Guter Laune, auch wenn es wieder nur eine Online-Kampagne gibt: Kassenwartin Denise Hentschel, Sitzungspräsidentin Heike Wölfel, Vorsitzender Daniel Weiß, Schriftführerin Larissa Schönstedt, Zweiter Vorsitzender Pasquale Fiore und Jenny Lehmann (von links). FOTO: kunze
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Guter Laune, auch wenn es wieder nur eine Online-Kampagne gibt: Kassenwartin Denise Hentschel, Sitzungspräsidentin Heike Wölfel, Vorsitzender Daniel Weiß, Schriftführerin Larissa Schönstedt, Zweiter Vorsitzender Pasquale Fiore und Jenny Lehmann (von links).

Kultur

Krifteler Karneval Klub: Wieder eine Online-Fastnacht

  • VonRobin Kunze
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Auch 2022 keine närrischen Sitzungen in der Schwarzbachhalle - KKK-Vorstand sieht zu viele Risiken und Unklarheiten

Kriftel -Die Stimmung, die am Freitagabend in der großen Schwarzbachhalle herrschte, lässt sich durchaus als ambivalent be-zeichnen. Der Krifteler Karneval Klub (KKK) hatte unter strengen Hygienevorschriften zur Jahreshauptversammlung eingeladen und 59 stimmberechtigte Mitglieder waren erschienen, um unter anderem ihren Vorsitzenden Daniel Weiß im Amt zu bestätigen.

Es ist lange her, dass die Karnevalisten in solch einer Gruppenstärke zusammenkommen konnten. Dementsprechend wurde schon vor Beginn der Veranstaltung trotz Abstand und Mund-Nasen-Schutz viel gescherzt und gelacht. Ein Thema, das an diesem Abend auf dem Programm stand, drückte jedoch bei allen Anwesenden aufs Gemüt. Die 2021er- Sitzungen in ihrer gewohnten Form musste der KKK aufgrund der Pandemie bereits absagen. Über der anstehenden Kampagne hingen aus dem selben Grund große Fragezeichen.

Am Ende machte es Weiß kurz, damit aber nicht minder schmerzhaft: "Der Vorstand hat sich einstimmig dafür entschieden, eine zweite Online-Fassnacht zu veranstalten." Damit bleibt die Bühne der Schwarzbachhalle, die sonst Jahr für Jahr vom KKK mit Leidenschaft zum Leben erweckt wird, auch 2022 leer. Trotz der Lockerungen der vergangenen Wochen gebe es noch zu viele Risiken und Unklarheiten, um sich jetzt auf eine Rückkehr zur Präsenz-Kampagne festzulegen.

Die große Stärke des KKK wird in Zeiten einer Pandemie zur Achillesferse: Die Krifteler sind zu Recht stolz darauf, ihr jährliches Programm stets exklusiv mit Auf-tritten eigener Mitglieder stemmen zu können. "Dafür müssen aber die 350 Aktiven sechs Monate lang Vollgas geben", so Weiß. Bühnenbildelemente und Saaldekorationen müssen erdacht und gebaut, Kostüme maßgeschneidert, Tanzchoreografien perfektioniert und Büttenreden pointiert werden.

Deutliche Mehrheit für Daniel Weiß

Das alles braucht Vorlaufzeit, was wiederum Gewissheit bei der Planung verlangt. Diese fehlt derzeit jedoch noch. Wer auf externe Karnevalprofis setzt, könne dagegen kurzfristiger planen: "Ich bin mir sicher, dass es andere Vereine gibt, die - sofern es dann möglich sein wird - ihre Sitzungen abhalten werden. Und ich bin mir bewusst, dass es dann auch bei uns einige Mitglieder gibt, die traurig rüber schauen werden", so Weiß.

Es breche ihm und seinen Vorstandskollegen das "Karnevalistenherz", dass man erneut die Schwarzbachhalle nicht zum "Kochen bringen" kann. Die Tanzgruppen und Vortragenden wurden jedoch vorher befragt und es habe insgesamt eine kleine Mehrheit gegeben, die aus Gründen der Vernunft den Verzicht auf Präsenzveranstaltungen bevorzugte.

Eine deutliche Mehrheit gab es im Falle von Daniel Weiß' Wiederwahl zum Ersten Vorsitzenden. Darüber hinaus freute sich der KKK, gleich zwei Nachfolgerinnen für Claudia Schäfer gefunden zu haben. Nach zwölf Jahren trat Schäfer unter stehenden Ovationen von ihrem Amt als Schriftführerin zurück und reichte den Staffelstab weiter an Larissa Schönstedt. Sie wird künftig von Jenny Lehmann unterstützt, die zunächst als inoffizielle stellvertretende Schriftführerin agiert.

Im nächsten Jahr soll die Satzung angepasst und das Vize-Schriftführer-Amt offiziell gemacht werden. "Der KKK wächst und damit auch die Aufgaben, die zu bewältigen sind. Daher ist es sinnvoll, wenn auch der Vorstand wächst", so Weiß.

Trotz der Pandemie und den vielen Einschränkungen hatte der KKK keine Mitglieder verloren. Im Gegenteil: Es kamen zuletzt vier Neuzugänge hinzu. Man hält zusammen, was auch die virtuelle "Sofa-Fastnacht" im vergangenen Februar demonstrierte. Was auf der Bühne nicht möglich war, zauberte der KKK mit seinen zahlreichen Aktiven auf die Bildschirme der Computer und Smartphones.

Rund 9500 Klicks generierte der Online-Karneval, was 2022 getoppt werden solll. "Wir haben allen Gruppen vorab gesagt, dass sie zweigleisig planen sollen", verriet Heike Wölfel nach der JHV. Mit einem Funkeln der Vorfreude in den Augen ergänzte die Sitzungspräsidentin dann: "Unsere Jungs und Mädels sprühen nur so vor Ideen. Man darf Großes erwarten."

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