Die Erdbeeren von Obstbauer Michael Hoss wachsen auf Erd-Dämmen, die mit schwarzem Vlies abgedeckt sind. FOTO: TOBIAS KETTER
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Die Erdbeeren von Obstbauer Michael Hoss wachsen auf Erd-Dämmen, die mit schwarzem Vlies abgedeckt sind. FOTO: TOBIAS KETTER

Landwirtschaft

Krifteler Obstbauern sind mit der Erdbeer-Ernte zufrieden

Wegen der Corona-Krise mussten in diesem Jahr Helfer aus der Region mit einspringen

Kriftel -Sie sind rot, süß und saftig. Die einen mögen sie mit Sahne, andere wiederum tauchen sie gerne in Zucker. Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten. In den Sommermonaten werden die Früchte von den Obstbauern auf Wochenmärkten, in den Hofläden und auch an den Ständen entlang der Straßen verkauft. Die Erntesaison läuft meist von Anfang Mai bis Mitte Juli. Wie es den Bauern in diesem Jahr dabei ergangen ist, berichten drei Krifteler Landwirte:

Michael Hoss hat mit der Ernte auf seinen Feldern bereits am 27. April begonnen. "Die Pflanzen wachsen bei mir auf Erd-Dämmen, die mit Vlies abgedeckt sind. Durch diese Methode können die Sonnenstrahlen im Frühjahr besser eingefangen werden und somit war es möglich, bereits im April mit der Ernte zu starten", erklärt der Landwirt.

Feuchter Winter sorgt für gutes Wachstum

Durch den feuchten Winter seien besonders die "frühen Sorten" gut gewachsen. Im weitern Verlauf der Erntesaison habe er wie seine Kollegen auch mit der Trockenheit zu kämpfen gehabt, so dass die Felder regelmäßig und ausgiebig gewässert werden mussten. Auch bei der Bewässerung hat das schwarze Vlies geholfen. Es dient nämlich als Verdunstungsschutz, so dass Hoss rund 30 Prozent weniger Wasser benötigte, als auf normalen Erdbeerfeldern.

"Insgesamt war die Nachfrage nach den Erdbeeren in diesem Jahr sehr groß. Allerdings mussten wir mit einem Einbruch während der Hochphase der Corona-Pandemie zurecht kommen", berichtet der Obstbauer. Die Qualität der geerntetet Erdbeeren, die Hoss unter anderem auf der "Erdbeermeile" zwischen Hofheim und Zeilsheim verkaufte, sei in diesem Sommer besonders gut gewesen. "Zu Beginn der Saison kostete ein Schälchen 4,50 Euro. In den darauffolgenden Wochen hat sich der Preis aufgrund der steigenden Erntemengen bei 3,50 Euro eingependelt", merkt Hoss an.

Wegen der Corona-Krise musste der Obstbauer Erntehelfer aus der Region einstellen. "Nur die Hälfte des Teams aus Rumänien, das normalerweise jedes Jahr zu uns kommt, ist diesmal angereist", sagt er. "Zum Glück haben sich aber viele Leute aus der Region gemeldet, die helfen wollten." Sie seien sehr motiviert und fleißig gewesen. Deshalb denkt Hoss darüber nach, auch im kommenden Jahr regionale Erntehelfer einzustellen.

Am vergangenen Wochenende ging die Saison für den Landwirt vorerst zu Ende. Doch bereits in gut einer Woche werden auf seinen Feldern erneut Erdbeeren geerntet. Dann sind nämlich die Frigopflanzen an der Reihe. "Sie wurden Mitte Juni in ein sogenanntes Wartebeet eingesetzt. Zuvor haben sie eingefroren in einem Kühlhaus gestanden", erklärt Hoss. Diese Erdbeeren seien zwar besonders lecker, allerdings müsse man bei der Aufzucht viel Zeit investieren.

Ortslandwirt Andreas Theis hat am 10. Mai mit der Erdbeer-Ernte begonnen. "Wir hatten in diesem Jahr gute Wetterbedingungen. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt", sagt er. Aufgrund der Trockenheit musste aber auch Theis seine Erdbeeren regelmäßig wässern. Da wegen der Corona-Pandemie viele Leute in diesem Sommer zu Hause geblieben sind, durfte sich auch der Landwirt über eine hohe Nachfrage freuen. "Es gab kaum Preisschwankungen. Wir haben die Erdbeeren, die wirklich eine gute Qualität aufwiesen, für 3,50 Euro pro 500 Gramm in unserem Hofladen verkauft", so Theis.

Auch die Ernte selbst habe weitestgehend reibungslos funktioniert. Trotz der Corona-Krise reisten fünf Erntehelfer aus Polen an. "Sie mussten zunächst für 14 Tage in Quarantäne, bevor es dann aufs Feld ging. Dort wurde der vorgeschriebene Mindestabstand immer eingehalten, so dass das Ansteckungsrisiko nur minimal war", sagt der Obstbauer. Die Erntesaison endete für Theis und seine Helfer am 12. Juli.

Die diesjährige Ernte sei etwas holprig gewesen, berichtet Berthold Heil. "Die Menge der Erdbeeren war verhältnismäßig gering. Das lag vor allem an der Trockenheit", so der Erdbeerbauer. Auf den Feldern von Berthold Heil waren in diesem Jahr keine Erntehelfer aus dem Ausland im Einsatz. Stattdessen vermittelt das Arbeitsamt ihm einige Helfer zum Pflücken.

Preis reduziert sich nach einigen Wochen

"Es waren zwischen zehn und 15 Helfer mit dabei. Die meisten haben ihre Aufgabe gut gemacht. Vereinzelte Mitarbeiter taten sich allerdings recht schwer. Einer hat sogar nach kurzer Zeit gekündigt", berichtet der Landwirt. Das Interesse an seinen Erdbeeren sei hoch gewesen. "Durch die gesteigerte Nachfrage, kann man wirklich von einer zufriedenstellenden Saison in besonderen Zeiten sprechen", sagt der Obstbauer, der seine Früchte zu Beginn der Saison für 4 Euro pro Schälchen verkauft hat. Der Preis reduzierte sich nach einigen Wochen um 50 Cent. tobias ketter

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