Auch das traditionelle Fahnenschwenken der Kerbeborsch beim Kerbeumzug in der Ortsmitte an der Linde wird in diesem Jahr ausfallen. Foto: Kerbegesellschaft
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Auch das traditionelle Fahnenschwenken der Kerbeborsch beim Kerbeumzug in der Ortsmitte an der Linde wird in diesem Jahr ausfallen. Foto: Kerbegesellschaft

Feste

Krifteler Kerbegesellschaft sagt Zeltkerb wegen Corona ab

  • Ulrike Kleinekoenen
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Besucher, Mitglieder und Helfer sollen keinem Risiko ausgesetzt werden

Kriftel -Das Coronavirus bremst die Kerbegesellschaft nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Der Verein, der sich die Wahrung des Traditionsfestes auf die Fahnen geschrieben hat, sagt nach dem Lindenblütenfest jetzt auch die Kerb ab, die wie jedes Jahr am letzten Wochenende im September geplant war.

Kein buntes Treiben im Freizeitpark

"'In Kriftel is kei Kerb.....' wird es der Wind durch den Freizeitpark im September pfeifen. Da, wo normalerweise am Ende des Sommers buntes Treiben herrscht, der Duft von Bratwurst durch die Lüfte weht, die Hupe des Karussells ertönt, die Kerbeborsch mit Scherp das Ortsbild prägen und die Kerbegesellschaft an drei Tagen ins Festzelt einlädt, wird 2020 nichts sein", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Nach den Entwicklungen der vergangenen Monate in der Pandemie und den langsamen Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommt die Absage des Festes, das stets nicht nur viele Krifteler, sondern auch Besucher von auswärts in die Obstbaugemeinde lockt, nicht überraschend. "Die ungezwungene, gesellige Zeltkerb, der Treffpunkt Kriftels für ein Wochenende im Herzen des Freizeitparks mit vielen Gästen, egal ob jung oder alt, das möchten wir alle. Aber leider ist das in Zeiten von Corona so nicht möglich", begründet Vorsitzender Michael Wipfler die Absage des dreitägigen Festes, zu dessen Höhepunkten neben dem Kerbeball der Umzug durch den Ort und der Frühschoppen am Montagmorgen gehören.

Der Vorstand hat sich diese Entscheidung allerdings nicht leicht gemacht. Doch das Verbot für Großveranstaltungen bis Ende Oktober hat letztlich dazu geführt, dass es für die Zeltkerb kein verantwortbares Konzept gegeben hätte: Letztlich sei die Absage auch ein Teil der Bekämpfung der Pandemie für die Gäste, freiwillige Helfer und auch die aktiven Mitglieder, die - womöglich mit Maske - hinter der Theke gestanden hätten.

"Die Kerbegesellschaft Kriftel, steht für Geselligkeit. Und so gerne wir hierfür unsere Freizeit einsetzen, so haben wir eben auch Verantwortung für die Gesellschaft", sagt Geschäftsführer Tobias Guldner. "Wir wollen auch niemandem dem Risiko aussetzen, sich vielleicht irgendwo anzustecken", heißt es in einer Mail des Vorstands an die Mitglieder.

"Vereinsinterne Kerb"

Auch wenn eindeutig die Gesundheit der Mitglieder und Besucher ausschlaggebend sind, so dürften auch die wirtschaftlichen Überlegungen bei der Entscheidung mit abgewogen worden sein. Obwohl die Kerb in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt durch den Umzug 2008 aus der Schwarzbachhalle ins Zelt, einen erheblichen Aufschwung erfahren hat, wäre jetzt überhaupt nicht abzuschätzen, wie viele Gäste unter Corona-Bedingungen beispielsweise zum Kerbeball gekommen wären, sagt Geschäftsführer Guldner.

Die Kerbegesellschaft will jedoch versuchen, wenn irgendwie möglich zumindest mit ihren Mitgliedern eine kleine vereinsinterne Kerb auf die Beine zu stellen, denn auch der jährliche Sommerausflug wurde aus Vorsicht vom Vorstand abgesagt.

"Und wenn es im September nicht geht, dann nehmen wir zu Weihnachten einen neuen Anlauf, um unsere Mitglieder einmal wieder zu sehen.", gibt sich Michael Wipfler optimistisch. Auch wenn das Virus die Kerb 2020 verhindert, die Freude am Brauchtum und am Leben könne es dem Verein nicht nehmen, denn "Kerbeborsch sin lust'ge Brüder, haben frohen Mut . . ." Ulrike Kleinekoenen

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