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"Pudelwohl" verabschiedet sich mit Wehmut

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Von: Ulrike Kleinekoenen

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Manfred Schmidt, Dieter Schwab, Hans Fraßmann und Dieter Schindler sind leidenschaftliche Kegler.
Manfred Schmidt, Dieter Schwab, Hans Fraßmann und Dieter Schindler sind leidenschaftliche Kegler. © ulk

Betrieb der Kegelbahn in der Schwarzbachhalle wird mit der Schließung des Restaurants eingestellt - für immer ?

Kriftel -Am morgigen Donnerstag wird Dieter Schwab zum letzten Mal um 16 Uhr die Marken in den Automaten der Kegelbahn in der Schwarzbachhalle einwerfen. Für die Mitglieder der privaten Kegelrunde, die sich 2005 unter dem Namen "Pudelwohl" gegründet hat, heißt es Abschied nehmen von der Bahn. Wenn am 31. März der langjährige Pächter des Restaurants, Bernd Müller, aufhört, wird auch die Kegelbahn geschlossen. Zumindest vorerst, ob für immer, das ist noch unklar. Das Restaurant wird mindestens bis Ende des Jahres geschlossen bleiben, da die Küche von Grund auf saniert werden muss. Während der Bauphase werde die Bahn auf jeden Fall nicht betrieben, erklärt der Erste Beigeordnete Franz Jirasek auf Nachfrage. Und ob später nach dem Umbau wieder auf alle Neune gezielt wird, das ist fraglich.

Eigentlich funktioniere ja noch alles, vor allem der Rücklauf der Kugeln, sagt Dieter Schwab. Nur die Steuerung hat ihre Altersschwäche und zeigt nicht mehr genau an, wie viele Kegel gefallen sind. "Da gibt es auch keine Ersatzteile mehr", wissen die Hobbykegler um die Problematik. Sicher ist auch, dass die Gemeinde nichts mehr in den Erhalt der Bahnen investieren wird.

Deren Nutzung ist mit den Jahren immer weiter zurückgegangen. Vor allem, nachdem der Kegelclub "Gut Holz", der die Bahn in seiner Blütezeit, als die Mannschaften zu Turnieren angetreten sind, am meisten belegte, sich vor zwei Jahren aufgelöst hat. Geblieben sind als Erinnerung noch die vielen Pokale in den Vitrinen neben der Bahn. Der ehemalige "Gut Holz"-Vorsitzende Kurt Mitternacht denkt gerne an die Geselligkeit zurück, doch weiß auch er, dass das Kegeln ein aussterbender Sport ist, der seine Reize gegenüber beliebten Konkurrenzangeboten verloren hat. Waren früher jeden Abend beide Bahnen belegt, so sind die Tage selten, an denen nebeneinander gekegelt wird. Drei bis vier Mal die Woche wird mal eine Bahn genutzt.

Mögliches Ausweichquartier schon ins Auge gefasst

Und auch Corona mit seinen Beschränkungen, hat den Gruppen Zwangspausen verordnet, die teilweise zur Auflösung führten. "Pudelwohl" hat sich gehalten, auch wenn man sich in der Pandemie den Regeln fügen musste, und jeder Mitspieler pro Treffen immer die gleiche Kugel bekam. Zum Abschied wollen sich morgen noch mal alle neun Mitglieder in der Schwarzbachhalle treffen, auch das inzwischen verzogene Gründungsmitglied Günter Kaiser hat sein Kommen angekündigt. Dieter Schwab hat sich bereits nach einem Ausweichquartier umgeschaut, die Chancen stehen gut, dass man demnächst in der Hofheimer Stadthalle kegelt.

Ob die Hobbykegler noch mal in die Schwarzbachhalle zurückkehren, wird die Zukunft zeigen. Für Sanierung und Renovierung des Restaurants ist der Raum der Bahn zunächst einmal nicht eingeplant. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass er eventuell für Lager gebraucht wird , sagt Jirasek. Eine Hoffnung für "Pudelwohl" und die wenigen anderen Kegelgruppen könnte es geben, wenn der neue Pächter, den die Gemeinde noch sucht, die Bahn weiter betreiben will.

Doch so weit ist man noch nicht. Wenn Küchenplaner und Architekt ihre Ergebnisse über den Sanierungsaufwand dargelegt haben und auch eine Kalkulation der Kosten vorliegt, werden die Gemeindevertreter sich bei einem Ortstermin ein Bild machen. Parallel wird die Gemeinde die Suche nach einem neuen Pächter intensivieren. Ob und welche Renovierungs- und Umbauarbeiten im Restaurant erforderlich sind, soll mit dem neuen Betreiber dann besprochen und verhandelt werden.

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