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Luka (1) an Leukämie erkrankt: Eine Stammzellspende ist seine einzige Chance

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Von: Ulrike Kleinekoenen

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Die letzten Wochen hat Luka meist in der Frankfurter Uniklinik verbracht. Durch die Chemotherapie hat er bereits die Haare verloren. Die Eltern hoffen, dass für den Kleinen bald ein Stammzellspender gefunden wird. Denn das ist seine einzige Chance, zu überleben.
Die letzten Wochen hat Luka aus Kriftel meist in der Frankfurter Uniklinik verbracht. Durch die Chemotherapie hat er bereits die Haare verloren. © privat

Der Einjährige aus Kriftel bei Frankfurt leidet unter akuter Leukämie. Familie und Freunde erklären, wie Luka geholfen werden kann.

Kriftel – Der kleine Luka ist am 18. Mai 2020 im Sternzeichen des Stiers geboren. "Er ist tatsächlich ein kleiner Stier", sagt Papa Filip Petrovic-Poljak. Ein zäher Bursche sei sein kleiner Sohn. Und das stellt dieser derzeit bravourös unter Beweis. Trotz schwerer Wochen, die hinter ihm liegen, sei er ein fröhliches Kind, wie es die Ärzte und Pfleger in der Frankfurter Uniklinik nur selten sehen, erzählt der 31-Jährige.

Dabei hat der kleine Knirps noch eine schwere Zeit vor sich, doch die Ärzte machen den Eltern Mut, dass der Eineinhalbjährige auch diesen Weg meistern wird. Ihre Hoffnung ruht darauf, dass ein Stammzellenspender für den kleinen Krifteler gefunden wird, denn Luka hat Leukämie.

Uniklinik Frankfurt: Einjähriger aus Kriftel leidet an Leukämie

Als der Kleine Mitte Oktober plötzlich Fieber bekam, gab es zunächst noch keinen Anlass zur großen Sorge. Schließlich lag es auf der Hand, dass sich Luka vermutlich bei seinem vier Jahre alten Bruder Ante angesteckt hatte, der mal wieder einen Schnupfen aus der Kita mit nach Hause gebracht hat. Doch das Fieber ging nicht weg, höchstens mal für ein oder zwei Tage. Dann stieg das Thermometer immer wieder auf bis zu nahe 40 Grad. Und Luka war schlapp, hatte keinen Appetit. Als selbst ein Antibiotikum nicht half, überwiesen nach einer Blutuntersuchung die Ärzte im Krankenhaus Höchst den kleinen Patienten sofort in die Uniklinik nach Frankfurt. Dort erhielten die Eltern schließlich die Diagnose: Luka leidet an akuter Leukämie.

"Es war für uns ein Schock", erzählt Vater Filip Petrovic-Polja. Seine Gefühle könne er gar nicht in Worte fassen. Seine Ehefrau Martina habe nur geweint. Doch endlich hatten sie Gewissheit, was ihrem Sohn fehlt und sie wollen stark sein, für Luka und auch für Ante. Schon gleich nach der Diagnose erhielt Luka seine erste Chemotherapie. Kurz vor Weihnachten folgte die zweite. Seine braunen Haare hat der kleine Bursche verloren. Luka erhält immer wieder Bluttransfusionen im Krankenhaus und die Chemotherapie schwächt seinen kleinen Körper.

Ein Bild aus unbeschwerten Tagen, die nur wenige Monate zurückliegen: Luka mit seinem Bruder Ante.
Ein Bild aus unbeschwerten Tagen, die nur wenige Monate zurückliegen: Luka mit seinem Bruder Ante. © privat

Luka aus Kriftel bei Frankfurt braucht eine Stammzellenspende

Die Untersuchung des Knochenmarks in einem Speziallabor hat gezeigt, dass eine Stammzellspende die einzige Chance für Luka ist, um zu überleben, "denn Lukas Körper kann keine roten Blutkörperchen produzieren", erklärt Vater Filip.

Über Weihnachten war Luka mit Mama Martina in der Klinik, aber über Silvester durften beide nach Hause. Doch der Aufenthalt war am 1. Januar schon wieder zu Ende, Luka bekam Fieber und es ging zurück in die Uniklinik. Gott sei Dank nichts Schlimmes, aber ein paar Tage war wieder das Krankenzimmer Lukas kleine Welt. Ante vermisst seinen kleinen Bruder sehr wie auch seine Mutter, die Luka im Krankenhaus nicht alleine lässt. Papa Filip kümmert sich unterdessen um den Vierjährigen und dankt seinem Arbeitgeber und den vielen Bekannten, die die Familie so gut es geht unterstützen.

Da die Eltern und auch der Bruder als Stammzellenspender nicht in Frage kommen, wird nun ein „genetischer“ Zwilling von Luka gesucht. Verwandte und Bekannte haben letzte Woche beim DRK-Blutspendedienst neben der Uniklinik Blut gespendet. Dabei wird auch untersucht, ob sie als Spender für Luka in Frage kommen. Ein Aufruf wurde ebenfalls über die DKMS gestartet unter dem Stichwort „Ein Leben für Luka“ (siehe Info-Box).

„Blutkrebs macht keine Corona-Pause“: Stammzellen für Luka aus Kriftel bei Frankfurt gesucht

Um die Suche nach einem "genetischen Zwilling" für Luka und andere Patienten zu unterstützen, rufen Familie und Freunde gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) dazu auf, sich als Stammzellspender zu registrieren. "Wir sind froh und erleichtert, dass wir über diesen Weg auch in dieser besonderen Situation zur Registrierung aufrufen können", erklärt Kristina, Lukas Tante. Denn Blutkrebs mache keine Corona-Pause. Auch in diesen Tagen sind unzählige Patienten weltweit auf eine lebensrettende Stammzellspende angewiesen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie finden Registrierungsaktionen aktuell jedoch nicht wie üblich an einem zentralen Veranstaltungsort statt, sondern werden online durchgeführt.

Durch die Registrierung zum Lebensretter werden

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Luka und anderen Patienten helfen und sich unter www.dkms.de/luka die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen kann jeder selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und per Post zurücksenden. Die Gewebemerkmale werden in einem Labor bestimmt. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weltweit für Patienten zur Verfügung.

"Wir hoffen, dass wir mit unserem Online-Aufruf eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Luka und andere Patienten weltweit. Denn nur wer registriert ist, kann auch als Lebensretter gefunden werden", weiß Lukas Tante. Bis Freitagnachmittag (14.01.2022) hatten sich bereits 449 Spender für Luka registrieren lassen. (ulk)

Erst vor Kurzem gab es gute Nachrichten für eine fünfjährige mit Leukämie: Ein Knochenmarkspender für Clara aus Hattersheim bei Frankfurt wurde gefunden.

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