Alexander Wölfinger arbeitet mit dem Hochdruckreiniger am Kleinkinderbecken: Alle Jahre wieder muss nach dem Saisonende im Krifteler Parkbad alles für den Winter vorbereitet werden.
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Alexander Wölfinger arbeitet mit dem Hochdruckreiniger am Kleinkinderbecken: Alle Jahre wieder muss nach dem Saisonende im Krifteler Parkbad alles für den Winter vorbereitet werden.

Freibad

Kriftel: Die Saison ist vorbei - 36 000 Besucher kamen

Das Coronavirus sowie ein zunächst durchwachsener Sommer führten zu einer außergewöhnlichen Badesaison. Trotzdem fällt die vorläufige Parkbad-Bilanz keineswegs nur negativ aus.

Kriftel. Rund 36 000 Besucher nutzten in diesem Jahr das Freibad im Freizeitpark. Das entspricht einer Auslastung von circa 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Das klingt zunächst bitter, da kommunale Schwimmbäder ohnehin ein Zuschussgeschäft sind. Doch es gibt auch eine positive Lesart dieser Bilanz. "Im März und April sind wir noch davon ausgegangen, dass wir in dieser Saison überhaupt nicht öffnen können", erinnert Tobias Guldner, der im Rathaus für das Schwimmbad verantwortlich ist. Die Situation um das Coronavirus machte es zu dem damaligen Zeitpunkt unmöglich, von einer normalen Badesaison auszugehen. Ende April bereitete sich das Team des Parkbades dennoch auf eine Öffnung unter besonderen Regeln vor. "Hessen war eines der letzten Länder, das die Bäder wieder freigab", so Guldner, "deswegen haben wir auch nach NRW und Niedersachsen geschaut. Daher haben wir später nicht ganz so viel Vorlaufzeit gebraucht, wie es bei anderen Bädern der Fall war."

Als es dann kurz vor Fronleichnam das Okay von der hessischen Landesregierung gab, war man in Kriftel zumindest in der Theorie gut aufgestellt. Unter anderem führte man ein Online-Ticket-System ein und konnte so die Zahl der Besucher relativ gut steuern. Dass dieser Web-Shop nicht für alle potenziellen Gäste optimal war, ist den Verantwortlichen bewusst. "Im kommenden Jahr soll auch ohne Zugang zu einem Computer wieder die Möglichkeit bestehen, das Parkbad zu besuchen", betont Guldner. Dabei denkt man gerade an Senioren, denen der Umgang mit dem Internet nicht so leicht fällt wie jüngeren Generationen.

Bei rund 17 000 Anmeldungen über das Web-Portal wird jedoch deutlich, dass dieses Modell künftig auch unabhängig von der Pandemie zum Einsatz kommen kann.

Neben Covid-19 machte das unbeständige Wetter den Betreibern des Parkbads zusätzlich zu schaffen. Im Mai und auch im Juni zeigte sich die Sonne vergleichsweise schüchtern und selbst danach gab es selten beständig gutes Sommerwetter. Zuletzt wurde die Saison nochmals um eine Woche bis zum 18. September verlängert. Das habe Sinn ergeben, da die Temperaturen von teilweise über 30 Grad mitgespielt haben. Wäre es so warm geblieben, hätte man sogar noch eine weitere Woche drangehängt. "Bei 25 Grad waren in der Regel aber nur 80 bis 90 Besucher im Bad, Nachmittags kam teilweise sogar niemand mehr", berichtet Guldner.

Wie sich die ungewöhnliche Badesaison finanziell auf die Gemeindekasse auswirkt, wird in den kommenden Wochen ermittelt. Da es aufgrund des eingeschränkten Betriebs auch weniger Kosten gab, könnte das Defizit nicht ganz so krass ausfallen, wie befürchtet. Gerade aus Sicht vieler Familien und Gesundheitsschwimmer war das Parkbad in diesem Sommer trotz der Komplikationen aber enorm wichtig. Sie waren dankbar, dass das Freibad überhaupt geöffnet hatte. Robin Kunze

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