Trauerfeier für Silke Thielsch
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Trauerfeier für Silke Thielsch

Prozess

Liebespaar überfahren: Die Anklage lautet auf Totschlag

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis das Urteil über den Todesfahrer gefällt wird, so ist die Genugtuung bei Familie und Freunden erst einmal groß. Gegen den 26 Jahre alten Mercedes-Fahrer hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt jetzt Anklage wegen Totschlags erhoben. Der Lebensgefährte von Silke Thielsch war damals verletzt worden, weshalb sich der Angeklagte auch wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Weil der junge Mann sich mit 0,82 Promille hinters Steuer gesetzt hatte, wird ihm außerdem ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis das Urteil über den Todesfahrer gefällt wird, so ist die Genugtuung bei Familie und Freunden erst einmal groß. Gegen den 26 Jahre alten Mercedes-Fahrer hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt jetzt Anklage wegen Totschlags erhoben. Der Lebensgefährte von Silke Thielsch war damals verletzt worden, weshalb sich der Angeklagte auch wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Weil der junge Mann sich mit 0,82 Promille hinters Steuer gesetzt hatte, wird ihm außerdem ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

Mit der Anklage wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts trägt die Staatsanwaltschaft offenbar noch einmal ganz deutlich der Grausamkeit des Geschehens und Handelns Rechnung. Wie berichtet, hatte Silke Thielsch kurz nach Mitternacht auf dem Heimweg vom Hoffest „Am Berg“ mit ihrem Lebensgefährten am Zebrastreifen der Straße „Auf der Hohlmauer“ gestanden. „Aus Verärgerung darüber, dass das Pärchen in dem Kreisverkehr auf dem Zebrastreifen stand und sich küsste, soll der Angeschuldigte mit seinem Pkw der Marke Mercedes zunächst kurz angefahren und etwa 2 bis 3 Meter vor den beiden sofort wieder angehalten haben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Als die beiden sich dennoch nicht von der Straße entfernten, soll der Frankfurter mit seinem Wagen „unter billigender Inkaufnahme auch tödlicher Verletzungen unvermittelt auf sie zugefahren sein“, so Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Eine mildere Anklage wegen fahrlässiger Tötung kam demnach nicht in Frage.

Dass er dann einfach aufs Gaspedal getreten und dabei die 41-Jährige angefahren hat, das sei ganz klar eine vorsätzliche Tat gewesen, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Hinzu komme, dass der Autofahrer einfach weitergefahren ist, obwohl das Opfer am Fahrzeug eingeklemmt war. In der Anklageerhebung habe die Staatsanwaltschaft berücksichtigt, dass der 26-Jährige gemerkt haben muss, dass er die große Frau mitschleifte.

Während nämlich der Lebensgefährte nach der Berührung mit dem Pkw rücklings zu Boden fiel und sich leicht an Bein und Hand verletzte, wurde Silke Thielsch von dem Mercedes erfasst und auf die Motorhaube geschleudert. „Ungeachtet dessen“, soll der Angeklagte, „mit unvermittelter Geschwindigkeit durch den Kreisverkehr gefahren sein“, so die Staatsanwaltschaft. Silke Thielsch geriet dabei „aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen quer unter das Fahrzeug, wurde dort eingeklemmt und in der Folge von dem rechten Vorderrad des immer noch fahrenden Wagens überrollt. Oberstaatsanwältin Nadja Niesen: Das Opfer „erlitt Verbrennungen sowie großflächige Abschürfungen und verstarb letztlich infolge einer anhaltenden Kompression des Brustkorbs durch Ersticken“.

Die Trauer über den Tod der 41-Jährigen war nicht nur wegen der Ungeheuerlichkeit des Unfalls groß. Silke Thielsch war als Teammanagerin der 1. Damen-Handballmannschaft der Turn- und Sportgemeinde (TuS) sehr beliebt. In einer bewegenden Trauerfeier in der großen Schwarzbachhalle nahmen damals neben der Familie und den Sportkameraden auch viele Freunde und Kollegen Abschied. Eine Prognose, wann der Prozess beginnt, wollte die Oberstaatsanwältin gestern nicht abgeben. Es werde wohl noch einige Monate dauern, mutmaßt sie.

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