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Im Februar diese Jahres ist Mina bereits gezeichnet von den Medikamenten und dem Tumor, der ihre rechte Gesichtshälfte lähmt. fotos: privat

Spenden für Mina

Mina (6) hat einen unheilbaren Hirntumor – Ein Fünkchen Hoffnung besteht

Die sechs Jahre alte Mina leidet an einem unheilbaren Hirntumor. Eine einzige, kleine Chance sieht die Familie in einem sehr teuren Medikament.

  • Die sechsjährige Mina aus Kriftel leidet an einer unheilbaren Krankheit
  • Die Diagnose: Hirntumor
  • Einen Funken Hoffnung sieht die Familie in einem sehr teuren Medikament

Kriftel - Die kleine Mina hat mit ihren gerade mal sechs Jahren schon vieles ertragen müssen. Und sie hat gelernt, tapfer zu sein und die Hoffnung nie aufzugeben. Vor vier Jahren war sie mit ihrer Familie aus dem Irak geflüchtet. Vater Mark Alqas Elias hatte Angst um das Leben seiner Lieben, da sie aramäische Christen sind und der Islamische Staat mordend und plündernd in die Stadt eingefallen war. Auch das Haus mit Marks Sanitätsgeschäft wurde zerstört. Über die Balkanroute ist die irakische Familie wie viele andere auch nach Deutschland geflohen. 2016 fand sie in Kriftel ihre neue Heimat. In der Wohnwagen-Unterkunft an der Hofheimer Straße hatte sie schließlich 20 sichere Quadratmeter zum Leben.

Mina aus Kriftel: Plötzlich kam die Gesichtslähmung

Doch das Amt für Migration und Flüchtlinge lehnte ihren Asylantrag als unbegründet ab, da sie nach Auffassung der Behörde lediglich aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland geflohen seien. Nachdem Mark, der schnell Deutsch lernte und eine Schulung zum Integrationslotsen besuchte, eine Lehrstelle in seinem Beruf als SHK Anlagenmechaniker bei der Firma Fuchs in Hattersheim bekam, hofft die Familie auf eine Ausbildungsduldung.

Doch dann, im November 2019, bekam Mina plötzlich eine Gesichtslähmung. Die Ärzte im Krankenhaus führten sie zunächst auf einen Zeckenbiss zurück, und die Sechsjährige wurde nach einigen Tagen mit Antibiotika und Gesichtsmassagen nach Hause geschickt. Als die Medikamente nicht anschlugen und sich stattdessen ihr Zustand verschlimmerte, wurden im Januar ein MRT und eine Biopsie gemacht. Die Diagnose war erschütternd: "Diffuses intrinsisches Ponsgliom", DIPG, ein hochgradig bösartiger, nicht heilbarer Hirntumor. Die Ärzte machten den Eltern nur wenig Hoffnung, ihre Prognose: Mina hat nur noch sechs bis neun Monate zu leben.

Kriftel: Der Tumor im Kopf  von Mina wächst am Hirnstamm

"Als Mark mir das mitteilte, hoffte ich nur, dass er es nicht richtig verstanden hätte", sagt die Ausländerbeiratsvorsitzende Carmen Jimenez, die die fünfköpfige Familie seit ihrer Ankunft in Kriftel betreut. Die Eltern kümmerten sich im Krankenhaus Tag und Nacht um ihre kranke Tochter. Mark ist dankbar, dass er bei seinem Chef auf großes Verständnis in dieser Ausnahmesituation gestoßen ist.

Tapfer hat die kleine Mina die zahlreichen Untersuchungen in der Uniklinik Frankfurt über sich ergehen lassen. Der Tumor in ihrem Kopf wächst am Hirnstamm, einer besonders kritischen Stelle. Das ist der Teil des Gehirns, der das Kleinhirn mit dem Rückenmark verbindet und für die Basisfunktionen des Körpers verantwortlich ist. Die Atmung, das Schlucken, alle Muskeln, die Sprache und die Augen - alles wird von hier aus gesteuert. Aus diesem Grund können Tumore dieser Art nicht operativ entfernt werden, da die Tumorzellen mit den normalen Zellen des Hirnstammes vermischt sind.

