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Kriftel: Kapazitäten könnten an ihre Grenzen stoßen

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Von: Ulrike Kleinekoenen

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Derzeit sind in der Unterkunft in der Richard-Wagner-Straße 36 Geflüchtete untergebracht; 40 Personen hätten hier Platz.
Derzeit sind in der Unterkunft in der Richard-Wagner-Straße 36 Geflüchtete untergebracht; 40 Personen hätten hier Platz. © Hans Nietner

Die Flüchtlingsunterkünfte in Kriftel werden wieder voller - auch weil bezahlbarer Wohnraum im Kreis knapp ist

Kriftel -Die Zahl der Flüchtlinge, die dem Main-Taunus-Kreis zugewiesen werden, war lange Zeit rückläufig gewesen. Nun verschärfe sich die Situation wieder, erklärte Bürgermeister Christian Seitz im Sozialausschuss. Zum einen werden wegen der Schließung der Unterkunft im Hattersheimer Kastengrund die dort lebenden Flüchtlinge auf andere Einrichtungen im Kreisgebiet verlegt. Zum anderen steige wieder die Zahl der Geflüchteten, die in Deutschland Schutz suchen.

Da im Main-Taunus-Kreis günstiger Wohnraum knapp ist, leben in den Krifteler Unterkünften auch Familien, die inzwischen anerkannt und auszugsberechtigt sind. Seit November 2021 sind nun durch neue Geflüchtete alle Mobilheime an der Hofheimer Straße besetzt. "Sollten die Zahlen weiterhin steigen, werden die Kapazitäten wieder an ihre Grenzen stoßen", erklärte der Rathauschef. Zum jetzigen Zeitpunkt werden für die 22 auszugsberechtigten Geflüchteten ungefähr fünf 1-Zimmer-Wohnungen, drei 4-Zimmer-Wohnungen sowie eine 2-Zimmer-Wohnung benötigt.

Die Gemeinde hatte, wie andere Kommunen im Main-Taunus-Kreis, vor sechs Jahren Geflüchtete aus verschiedenen Ländern aufgenommen. Zu Beginn der Flüchtlingswelle hatte der Main-Taunus-Kreis 2014 auf dem gemeindeeigenen Grundstück in der Richard-Wagner-Straße eine Flüchtlingsunterkunft für insgesamt 40 Personen errichtet. Derzeit sind dort 36 Personen untergebracht.

In den 2016 von der Gemeinde angeschafften Mobilheimen leben derzeit 48 Geflüchtete. Die Mehrzahl der Bewohner kommt aus Afghanistan, Pakistan, Somalia und Syrien. In sechs Mobilheimen wohnen Obdachlose und ein Mobilheim ist für den Quarantäne-Fall reserviert. Möglich ist es, bei optimaler Belegung, 120 Personen in den 30 Mobilheimen unterzubringen.

Seit Jahren um Integration bemüht

Neben den beiden Gemeinschaftsunterkünften wurden anfangs, als die Zahlen der Geflüchteten stiegen, des Öfteren einzelne Personen in Wohnungen untergebracht. Denn die Kapazitäten in den Unterkünften waren damals ausgeschöpft. "Dies war seit circa drei Jahren nicht mehr nötig, da durch Wegzug wieder Plätze in den Unterkünften frei wurden. Auch der Gemeindeverwaltung ist es gelungen, auszugsberechtigte Geflüchtete in Wohnungen zu vermitteln. Der Ausländerbeirat sowie der Arbeitskreis Flüchtlinge konnten bei Anmietungen von Wohnungen auch außerhalb der Gemeinde unterstützen", macht der Asyl- und Integrationsbericht deutlich, der in den Gemeindevertretern für das vergangene Jahr vorgelegt wurde.

Die Gemeinde bemüht sich seit Jahren, durch verschiedene Angebote und Initiativen, Menschen mit Migrationshintergrund dabei zu helfen, sich in das gesellschaftliche Leben in Kriftel zu integrieren. "An diesen Bemühungen hat der Ausländerbeirat einen sehr großen Anteil, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur Vorschläge für Integrationsmaßnahmen zu machen, sondern auch aktiv ehrenamtlich viele Aufgaben zu übernehmen", dankt Bürgermeister Christian Seitz allen Helfern.

Corona-Infektionen unter den Bewohnern

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hatten auch auf die Flüchtlings-Unterkünfte in der Obstbaugemeinde Auswirkungen. Es wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um die Bewohner der Unterkünfte so gut wie möglich auf die Situation vorzubereiten und zu unterstützen; Aushänge und Flyer zu den Hygiene-Regeln in mehreren Sprachen verteilt. Außerdem wurden Einzelgespräche mit den Bewohnern geführt, um die Regeln zu vertiefen und Fragen zu beantworten, die Sammlung und Verteilung von Schutzmasken für die Bewohner organisiert.

Trotzdem gab es auch in der Unterkunft in der Hofheimer Straße Corona-Infektionen. "Die Gemeinde war Schnittstelle zwischen den Behörden, um die Versorgung der Erkrankten zu organisieren und die Gesamtsituation im Auge zu behalten", heißt es dazu in dem ausführlichen Integrationsbericht. red/ulk

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