Der langjährige ehrenamtliche Vogelschutzbeauftragte Heiner Tecklenburg freut sich, dass die Steinkäuze mittlerweile in Kriftel heimisch geworden sind.
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Der langjährige ehrenamtliche Vogelschutzbeauftragte Heiner Tecklenburg freut sich, dass die Steinkäuze mittlerweile in Kriftel heimisch geworden sind.

Vogelschutz

Knapp 30 junge Eulen geschlüpft: „einmalig“ 

Das ist einmalig im Main-Taunus-Kreis: Knapp 30 junge Eulen sind vor wenigen Wochen in Niströhren auf Krifteler Gemarkung geschlüpft.

  • In Kriftel sind knapp 30 junge Eulen geschlüpft
  • Die Zahlen sind für den Main-Taunus-Kreis  „einmalig“
  • Die Futtergrundlage scheint für die Tiere gut zu sein

Kriftel – „Im vergangenen Jahr haben wir 33 junge Steinkäuze beringt, in diesem Jahr sind es knapp 30. Das sind zwar etwas weniger, aber im Kreis sind diese Zahlen weiter einmalig“, freut sich Kriftels langjähriger Vogelschutzbeauftragter Heiner Tecklenburg. Die jungen Eulen sind in Niströhren auf Krifteler Gemarkung geschlüpft. Fast alle sind in diesem Jahr besetzt, wenn auch mit etwas weniger Jungtieren als zuvor. „Einige Eltern brüten noch“, so Tecklenburg, der mit Richard Hilgert und dem „Neuen“ im Vogelschutzteam, Peter Krüger, Mitte Mai die erste Kontrolle der Niströhren durchgeführt hat.

Kriftel (Main-Taunus-Kreis): Gute Futtergrundlage für die Eulen

Auffällig: In jeder Röhre lagen mehrere tote Mäuse zur Fütterung bereit. „Das spricht für eine gute Futtergrundlage. Mäuse gibt es in diesem Jahr genug. Sie müssen von den Eltern für den Nachwuchs allerdings zerkleinert werden“, erklärt Tecklenburg schmunzelnd. Von den guten Vorräten der Eulen konnte sich auch der Erste Beigeordnete Franz Jirasek überzeugen, der sich jetzt vom Vogelschutzteam einige der kleinen Steinkäuze zeigen ließ. Er war mit Katharina Keib von der Abteilung Grünflächen ins Hochfeld gekommen, um das übliche „Jahresgespräch Vogelschutz“ diesmal Corona bedingt im Freien abzuhalten.

„Die Steinkäuze haben sich in Kriftel endgültig etabliert. Das ist umso schöner, da der Steinkauz zu den gefährdeten Eulenarten gehört“, findet Heiner Tecklenburg. Gute Voraussetzungen böten die alten Obstbäume auf den Krifteler Streuobstwiesen, an denen man gut Niströhren befestigen könne. „Da die Obstbauern die Grasflächen zwischen den Obstbäumen meist kurz halten, können die Steinkäuze ihr Futter, vor allem Mäuse, auch gut erkennen und jagen.“

Kriftel (Main-Taunus): Die Eulen bekommen einen Metallring um das Bein

Die erste Beringung der etwa dreieinhalb Wochen alten Nestlinge – durchgeführt von Michael Orf von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) – hat bereits stattgefunden. Ein weiterer Termin folgt. Dabei werden Nummer und Standort der Röhre notiert und ein Metallring mit eingeprägter Nummer um das Bein geschoben. So kann man verfolgen, wie sich die Tiere ausbreiten. „In diesem Jahr haben wir erstmals einen vor Jahren von uns beringten Steinkauz unter den Elterntieren gefunden“, freut sich das Vogelschutzteam.

Gut drei Wochen alt ist der kleine Steinkauz, der in einer Niströhre in Kriftel geschlüpft ist und auch schon beringt wurde.

Seit 22 Jahren ist der Krifteler Heiner Tecklenburg schon mit viel Herzblut ehrenamtlich als Vogelschutzbeauftragter der Gemeinde aktiv. „Inzwischen bin ich 81 Jahre alt und auf der Suche nach einem Nachfolger“, erzählt er. Auch wenn er fit und gesund sei: „Ich hätte gerne, dass jemand anderes den Hut auf hat“, sagt er und schmunzelt. „Mithelfen werde ich natürlich weiter.“ Fündig wurde er in seiner Nachbarschaft: Peter Krüger hatte Interesse an Vögeln bekundet und sich Ende 2019 bereit erklärt, ein „freiwilliges ökologisches Jahr“ beim Krifteler Vogelschutzbeauftragten zu machen. Das sei natürlich ein Scherz, aber inhaltlich stimmig: Seit der Winterfütterung ist der 59-Jährige nun bei allen Einsätzen des Vogelschutzteams mit dabei. „Ich bin sehr naturverbunden und möchte, wenn ich in Rente bin, gerne etwas Sinnvolles tun“, erzählt Bankkaufmann Peter Krüger. „Ich bin inzwischen an Orte in Kriftel gekommen, an denen ich noch nie war.“

Junge Eulen in Kriftel (Main-Taunus-Kreis): Vogelschutzteam füttert die Tiere im Winter

Inspektion und Säuberung der Nistkästen – von der Gemeinde angeschafft – sowie die Winterfütterung zählen zu den Haupttätigkeiten des Vogelschutzteams. „Die Lebensbedingungen für die Vogelwelt werden zunehmend schlechter“, berichtete Tecklenburg. „Die ausgeräumten Felder und Gärten bieten wenig Nahrung, Rabenvögel kommen verstärkt in die Wohngebiete und bedrohen die Bruten. Außerdem sind zunehmend Garten- und Siebenschläfer als Untermieter in Nistkästen anzutreffen.“

Die Zahl der Singvögel nimmt weiter ab. „Von den 132 Nistkästen in Kriftel waren auch 2019 nur knapp die Hälfte besetzt. Auch Mehlschwalben und Mauersegler sieht man immer weniger“, berichtet Tecklenburg. Grund dafür sei der dramatische Rückgang der Insekten, ein wichtiger Bestandteil der Nahrung der Vögel.

Kriftel (Main-Taunus): Vogelhäuser sind für die Tiere nicht gut

Auch viele Blaumeisen seien in diesem Frühjahr an einem Virus verstorben. Dies sei deutschlandweit beobachtet worden, so der Vogelschutzbeauftragte. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es zwar wichtig sei, die Gartenvögel über den Winter zu füttern, aber Vogelfreunde dringend auf ein herkömmliches Vogelhaus verzichten sollten. „Hier sammeln sich Bakterien, da das Futter verschmutzt wird und Bakterien sich von dem einen auf den anderen Vogel übertragen. Beim Futterautomaten kommen die Vögel nicht mit dem Futter in Verbindung.“ Leider gebe es in Baumärkten noch beide Varianten zu kaufen. „Auch in Tränken muss das Wasser regelmäßig erneuert werden.“

hk

In Kriftel (Main-Taunus-Kreis) sind zwei Hundewelpen aus einem Garten gestohlen worden. Durch einen glücklichen Zufall ist einer der Hunde jetzt wieder bei seinem Züchter.

In Kriftel ist ein Auto vollständig ausgebrannt. Die Polizei hat nach dem Vorfall nach einem wichtigen Zeugen gesucht.

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