Noch hängt das Schild der Gemeinde am Eingang der Kita Lichtblick. Doch im kommenden Jahr wird es vermutlich gegen ein Schild des Main-Taunus-Kreises ausgetauscht.
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Noch hängt das Schild der Gemeinde am Eingang der Kita Lichtblick. Doch im kommenden Jahr wird es vermutlich gegen ein Schild des Main-Taunus-Kreises ausgetauscht.

Schule

Kriftel: Gemeinde hat einen Partner für ihr "Baby" gefunden

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Der Main-Taunus-Kreis übernimmt nach den Sommerferien 2022 die Schulkindbetreuung an der Lindenschule.

Kriftel -Zum 1. September nächsten Jahres, also nach den Sommerferien, wird die Trägerschaft der Schulkindbetreuung an der Lindenschule in die Trägerschaft übergehen. Dazu gaben am Donnerstagabend in der Sitzung der Gemeindevertretung in der kleinen Schwarzbachhalle alle Fraktionen ihre Zustimmung. Maßgeblich für das einstimmige Votum war gewesen, dass neben der Verwaltungsvereinbarung, die mit allen Kommunen einheitlich abgeschlossen wird, für Kriftel besondere Absprachen getroffen wurden, die nicht nur den Gemeindevertretern, sondern auch den Eltern und der Einrichtung, besonders wichtig waren.

Unter anderem wurden in mehreren Gesprächen Regelungen zur individuellen Vergütung der Betreuungskräfte sowie zur Nachbesetzung von frei werdenden Stellen besprochen und festgelegt. Demnach werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer derzeitigen Tarifgruppe und Stufenlaufzeit übernommen. Eine Nachbesetzung freier Stellen erfolgt hinsichtlich der fachlichen Qualifikation in Absprache mit der Gemeinde, die entscheidet, ob freie Stellen mit Fachkräften nachbesetzt werden sollen. Sofern sich keine geeigneten Fachkräfte finden, kann die vakante Stelle an die personellen Strukturen des MTK angepasst werden.

Außerdem wurde unter anderem vereinbart, dass der aktuelle Caterer "Rob's Catering" weiterhin in der Lindenschule die Mittagsversorgung der Schulkinder auch unter der Trägerschaft des Kreises fortsetzen kann. Endet die Zusammenarbeit des MTK mit dem Caterer, soll bei der Neuvergabe auch die Schulgemeinde an dem Entscheidungsprozess beteiligt werden.

Die Ferienbetreuung bleibt auch nach dem Wechsel des Trägers in Art und Umfang bestehen. Das bedeutet, dass alle in der Schulkindbetreuung angemeldeten Kinder die Möglichkeit erhalten, an allen Ferientagen, für die eine Betreuung angeboten wird, teilzunehmen.

Ermäßigung für Geschwister

Beibehalten werden soll auch die Geschwisterermäßigung, mit der die Gemeinde seit vielen Jahren Familien mit mehreren Kindern entlastet. Da die gebührenrechtliche Abstimmung mit dem Kreis bei dem bestehenden System der Geschwisterermäßigung nicht umsetzbar sei, wird der Gemeindevorstand einen Vorschlag erarbeiten, wie die Familien zukünftig entlastet werden können. Dabei könnte eine Möglichkeit sein, dass nicht die Träger die Gebühren reduzieren, sondern die Gemeinde durch Zuschüsse die Eltern entlastet.

Die Gemeinde habe sich die Entscheidung für den Trägerwechsel nicht leicht gemacht, sagte Seitz in seiner Haushaltsrede. Der Rathauschef erinnerte daran, dass in einer Debatte über den Trägerwechsel der CDU-Fraktionsvize Daniel Fries die Betreuung an der Lindenschule durch die Kita Lichtblick mal als "unser Baby" bezeichnet habe. Von einer sehr kleinen Einrichtung, die die Gemeinde schon sehr früh etabliert hatte, habe sich die Kita Lichtblick mit den Jahren "zu der wohl größten Betreuungseinrichtung im MTK entwickelt". Doch anders als bei menschlichen Babys, die sich, wenn sie größer werden, einen neuen Partner suchen, konnte sich die Gemeinde für "ihr Baby" diesen Partner aussuchen und die Bedingungen der zukünftigen Partnerschaft aushandeln. "Das haben wir jetzt getan, und wir können glaube ich mit gutem Gewissen - wenn auch mit etwas Wehmut - die Kita Lichtblick an den MTK in neue Hände geben", so Seitz.

Entlastung der Gemeindefinanzen

Der Rathauschef verschwieg auch nicht, dass mit dem Trägerwechsel auch eine Entlastung der Gemeindefinanzen verbunden ist. Nach einer Übergangsphase wird die Kostenreduktion zunächst 2023 anteilig sein und ab 2024 voll wirksam. Für den Erhalt des Qualitätsstandards im personellen Bereich wird die Gemeinde jährlich 100 000 Euro an den Kreis überweisen. Derzeit liegt der Zuschuss der Gemeinde an der Schulkinderbetreuung bei etwa 480 000 Euro.

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