Gabriele Kortenbusch und ihr Chef, Kriftels Bürgermeister Christian Seitz. FOTO: gk
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Gabriele Kortenbusch und ihr Chef, Kriftels Bürgermeister Christian Seitz.

Soziales

"Oft bin ich auch Begleiterin und Seelsorgerin"

Seit zehn Jahren arbeitet die Diplompädagogin Gabriele Kortenbusch als Seniorenberaterin im Krifteler Rathaus

Kriftel -"Mit der Einführung der Seniorenberatungsstelle vor zehn Jahren haben wir auf den Wandel in der Bevölkerungsstruktur reagiert", sagt Bürgermeister Christian Seitz. "Die Seniorenberatung soll ältere Menschen dabei unterstützen, möglichst selbstbestimmt und selbstständig zu leben." Aber auch Angehörige und andere Bezugspersonen, Ehrenamtliche und Bürger mit Anliegen zum Thema Alter gehören längst zum "Kundenstamm" von Gabriele Kortenbusch. "Die Beratung ist freiwillig, vertraulich und kostenfrei", lässt Rathaussprecherin Tina Schehler wissen.

Seit Juni 2011 ist die Diplompädagogin Kortenbusch im Rathaus als Seniorenberaterin tätig. Das Besondere: Sie macht auch Hausbesuche. Zunächst war ihr Arbeitsplatz zwar im Rathaus, aber sie war beim DRK angestellt. 2020 wurde dann eigens eine Stelle bei der Gemeinde für sie geschaffen.

"Ich bin nicht nur Beraterin, sondern oft auch Begleiterin und Seelsorgerin", erzählt sie. Rund die Hälfte der Gespräche führt sie mit Angehörigen - gerade wenn es sich um Themen wie Demenz oder Pflegebedürftigkeit handele. "Es geht darum, einen Weg aufzuzeigen. Ich möchte Hilfe zur Selbsthilfe geben", sagt Kortenbusch. Sie höre gerne zu, versuche sich in die Person und Situation hineinzuversetzen. "Dann trete ich heraus, um Lösungen für Probleme zu finden, Mut zu machen oder Trost in scheinbar ausweglosen Situationen zu geben."

Die Inhalte der Beratung decken ein breites Spektrum ab: Hilfe und Pflege zu Hause, Dienste der ambulanten, teilstationären und stationären Altenhilfe, finanzielle Hilfen, rechtliche Vorsorge, Entlastung für Angehörige, Umgang mit Demenz und psychischen Erkrankungen, Wohnen im Alter, soziale Kontakte, Ehrenamt, Freizeit und Kultur. Gespräche in schwierigen Lebenslagen gehören dazu, aber auch konkrete Hilfeleistungen werden vermittelt sowie Behördenangelegenheiten geregelt.

"Es kommen zum Teil Menschen in die Beratung, die hoch belastet sind mit Problemen, die hinter dem eigentlichen Anliegen verborgen sind. Das können Probleme aus früheren Lebensphasen sein, Konflikte in der Partnerschaft oder Familie, finanzielle Probleme oder der erschwerte Umgang mit an Demenz erkrankten Angehörigen", erzählt Kortenbusch. "Manchmal geht es auch nur noch um das gemeinsame Aushalten einer leider unveränderbaren Situation."

Corona habe ihre Arbeit noch einmal verändert. Hier hat sie ehrenamtliche Hilfsangebote, zum Beispiel beim Einkaufen, beim Gang zur Apotheke oder bei der Fahrt ins Impfzentrum koordiniert. "Auch meine Idee, einsamen Menschen jeden Alters mit einer Telefonpartnerschaft zu helfen, kam gut an", freut sie sich.

Die Seniorenveranstaltung schlechthin in Kriftel ist übrigens der "Kreppelkaffee" in der Fastnachtszeit, zu dem die Gemeinde seit vielen Jahren alle Senioren ab 65 Jahren (etwa 800 nehmen teil) zu einem Ausschnitt aus dem Bühnenprogramm des Krifteler Karneval Klubs in die Schwarzbachhalle einlädt.

Wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen gesellen sich eine ganze Reihe schöner Angebote für ältere Menschen dazu - wie etwa die Hocker-Gymnastik, der ehrenamtliche Besuchsdienst oder der Stammtisch, den seine Teilnehmer liebevoll "Babbelrunde" nennen. Außerdem bietet die Seniorenberatung in Kooperation mit dem Familienzentrum Projekte über die Beratungsarbeit hinaus an, wie das Café Pause für pflegende Angehörige.

Noch ein Blick nach vorne: Im Oktober referiert Dr. Peter Ellefret über das Thema "Erben und Testament". Und: Für Menschen, die auf den Rollator angewiesen sind, hat Kortenbusch ein Training organisiert: "Mit dem Rollator sicher Bus fahren". red

Kontakt Gabriele Kortenbusch erreicht man unter Tel.: (0 61 92) 40 04-26 oder per E-Mail an die Adresse gabriele.kortenbusch@kriftel.de

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