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Schöne Geste: Während des Lockdowns musizierten Krifteler für die Altenheimbewohner.

Corona

Das Virus im Altenheim – 25 Senioren und 7 Mitarbeiter infiziert

  • vonRobin Kunze
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Bisher gab es im Kursana-Domizil aber noch keine kritischen Krankheitsverläufe.

Kriftel – Seit Dienstagmorgen gelten auch im Main-Taunus-Kreis verschärfte Maßnahmen aufgrund extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen. Einer der beiden Schwerpunkte war laut Kreisgesundheitsamt das Seniorenheim Kursana am Freizeitpark in Kriftel. Die Pressestelle des Multidienstleisters "Dussmann Group", zu dem auch die Kursana-Häuser gehören, lieferte auf Nachfrage des Kreisblatts weitere Details. Danach wurden mit Stand vom 12. Oktober insgesamt 32 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Darunter befinden sich neben 25 Bewohnern des Altenheims auch 7 Mitarbeiter. Kritische Verläufe gab es bisher nicht. Weitere Testergebnisse stehen derzeit noch aus, die Zahl der Infektionen könnte also noch höher liegen.

Durchgeführt wurden die Tests, nachdem ein Bewohner am vergangenen Donnerstag aus gesundheitlichen Gründen in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste. Dort ergab sich aus dem obligatorischen Coronatest ein positiver Befund. Daraufhin wurden alle Bewohner und Mitarbeiter des entsprechenden Wohnbereichs im Kursana-Heim in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises getestet.

Wie der Erstkontakt erfolgte, ist aktuell unklar. "Trotz täglicher Screenings und Temperaturmessungen bei Bewohnern, Mitarbeitern sowie Besuchern ist das Virus ins Haus gelangt", erklärte eine Kursana-Sprecherin. Für Besucher ist das Krifteler Kursana Haus seit dem 8. Oktober geschlossen.

Schon Mitte März hatte das Haus als Vorsichtsmaßnahme freiwillig ein Besuchsverbot verhängt. Der Erfolg: Unter den 104 Bewohnern gab es damals bis Mai keine Infektionen. Während dieser Zeit, in der die Senioren auf den Besuch ihrer Verwandten verzichten mussten, hatte sich unter anderem Musiker Axel Lorth rührend um die in der Gemeinde bestens verwurzelte Einrichtung gekümmert. Unterstützt durch Katja Gorol und Bürgermeister Christian Seitz, veranstaltete Lorth damals Straßenkonzerte, die die Bewohner aus sicherem Abstand verfolgen konnten. "Es ist wirklich toll, was in Kriftel für die älteren Mitmenschen alles getan wird", zeigte sich Direktor Alexander Sgodda damals begeistert.

Neben dem Krifteler Kursana-Haus gab es in diesen Tagen noch einen zweiten Infektionsherd im Main-Taunus-Kreis. In der Hochheimer Behinderteneinrichtung "Antoniushaus" sind 28 Menschen positiv getestet worden.

Die beiden Fälle verdeutlichen, wie schnell sich das Virus innerhalb von Einrichtungen ausbreiten kann. In der Corona-Statistik des Main-Taunus-Kreises sind die Zahlen in Kriftel aufgrund der "Hotspots" Seniorendomizil und Behindertenheim sprungartig gestiegen. Monatelang war die Zahl der Infizierten innerhalb der Obstbaugemeinde sehr unauffällig; seit März wurden insgesamt 55 Corona-Infektionen erfasst - davon zwischen dem 9. und 12. Oktober 32 Fälle. Der aktuellen Statistik von gestern ist jedoch zu entnehmen, dass von Montag auf Dienstag keine weiteren Fälle hinzugekommen sind. Robin Kunze

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