Wege zu Zug und Autobahn kurz sind.

Die Gespräche mit der ARGE verliefen zudem vertrauensvoll. So sei er zuversichtlich, dass auch dieser Abschluss gelingen werde und wolle insgesamt „nicht schwarzmalen,“ so der Erste Beigeordnete.

Positiv würdigte der Ausschuss, dass das Projekt insgesamt voran gehe und wünschte mit den Worten des Liberalen Florian Conrad der Gemeinde „viel Fortune“ für die nächsten Schritte. (Barbara Schmidt)

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