Mina fällt das Laufen zunehmend schwer, auch beim Sprechen ist sie beeinträchtigt. Ende März hat sie eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie beendet. Nach einer vierwöchigen Erholungsphase sollte es mit der nächsten Chemotherapie weitergehen. Doch die Eltern haben sich nach langem Überlegen und der Abwägung sämtlicher Behandlungsmethoden entschieden, dem kleinen Körper ihrer Tochter nicht noch die Belastung weiterer Chemotherapien zuzumuten.

Ein Bild aus unbeschwerten Tagen: Im letzten Sommer spielte Mina mit Bruder Muayid und Boxer-Labrador Mischling Akila im Freizeitpark

Viele Kinder halten Therapie nicht durch

Aus Gesprächen mit anderen Eltern, deren Kinder den gleichen Tumor hatten, wussten sie, wie anstrengend die Therapie werden würde, die viele gar nicht durchhalten und abbrechen. "Viele Kinder verlieren das Augenlicht, können nicht mehr sprechen oder schlucken, nicht mehr laufen, und das bei vollem Bewusstsein", sagt Carmen Jimenez und ergänzt: "Minas Schicksal hat mich sehr belastet. Schlaflose Nächte mit Recherchen in Internet und Kontakt zu anderen betroffenen Eltern haben uns schließlich ein Fünkchen Hoffnung gebracht."

Diese Hoffnung schöpfen sie aus Berichten über das Medikament ONC 201, das zu einer neuen onkologischen Wirkstofffamilie gehört, die als Imipridone bezeichnet wird und eine zielgerechte Therapie für genau den mutierten Hirntumor ermöglicht, an dem Mina leidet. Doch das Medikament ist in Deutschland noch nicht zugelassen. An einer Studie in den USA teilzunehmen, ist nicht denkbar, denn die irakische Familie darf mit Duldung das Land nicht verlassen. Doch ein Arzt in Königstein kann das Medikament verschreiben, das in einer dortigen Apotheke hergestellt wird. Es muss privat finanziert werden und ist sehr teuer - "aber Minas einzige Hoffnung", sagt Vater Mark.

Der Krifteler Arbeitskreis Flüchtlinge, der die Familie bereits in dieser schwierigen Zeit unterstützt, will auch hier finanziell helfen. Als Andrea Clement vom Hofheimer Asylkreis von Minas Schicksal erfuhr, hat sie sofort die private Übernahme der Kosten für den ersten Behandlungsmonat angeboten, "damit das Ganze in Gang kommt und wir dieses kleine Leben retten können", wie sie sagt. Zwei Kapseln ONC 201 muss Mina pro Woche nehmen, eine Packung mit vier Tabletten kostet 850 Euro.

Carmen Jimenez weiß von einem zehnjährigen Mädchen, dessen Tumor sich durch das Medikament verkleinert hat. Das gibt auch Minas Eltern etwas Hoffnung, dass ihrer Tochter vielleicht doch noch zu helfen ist. "Unsere Herzen sind mit der Zeit in 1000 Stücke zerbrochen", sagt Mark traurig, "aber für unsere Tochter sind wir jetzt stark".

Spenden für das Medikament

Die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Hofheim-Kriftel bittet unter dem Verwendungszweck "Mina" um Spenden auf das Caritas-Konto: Caritas St. Peter und Paul Hofheim-Kriftel:

DE18 5105 0015 0200 1676 90 bei der Naspa

Das auf diesem Konto mit dem entsprechenden Verwendungszweck eingehende Geld wird ausschließlich zur Finanzierung des Medikaments für Mina ausgegeben. 

ulk

Nach Schockdiagnose Krebs: Große Hilfsbereitschaft durch Spenden für Jonathan aus Langen. Auch Leona bekam eine schreckliche Diagnose. Die Ärzte geben der 22-jährigen Krebspatientin Leona Michel aus Limburg nicht mehr lange. RTL 2 zeigt im TV eine Doku über ihr Leben, die emotional stark bewegt.

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