Aus dem wandgroßen Foto in ihrem Büro, in dem sich das Sonnenlicht durch die Bäume bricht, ziehe sie ihre "positive Energie vom Schreibtisch aus", sagt Elke Wetterau-Bein - und strahlt. Foto: van de Loo
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Aus dem wandgroßen Foto in ihrem Büro, in dem sich das Sonnenlicht durch die Bäume bricht, ziehe sie ihre "positive Energie vom Schreibtisch aus", sagt Elke Wetterau-Bein - und strahlt. Foto: van de Loo

Schule

Die neue Direktorin der Krifteler Weingartenschule ist keine Unbekannte

Nach einem Jahr Vakanz wurde jetzt Elke Wetterau-Bein mit der Schulleitung beauftragt. An der Gesamtschule unterrichtet die Kriftelerin schon seit 20 Jahren.

Kriftel -Nach einem Jahr Vakanz gibt es wieder eine "richtige" Schulleiterin an der Weingartenschule (WGS) . Und sie ist keine Unbekannte. Nach dem Weggang von Silvia Schmidt war Elke Wetterau-Bein bereits seit einem Jahr kommissarische Leiterin der Krifteler Gesamtschule. Am 20. Mai wurde sie vom leitenden Schulamtsdirektor Tobias Deitrich offiziell mit dem Amt der Schulleiterin beauftragt.

1958 im hessischen Plankenbach geboren und in der Nähe von Bad Hersfeld aufgewachsen, lebt Elke Wetterau-Bein seit 1990 in Kriftel. "Für mich eine echte Wohlfühlgemeinde", sagt die Schulleiterin, die in ihrer Freizeit gerne sportlich aktiv ist und als Genussmensch leidenschaftlich kocht. Zudem ist sie stellvertretende Leiterin des Kulturforums.

Elke Wetterau-Bein studierte in Gießen zunächst Chemie bis zum Vordiplom, um dann "dem Herzen folgend" auf Lehramt für Chemie und Sport umzusteigen. Nach dem Referendariat in Bad Hersfeld hatte die Familie Vorrang. Mit dem ältesten ihrer beiden inzwischen erwachsenen Söhne startete sie im Jahr 2000 an der Weingartenschule.

Zunächst als Studienrätin in Teilzeit fühlte sich die tatkräftige Pädagogin bald immer tiefer mit der Schule verbunden. Gleichzeitig wuchs in ihr der Wunsch, die Schule aktiv mitzugestalten. Es folgten 2009 die Ernennung zur Oberstudienrätin, bald darauf die Berufung in das Schulleitungsteam als Leiterin des Gymnasialzweiges und im Jahr 2014 das Amt der stellvertretenden Schulleiterin. Als zielstrebige Führungskraft wusste sie immer: Wer mitgestaltet, kann auch das Ruder herumreißen und Fehler der Vergangenheit korrigieren. "Es gab auch schwere Zeiten an der WGS", räumt Wetterau-Bein ein. "Wir hatten vor zehn Jahren weniger als 600 Schüler, das gab uns schon zu denken." Durch dieses Tal musste sich die Schule durchkämpfen.

Ihr schönster Tag an der WGS, erinnert sich Wetterau-Bein, war deshalb der Tag der offenen Tür im letzten Jahr, als mehrere Eltern fragten, was sie tun müssten, damit ihre Kinder auf die WGS kommen könnten. "Da wusste ich, wir sind aus dem Gröbsten heraus", resümiert sie. Heute hat die Schule an die 900 Schüler, Tendenz steigend.

In nächster Zukunft möchte sie das offizielle WGS-Schulmotto: "Wir. Gemeinsam. Stark." mit Leben füllen. Auch will sie die Schule wieder stärker in der Gemeinde integrieren. Ohne Teamgeist gehe es natürlich nicht. Da sei sie besonders stolz auf ihr Schulleitungsteam, mit dem sie hervorragend zusammenarbeite und auf das sie sich stets verlassen könne wie auch auf das Kollegium, das sie jederzeit unterstützt.

Die neue Direktorin schaut auch schon nach vorne: "Der Digitalisierung gehört die Zukunft". IT-Beauftragter Markus Preis gebe hier die Richtung vor. "Jeder Klassenraum soll mit Beamer und Whiteboards ausgerüstet werden, jeder Kollege mit dem Tablet unterrichten können." Auch die Schüler sollten ein Schul-Tablet haben, wenn es nach ihr geht. Aber sie bleibt realistisch. Da sei die Politik gefragt, was gehe und was nicht.

Durch die Corona-Krise hätten Schüler und Kollegen viel gelernt. Als Zukunftsmodell wünscht sich Wetterau-Bein: kleine Klassen, fokussierten Unterricht. Ein Teil der Schüler habe Präsenzunterricht und der andere lerne währenddessen zu Hause am Bildschirm. Das bringe Qualität statt Quantität, ist sie überzeugt. Alexander van de Loo

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