Der eingeschossige Flachbau rechts neben dem denkmalgeschützten Wohnhaus sowie der weiße Anbau links sollen nach den Plänen der Architekten abgerissen werden. 	Foto: ulk
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Der eingeschossige Flachbau rechts neben dem denkmalgeschützten Wohnhaus sowie der weiße Anbau links sollen nach den Plänen der Architekten abgerissen werden. Foto: ulk

Betreuung

Montessori bekommt ein neues Kinderhaus in Kriftel

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Der favorisierte Vorentwurf sieht einen zweistöckigen Neubau an der Bleichstraße vor. Doch es sind noch viele Fragen offen.

Kriftel -Das nächste Kita-Projekt in der Obstbaugemeinde nimmt langsam Fahrt auf. Schon lange steht fest, dass das Montessori-Kinderhaus von der Königsberger Straße in die Bleichstraße ziehen wird. Dort, wo bis vor kurzem der katholische Kindergarten St. Vitus beheimatet war, soll nach dem Umzug der katholischen Kita in den Neubau an der Rossertstraße nun das Kinderhaus ein neues Domizil bekommen. Schon rechtzeitig hatten sich der Gemeindevorstand und der Montessori-Arbeitskreis über das Raumprogramm und das Funktionsschema verständigt. Auf dieser Grundlage hatte die Gemeinde zunächst ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. Aus sieben Bewerbern wurden drei Architekturbüros ausgewählt und aufgefordert, eine Vorentwurfsplanung sowie eine Kostenschätzung abzugeben.

Alle drei Konzepte, die in dieser Woche den Gemeindevertretern vorgestellt wurden, sehen den Abbruch der bestehenden Kindertagesstätte und den Neubau im westlichen Teil des 1334 Quadratmeter großen Geländes vor, das der Kirchengemeinde gehört, für das die Zivilgemeinde jedoch ein Erbbaurecht hat. Das denkmalgeschützte Backsteingebäude an der Ecke, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, wollen alle drei Architektenbüros auch künftig als Wohnhaus nutzen. Die Kita wird von den drei Büros entweder zwei- oder dreigeschossig mit einem Zugang von der Bleichstraße aus geplant.

Von allen drei Vorschlägen favorisiert der Gemeindevorstand den des Architekturbüros sdks aus Darmstadt mit drei nebeneinander versetzten rechteckigen Gebäuden parallel zur Bleichstraße. "Der Vorentwurf weist die höchste architektonische und insbesondere städtebauliche Qualität aus. Die Funktionsbereiche sind am besten gelöst, im Gebäude klar zoniert und übersichtlich angeordnet. Die Orientierung im Gebäude wird vereinfacht", heißt es in der Vorlage des Gemeindevorstands. Auch der Montessori-Arbeitskreis habe sich für diesen Vorschlag ausgesprochen, teilt die Verwaltung mit. Nicht weiter verfolgt werden sollen hingegen die Vorentwürfe der Büros Beckmann und Frech sowie des Hattersheimer Architekten Kulla. Deren Überlegungen fügen sich nach Ansicht des Gemeindevorstands "nicht so gut in die umgebende Bebauung ein und lassen die denkmalgeschützte Bausubstanz nicht angemessen zur Geltung kommen".

Bei dem Büro sdks, das bereits die neu Kita an der Rossertstraße geplant und umgesetzt hat, hat den Gemeindevorstand die versetzten Baukörper überzeugt, die sich "lebhaft in das Ortsbild einfügen". Außerdem orientiert sich die Dachform an den umliegenden Nachbarbauten. Dass das denkmalgeschützte Gebäude freigestellt und damit besser wahrnehmbar ist, hebt der Gemeindevorstand ebenfalls als Pluspunkt hervor, wie auch die gut gegliederte innere Erschließung. Wichtig sei zudem, dass die Stellplätze vor der Einrichtung erhalten bleiben, was allerdings auch die anderen Büros so geplant hatten.

Nach dem vom Montessori-Arbeitskreis erarbeiteten Raumprogramm soll das Kinderhaus mit etwa 40 Kindern das Erdgeschoss belegen. Für die Krippe Monte Pikolino ist das Obergeschoss mit großzügiger Dachterrasse vorgesehen.

In den geschätzten Gesamtkosten liegt der vom Gemeindevorstand favorisierte Entwurf von sdks mit 3,2 Millionen Euro über der Kostenkalkulation von Kulla (2,86 Millionen Euro) und unter der von Beckmann und Frech (3,95 Millionen Euro).

Die Fraktionen haben sich im Planungsausschuss dem Vorschlag des Gemeindevorstands angeschlossen, den Vorentwurf der Darmstädter Architekten als Grundlage für die weiteren Planungen zu nehmen. Einig sind sich alle Beteiligten allerdings auch, dass vor der endgültigen Beschlussfassung noch einige offene Fragen zu klären sind. Insbesondere die Kostenschätzung für die Sanierung des denkmalgeschützten Wohnhauses beinhaltet erhebliche Unsicherheiten, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek am Montagabend im Planungsausschuss. Dies betreffe die Kosten für den Abbruch des Anbaus, die Wiederherstellung der Dachkonstruktion, einschließlich Wärmedämmung und Deckung sowie das Verschließen der Fassade. Hier sei es notwendig, genaue Untersuchungen vorzunehmen und den Umfang der Sanierung mit der Denkmalschutzbehörde abzustimmen. Auch die vorhandene Stützmauer des Geländes zum Schwarzbach soll statisch genau untersucht werden. Ulrike KLeinekoenen

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