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Der Krifteler Obstbauer Berthold Heil sitzt in einem Erdbeerfeld und zeigt die noch unreifen Früchte. Etwa eine Woche noch, dann sind auch in Kriftel die ersten Beeren rot und reif.

Beliebte Frucht

Zum Saisonstart: Alles, was man über Erdbeeren wissen muss

Mit ihrem aromatischen Duft, dem leuchtenden Rot und vor allem ihrem süßen Geschmack zählt die Erdbeere zu den beliebtesten Früchten in Deutschland. Gestern ist die Saison offiziell in Hessen eröffnet worden. Wir haben über die leckeren Früchte mit einem Fachmann aus Kriftel geredet.

Den Beinamen „Obstgarten des Vordertaunus“ trägt Kriftel – und Berthold Heil gehört zu dessen langjährigen Gärtnern. Der Landwirt züchtet und verkauft seit 50 Jahren frisches Obst und selbstverständlich auch Erdbeeren.

Welche Rolle spielt das Wetter?

Die Wetterverhältnisse spielen natürlich eine große Rolle, wenn es um den Anbau von Erdbeeren geht. „Im vergangenen Jahr hat uns der Spätfrost vom 19. und 20. April die Ernte von drei bis vier Wochen weggenommen“, berichtet Heil. Diesbezüglich vermeldet der Deutsche Wetterdienst aktuell Positives. Mit der Rückkehr vom Frost ist nicht mehr zu rechnen, doch darüber hinaus lauern zwei andere Gefahren: Trockenheit und zu große Hitze. Klar, ohne die richtige Bewässerung wächst nichts. Bei zu großer Hitze wachsen die Pflanzen dagegen zu schnell. „Außerdem bedroht dann Sonnenbrand die Ernte“, erklärt Heil.

Abgesehen vom Wetter – worauf gilt es beim Anbau noch zu achten?

Berthold Heil schwört auf den Freilandanbau und entscheidet sich damit gegen die Zucht im sogenannten Folientunnel. Ähnlich wie in einem Gewächshaus sorgen auch die Dämmfolien für ein durchgehend gutes Klima und ermöglichen eine frühere Ernte. Etwa 14 Tage eher kann man bei dieser Variante mit dem Ertrag rechnen. „Die Erdbeeren aus dem Folientunnel sind sicherlich auch nicht schlecht, aber mir schmecken die aus dem normalen Anbau einfach besser“, sagt Heil. Letztlich sei der wichtigste Faktor aber die Auswahl der richtigen Sorte. Erdbeeren sind nämlich nicht gleich Erdbeeren: Es gibt zahlreiche Arten und Unterarten, die sich in puncto Farbton, Größe, Konsistenz und Geschmack unterscheiden. Heil hat für diese Saison zehn verschiedene Sorten angebaut, sein persönlicher Liebling ist die Korona-Erdbeere. Sie ist ein Abkömmling der Sorte Senga-Sengana, die wiederum in den 1950ern gezüchtet wurde. „Die Korona-Erdbeere hat ein ganz tolles Aroma“, versichert Heil.

Warum sollte man Erdbeeren regional und saisonal kaufen?

Wer gar nicht genug von dem köstlichen Rosengewächs bekommt, der hat im Prinzip rund um das Jahr die Möglichkeit, Erdbeeren zu kaufen. Schon seit einigen Wochen locken beispielsweise Erdbeeren aus dem Ausland in den Supermärkten. Geschmacklich könnten diese aber nicht mit den in der Region angepflanzten Früchten mithalten, beteuert Heil. „Erdbeeren aus Spanien werden etwa frühreif gepflückt, damit sie den Transport nach Deutschland überstehen“, sagt der Experte. Zwar würden sie während der Fahrt noch etwas nachreifen, doch an die deutsche Erdbeere kämen sie im Geschmacksvergleich nicht heran.

In welcher Form kommt die Erdbeere auf den Tisch?

Wie man die kleine, rote Frucht am liebsten verzehrt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Berthold Heil „nascht“ bevorzugt direkt vom Acker, wie er gesteht. „Aber wenn der Stress während der Ernte das nicht zulässt, dann freue ich mich immer aufs Wochenende. Dann gibt es in der Regel die Erdbeertorte mit frischer Schlagsahne“, sagt Berthold Heil. „Bei dem Gedanken daran läuft mir schon jetzt das Wasser im Munde zusammen.“ Damit ist er sicherlich nicht allein.

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