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Kriftel: Den Segen der Sternsinger gibt es auch mit QR-Code

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Von: Romina Kunze

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Der Schnee konnte am Samstag die Sternsinger Nadja (12), Davina (13), Jan (12) und Sternträger Max (13, v. l. n. r) nicht davon abhalten, mit Maske durch die Gemeinde zu ziehen.
Der Schnee konnte am Samstag die Sternsinger Nadja (12), Davina (13), Jan (12) und Sternträger Max (13, v. l. n. r) nicht davon abhalten, mit Maske durch die Gemeinde zu ziehen. © Kunze

Die Heiligen Drei Könige dürfen dieses Jahr wieder an der Haustür singen - sehr zur Freude vieler Krifteler.

Kriftel -"Könnt ihr auch alle den Text?", fragt Christine Sattler noch einmal in die Runde. Klar! Dann also los. Dingdong - die Tür geht auf und schon ertönt es: "Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr: Kaspar, Melchior und Balthasar." Die Sternsinger.

Jedes Jahr um den 6. Januar herum ziehen als die Heiligen Drei Könige verkleidete Sternsinger, meist Jugendliche, durch die Gemeinde, segnen die Häuser und sammeln Geld für wohltätige Zwecke. Seit 1959 gibt es die Hilfsaktion schon, sie ist weltweit die größte von Kindern für Kinder. Die Spenden kommen bedürftigen Kindern in Afrika zugute. Jan, Nadja, Davina und der Sternträger Max, sind eine von vier Vierergruppen, die den Kriftelern am vergangenen Wochen den Segen brachten. Begleitet wurden sie von Davinas Mama, Christina Stattler.

Und die Weisen hatten ein volles Programm: Acht Haussegen überbrachten sie, dazu 13 Online-Botschaften, bei denen der Segen in den Briefkasten geworfen wird. Ein QR-Code übermittelt die Video-Botschaft der Sternsinger. Auch Spontan-Besuche gab es. Bis an den Ziegelei-Park zog es die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus.

Zuerst stehen zwei Segenspakete in der Nelkenstraße auf dem Plan der Weisen. Die kontaktlose Variante ist ein Überbleibsel aus dem vergangenen Jahr, als sich Sternsinger und Hausbewohner gar nicht gegenüberstehen durften. In diesem Jahr konnten die Haushalte vorab wählen, ob sie den gesungenen Segen an der Haustür oder doch lieber per Wurfsendung erhalten wollten. "Wir finden den Kontakt mit den Menschen wichtig", spricht Christine Sattler für die Gruppe. Die Corona-Gefahr sei sehr gering, findet sie. Zumal alle Sternsinger zu jeder Zeit die Maske trugen.

Spaß macht es natürlich trotzdem

Als nächstes biegt die Gruppe in die Höchster Straße ein und bleibt vor einem Hoftor stehen. "Ich freue mich, dass ihr kommt", ruft eine ältere Dame der bunt gekleideten Schar entgegen, als sie die Tür aufmacht und die Gäste hereinbittet. "Wir dürfen nicht", winkt Christine Sattler etwas geknickt ab. Also bringt die Dame einen kleinen Obolus für die Sänger - ein paar Süßigkeiten - und ihre Spende kurzerhand ans Hoftor.

"Schade, dass wir nicht mehr in die Häuser dürfen", sind sich die zwölfjährige Nadja und die ein Jahr ältere Davina einig. Beide ziehen schon seit einigen Jahren als Könige verkleidet los, um den Menschen in der Obstbaugemeinde den Segen zu bringen. "Früher haben wir auch häufig Mittag- oder Abendessen bei den Leuten bekommen", erzählt Davina. "Das war persönlicher und schöner", so die 13-Jährige. Spaß mache es natürlich trotzdem. Und vielleicht wird nächstes Jahr ja alles wieder wie vor der Pandemie.

Angefangen hat Davina mit dem Sternsingen, mancherorts auch Dreikönigssingen genannt, kurz nach der Kommunion. So ganz alleine wollte die damals Neunjährige aber noch nicht losziehen, ihre Klassenkameraden hatten keine Lust mitzumachen. Deshalb bat sie ihre Mama mitzukommen. Über die Zeit sind viele Freundschaften entstanden - bei Tochter und Mutter. Vier Jahre später sind beide immer noch dabei. Daher zögerte Christine Sattler auch nicht lange, als der Messdiener, der eigentlich für die Gruppe der Sternsinger verantwortlich gewesen ist, aus beruflichen Gründen aufhören musste.

Gemeinsam mit Isabell Clessienne und Anja Loreth hat sie die Aufgabe übernommen. Für's Erste. Denn irgendwann sollen einige der jetzigen Messdiener und Sternsinger übernehmen. Vielleicht ja Tochter Davina und Sohn Theo (10). Der hat sich nämlich dieses Jahr auch zum ersten Mal in das Gewand der Weisen gehüllt, um den Leuten eine Freude zu bereiten.

Das ist auch der Hauptgrund, warum die 12-jährige Nadja mitmacht. "Ich freue mich, den Leuten zu helfen", sagt sie, ehe sie den einstudierten Spruch aufsagt. Und die Süßigkeiten? "Die sind mir total egal", sagt Nadja keck. "Dann kann ich ja deine haben", sagt Davina scherzhaft. Am Ende werden die süßen Gaben natürlich ganz gerecht untereinander aufgeteilt.

Besonders schön: Neben den vielen Krifteler Haushalten haben die Sternsinger am Sonntag auch den Bewohnern und Mitarbeitern vom Altenheim Kursana den Segen gebracht. Heute ist dann noch die Gemeinde dran.

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