Rettung aus dem Eisgefängnis

Beim Filmdreh in der Projektwoche der Kita Kinderplanet ist die Stärkung der Medienkompetenz das Ziel. Der Spaß kommt dabei aber auch nicht zu kurz.

Von Martina Weyand-Ong

„Juchhu – wir haben den Hugo befreit“, jubeln die elf Darsteller vom „Kinderplanet“ am Ende ihres ersten eigenen Films. Vorausgegangen ist diesem glücklichen Ende der klassische Kampf von Gut und Böse sowie Groß und Klein, in dessen Rahmen die große Eiskönigin Anne und deren Schwester Zara von dem kleinen Hugo so genervt sind, dass sie ihn in ein Eisgefängnis einsperren. Mit Hilfe von Ritter Sven, Cowboy Collin, Polizistin Sankriti, Feuerwehrmann Caius, Leopard Zhen und dem guten Spiderman Jacub kann Hugo aber aus dem Eisgefängnis gerettet werden. Ihre Gegner sind der böse Spiderman Ajas und die Löwin Nadja.

Am Ende des anstrengenden dreistündigen Drehtages wird kurz vor dem Mittagessen erst einmal tüchtig Luft abgelassen und herumgetobt in dem zum Filmstudio umfunktionierten Mehrzweckraum. Danach wollen die Kinder aber zumindest schon einmal in ein paar Szenen hineinschauen. Sie ziehen ihre Fastnachtskostüme aus, die sie von zu Hause mitgebracht haben und setzen sich auf die bereitgestellten Bänke. Es wird viel gegickelt und gelacht. „Nicht so schnell“, fordern all die Darsteller ihr Recht ein, bei bestimmten Szenen, den Schnelldurchlauf zu stoppen, in denen sie ihren Auftritt hatten.

Die fünf- bis sechsjährigen Kita-Kinder nehmen seit Dienstag an einer Projektwoche teil, die von der Einrichtung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation ausgerichtet wird. Das Kita-Team hat für die Projektwoche zwei Gruppen mit je rund 15 der älteren Kinder der Einrichtung gebildet. Der Kindergarten hat insgesamt 70 Plätze für Kinder ab zwei Jahren. Sinn und Zweck dieser Projektwoche ist es, die Kinder zu stärken im Hinblick auf ihr Medienverhalten und den täglichen Medienkonsum. Und das ist bitter nötig, denn Smartphones und Tablet-Computer gehören inzwischen neben dem Fernseher zwar auch schon ganz selbstverständlich zu der Lebenswelt der Jüngsten in der Gesellschaft. „Die Kinder halten aber noch oft das, was sie in den Medien sehen, für die bare Realität“, betonen Institutsbildungsreferentin Cordula Kahl und Kita-Leiterin Ruperta Kilian.

Seit dem Drehtag wissen die Kinder, dass im Film alles inszeniert ist. Und mit einem bestimmten „Zaubertrick“ kann man Darsteller sogar „verschwinden“ lassen oder eben auch wieder herzaubern. Dank der Filmtechnik ist vieles möglich. Die Darsteller haben jetzt auch verstanden, dass vieles, was mal gedreht wurde, im fertigen Film gar nicht zu sehen ist, wie beispielsweise die Szenen, in denen sie sich jeweils für die Einstellung aufgestellt haben. Außerdem haben sie bei der Arbeit mit der Videokamera gelernt, dass es einen Aus-Knopf gibt, den man durchaus auch zu Hause am Fernsehen benutzen kann. Und die Kinder haben die Erkenntnis mitgenommen, dass man solche Projekte wie den Film nur gemeinsam mit einer Gruppe auf die Beine stellen kann.

Heute wird Hugos Abenteuer in der Kita vorgeführt, das von Bildungsreferentin Cordula Kahl noch mit spannender Musik und einigen anderen Spezialeffekten unterlegt worden ist, als sie den Film am Computer nachbearbeitete und ihm den Feinschliff gab. Auch die andere Gruppe hat einen Film gemacht. Beides wird beim Elternabend am 10. Februar präsentiert werden, der gleichzeitig den Abschluss des Medienkompetenz-Projekts darstellt. Denn dabei wird auch der Medienkonsum der Eltern ein Thema sein, die auch im neuen Medienzeitalter immer noch Vorbilder für ihre Kinder sind.

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