Der Platz neben den Sportplätzen ist noch nicht soweit hergerichtet, dass die Mobile Homes aufgestellt werden können.
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Der Platz neben den Sportplätzen ist noch nicht soweit hergerichtet, dass die Mobile Homes aufgestellt werden können.

Flüchtlinge im MTK

Schwalbach hilft Kriftel aus der Patsche

  • Ulrike Kleinekoenen
    vonUlrike Kleinekoenen
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Der Kreis ist einverstanden. Die ersten Asylbewerber kommen nun voraussichtlich am 22. Februar.

Der Zeitplan war von Anfang an sehr ehrgeizig gewesen. Und in der vergangenen Woche deutete sich schon an, dass es ganz eng werden würde. Nun ist klar: Die Gemeinde wird es nicht schaffen, rechtzeitig die 30 mobilen Heime auf der Fläche neben den Sportplätzen aufzustellen, damit dort am 15. Februar Flüchtlinge einziehen können.

Nun ist eine Lösung gefunden worden – ein Parade-Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit: Die Stadt Schwalbach wird in die Bresche springen und am kommenden Montag die Flüchtlinge aufnehmen, die eigentlich Kriftel zugewiesen werden sollten. „Ist doch klar, dass wir helfen. Wir haben ja jetzt den Platz“, sagte Schwalbachs Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) gestern im Gespräch mit dem Höchster Kreisblatt.

Im Atrium, in dem Platz für gut 100 Asylbewerber ist, sind am vergangenen Montag erst 23 Flüchtlinge eingezogen, weitere, auch die, die ursprünglich nach Kriftel sollten, können folgen. Ein ganz großes Dankeschön senden deshalb Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete Franz Jirasek nach Schwalbach für die schnelle und unbürokratische Hilfe.

Den Kriftelern wurde somit wahrlich aus der Patsche geholfen. Nicht allein, dass die Fläche erst einmal für diese sogenannten Mobile Homes hergerichtet werden musste. Das über 3700 Quadratmeter große Gelände musste auch erschlossen werden, Wasserleitungen und Kanäle sind dort inzwischen verlegt, aber wegen des starken Regens Anfang der Woche konnte das Areal zunächst nicht wie geplant geschottert werden. „Dadurch haben wir einen ganzen Tag verloren“, erklärt Jirasek.

Der Main-Taunus-Kreis ist über die Absprache zwischen Kriftel und Schwalbach informiert und damit einverstanden. Seitens des Kreises wird man nun eine Woche später, am Montag, 22. Februar, mit der Direktzuweisung von Asylbewerbern nach Kriftel beginnen. Im Rathaus rechnet man damit, dass dann zwischen 70 und 80 Flüchtlinge kommen werden.

Die Zahlen können sich bis dahin aber immer noch ändern. Beim Main-Taunus-Kreis hat sich die Situation in den vergangenen beiden Wochen etwas entspannt: Statt wöchentlich 70, teilweise sogar 100 Personen sind es derzeit rund 30 Neuankömmlinge pro Woche, die untergebracht werden müssen. Ob dies jetzt so bleibt, das weiß allerdings niemand zu sagen.

Bis zum 22. Februar müssen die mobilen Unterkünfte in Kriftel also bezugsfertig sein. Das ist zu schaffen. Es darf nur bei den weiter anstehenden Arbeiten nichts Größeres dazwischenkommen. „Ich gehe davon aus, dass wir morgen mit dem Transport der ersten Mobile Homes von ihrem derzeitigen Standplatz auf die Fläche neben dem Sportplatz beginnen können“, sagt der Erste Beigeordnete gestern. Die großen Wagen werden dann in Schrittgeschwindigkeit durch die Gemeinde rollen.

Nach ihrer Ankunft auf der Fläche neben dem Sportplatz müssen die Mobile Homes nach ihrer Ausrichtung mit Steinen unterbaut und abgestützt werden, damit sie einen festen Stand haben. Es gibt noch viel zu tun und es sind noch unzählige Einzelheiten zu klären, bevor die ersten Häuschen bezugsfertig sind.

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