Die Erzieherinnen und Erzieher der Kita Obstgärtchen in Kriftel spielen gemeinsam mit den Mädchen und Jungen im großen Sandkasten.
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Die Erzieherinnen und Erzieher der Kita Obstgärtchen in Kriftel spielen gemeinsam mit den Mädchen und Jungen im großen Sandkasten.

Kinder

Kriftel: Neue Normalität in der Kita Obstgärtchen

Die Mädchen und Jungen dürfen endlich wieder gemeinsam in der Kindertagesstätte spielen und toben. Dabei müssen allerdings einige Regeln beachtet werden.

Kriftel -Schaukeln, rutschen, basteln oder doch lieber Burgen im Sandkasten bauen? In der Kindertagesstätte Obstgärtchen in der Sittigstraße haben die Minis die Qual der Wahl. Auf einem großen Außengelände und in den bunt gestalteten Räumen können sie nach Herzenslust toben und miteinander spielen.

92 Kinder dürfen die Einrichtung seit einer Woche wieder besuchen. Nach der Corona-Pause startete nämlich der eingeschränkte Regelbetrieb. Hinzu kommen 36 Mädchen und Jungen, die weiterhin die Notbetreuung der Kita in Anspruch nehmen. "Der Auftakt ist uns gut gelungen", sagen die beiden Leiterinnen Sabine Filok-Epp und Esther Bulgrin übereinstimmend. Die Heranwachsenden dürfen jedoch noch nicht an jedem Tag in die Krifteler Kita kommen. "46 der 92 Kinder sind montags, dienstags und am Mittwochvormittag hier. Die andere Hälfte kommt dann während dem zweiten Teil der Woche zu uns", erklärt Filok-Epp. Die Öffnungszeiten haben sich durch die Corona-Pandemie nicht verändert. Werktags sind die Erzieherinnen und Erzieher von 7 bis 17 Uhr für die Kleinen da.

Mit dem Start des eingeschränkten Regelbetriebes ist zwar ein großes Stück Normalität in die Kita Obstgärtchen zurückgekehrt, doch wegen der Corona-Krise sind trotzdem einige ungewohnte Maßnahmen notwendig. So wurde beispielsweise ein extra "Bring- und Abholbereich" für die Eltern eingerichtet. Auch das Frühstück läuft anders ab als gewohnt. "Vor der Krise durften die Kinder sich an einem großen Buffet bedienen. Dieses gibt es jetzt nur noch in einer abgewandelten Form", so Bulgrin. Die Speisen sind hinter einem Spuckschutz aufgebaut und die Mädchen und Jungen dürfen sich auch jetzt aussuchen, was sie essen wollen. Allerdings bekommen sie dann Wurst, Käse und Brot von einer Erzieherin oder einem Erzieher auf ihre Teller gelegt.

Kein Begrüßungslied am Vormittag

Das Mittagessen findet in zwei Gruppen statt, und die Kinder haben dabei einen fest zugeteilten Sitzplatz. Um das Ansteckungsrisiko weiter zu minimieren, muss auf ein beliebtes Ritual verzichtet werden. "Vor der Krise haben wir jeden Vormittag gemeinsam ein Begrüßungslied gesungen. Das geht derzeit leider nicht", sagt Filok-Epp, die bereits seit 2010 in der Kita Obstgärtchen arbeitet.

Den Tagesablauf gestalten die Kinder ansonsten weitestgehend selbst. "Sie entscheiden, ob draußen oder drinnen gespielt wird", merkt Bulgrin an. Da während des eingeschränkten Regelbetriebes an den Werktagen nur gut die Hälfte aller Kinder an Ort und Stelle ist, könne man sie besser fördern. "Es werden mehr individuelle Gespräche geführt", so Bulgrin, die seit mehr als sechs Jahren in der Einrichtung tätig ist. Dabei rede man auch über das Thema Corona. Die Mitarbeiter erklären unter anderem, warum das Händewaschen so wichtig ist. "Wir beantworten den Sprösslingen auch ihre Fragen zu der Pandemie. Die Corona-Krise soll jedoch nicht das alles beherrschende Thema sein", berichten die Leiterinnen.

Die meisten der Mädchen und Jungen seien von ihren Eltern gut über das Virus und die Gefahren aufgeklärt worden. Panische und verängstige Mütter und Väter gebe es nicht. "Die Kommunikation mit den Eltern ist hervorragend. Sie wissen über all unsere Maßnahmen Bescheid und akzeptieren diese", sagt Filok-Epp. Während des Lockdowns haben die Mitarbeiter der Kita den Kontakt zu den Erziehungsberechtigten aufrecht gehalten. Es wurden beispielsweise Videobotschaften per Mail versendet. Daraufhin habe man viele positive Reaktionen der Eltern erhalten.

Seit vergangenem Dienstag sind alle 25 Erzieherinnen und Erzieher wieder in der Einrichtung aktiv. "Bei uns gibt es zwei Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören. Die beiden haben sich trotz der erhöhten Gefahr dafür entschieden, wieder hier zu arbeiten", so Filok-Epp. Alle ihre Kolleginnen und Kollegen seien froh, dass sie nun wieder in der Kita tätig werden dürfen. "Viele von ihnen haben in den vergangenen Wochen im Home-Office Projekte vorbereitet. Die Arbeit ohne die Kinder ist einigen recht schwer gefallen. Deshalb herrschte am Tag Wiederöffnung eine freudige Stimmung", berichtet Bulgrin.

Die beiden Leiterinnen sind davon überzeugt, dass ihre Kindertagesstätte gut für die Zukunft aufgestellt ist. "Wir haben ein umfangreiches Konzept entwickelt. Die viele Arbeit, die darin steckt, zahlt sich nun aus." Fest steht freilich, dass die Mädchen und Jungen die Zeit in der Kita genießen. Am gestrigen Montag spielten die Steppkes auf dem Außengelände der Anlage bei sonnigem Wetter sorgenfrei miteinander. Einige buddelten im Sand, während andere Beeren im Kräutergarten pflückten. "Es ist toll, die gut gelaunten Kinder wieder um sich zu haben", betonen mehrere Erzieherinnen übereinstimmend. tobias ketter

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