Ein langer Martinszug machte sich gestern Abend von der katholischen Kirche St. Vitus über die Kapellenstraße auf zur Bonifatiuskapelle.
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Ein langer Martinszug machte sich gestern Abend von der katholischen Kirche St. Vitus über die Kapellenstraße auf zur Bonifatiuskapelle.

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Kriftel: Ein Lichtermeer aus Laternen

  • Romina Kunze
    VonRomina Kunze
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Ein langer Martinszug schlängelte sich gestern durch Kriftel, nachdem die traditionelle und beliebte Veranstaltung im vergangenen Jahr ausfallen musste. Für alle Erwachsenen galt die Maskenpflicht.

Kriftel -Eine große Schar von Kindern mit ihren Eltern versammelte sich gestern am frühen Abend auf dem Kirchplatz vor St. Vitus. Eine Leinwand ist aufgebaut. Mädchen und Jungen sitzen davor auf Holzbänken und lauschen gespannt der Geschichte des heiligen Sankt Martin.

"Unsere Geschichte spielt vor 1700 Jahre in der Stadt Amiens in Frankreich", erzählt Carolina Beege vom Ortsausschuss, was die Bilder auf der Leinwand zeigen. Die einzige Lichtquelle: Die Beleuchtung, die die Kirche anstrahlt; und natürlich die vielen Laternen der Kinder. Dass die Andacht unter freien Himmel stattfinden muss, ist ebenso eine Corona-Schutzauflage wie die Maskenpflicht.

Im warmen Gelblicht scheint eine Mondkugel. Auch Sonne und Sterne leuchten. Genau wie eine Biene, ein Schneemann, sogar ein Pokemon-Ball. Die meisten sind selbst gebastelt, viele blinken bunt - dem Einfallsreichtum der Kinder waren keine Grenzen gesetzt. Ein junger Vater wippt gegen die Kälte und zu der Musik der Blasinstrumente. Sein kleiner Sohn sitzt auf Papas Schultern und schwenkt die Laterne - ein Feuerwehrauto - ein kleines Bisschen zu doll. Das Gehäuse plumpst auf den Boden. Aber alles halb so schlimm: Seine Mama hat das Malheur schnell repariert. Der Zug kann losgehen.

Alle Autos müssen warten

"Ich finde es schön, dass der Martinsumzug wieder stattfindet", sagt eine Mutter, die mit ihrer Familie da ist. Die Kinder hätten ihn letztes Jahr vermisst. Er sei ein absolutes Highlight in Kriftel. "Sieht man ja", sagt sie und deutet auf die vielen Menschen, die geduldig auf der Kappellen- und Kirchstraße warten. "Jetzt kommt er", ruft sie ihrer Tochter Luisa (6) und ihrem Sohn Rico (12) zu und meint den St. Martin.

Diesmal ist nicht Markus Kilb unter der Ritter-Montur, sondern dessen Sohn Ben. Ein Generationswechsel nach mehr als 30 Jahren. Zu der Melodie von "Ich gehe mit meiner Laterne", gespielt von mehreren Musikern, führt der neue St. Martin auf seinem Pferd den langen Zug Richtung Bonifatiuskapelle. Alle Autos, die den Weg kreuzen, müssen warten. Sogar auf der großen Kreuzung der L 3011. "Das fand ich auch immer ganz toll", schwelgt eine junge Mutter in Kindheitserinnerungen.

"Ich weiß, dass der Martinszug immer gut besucht gewesen ist. Aber so eine Masse . . .", sagt ein Krifteler staunend, während der Strom von Menschen an ihm vorbeizieht. Hoch zur Bonifatiuskapelle, wo das Martinsfeuer entzündet wurde und es frisch gebackene Martinsgänse gab.

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