Vorbehalte gibt es in der Obstbaugemeinde gegen einen Radschnellweg, der über Krifteler Gemarkung führen soll. Foto: DPA
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Vorbehalte gibt es in der Obstbaugemeinde gegen einen Radschnellweg, der über Krifteler Gemarkung führen soll. Foto: DPA

Verkehr

SPD: MTK soll den Bau des Radschnellwegs anschieben

  • Ulrike Kleinekoenen
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Kriftel will sich finanziell nicht an der Machbarskeitsstudie für Radschnellweg Frankfurt-Wiesbaden beteiligen. Hier soll der Main-Taunus-Kreis einspringen, fordert die SPD-Kreistagsfraktion.

Kriftel -Mit der Entscheidung des Gemeindevorstands, dass sich Kriftel zunächst einmal nicht finanziell an der Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Frankfurt-Wiesbaden beteiligen möchte, wird sich auch der Kreistag in seiner nächsten Sitzung am kommenden Montag, 7. September, beschäftigen. Die SPD-Kreistagsfraktion erklärt dazu: "Wenn Kriftel auf die Bremse tritt, muss eben der MTK anschieben."

Die SPD-Kreistagsfraktion sei zunächst einmal überrascht von der Entscheidung der Krifteler Gemeindevertretung, aus der Finanzierung der Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg "FRM3" auszusteigen, erklärt die Fraktion in einer Pressemitteilung. Sie fordert deshalb in einem Antrag den Kreis auf, hier einzuspringen, um unnötige Verzögerungen bei der weiteren Umsetzung des breit gewünschten Vorhabens zu verhindern.

"Wir können die Entscheidung der Krifteler Gemeindevertretung nicht nachvollziehen. Die Machbarkeitsstudie soll doch ergebnisoffen die Möglichkeit der Umsetzung des Radschnellwegs prüfen, der ausdrücklich von vielen Menschen im Main-Taunus-Kreis gewünscht wird", stellt Philipp Neuhaus, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, fest. Selbst wenn in der Gemeinde Bedenken gegen einen Radschnellweg durch Krifteler Gemeindegebiet bestehen, sei es ja gerade Zweck die Studie, diese aufzunehmen und zu schauen, was machbar ist.

Anstoß zu einem Sinneswandel geben

Der Radschnellweg soll Wiesbaden mit Frankfurt verbinden und dabei auf einer Länge von knapp 40 Kilometern Hattersheim, Hofheim und Kriftel im Kreisgebiet anschließen. Für viele Menschen würde eine solche gut ausgebaute und kreuzungsarme Radverbindung im Ballungsgebiet eine attraktive Mobilitätsalternative darstellen, ist die Kreis-SPD sicher.

"Für uns ist es absolut nicht akzeptabel, wenn der MTK nun aber im ,Rennen der Radschnellwege' schon im Startblock steckenbleibt, weil eine Gemeinde auf der Bremse steht", stellt Neuhaus klar. "Wir fordern die Kreisspitze auf, dringend Gespräche mit der Gemeinde Kriftel zu führen, um noch einen Sinneswandel anzustoßen." Ansonsten müsse der Kreis eben selbst aktiv werden und zumindest vorleistend für den Krifteler Anteil einspringen. Der Radschnellweg im MTK dürfe nicht gegenüber anderen Projekten ins Hintertreffen geraten und so möglicherweise bei der Umsetzung zurückgestellt werden.

Die SPD stellt deshalb den Dringlichkeitsantrag: "Wenn im Rahmen des Kreisinvestitionsfonds Gelder im sechsstelligen Bereich für Projekte mit weitaus weniger kreisweiter Relevanz fließen, sollte der Krifteler Kostenanteil von 6250 Euro für den Kreis zu stemmen sein." Bislang beteiligt sich der MTK lediglich mit 2500 Euro an der Machbarkeitsstudie. "Für einen Kreis, der sich die Radmobilität so auf die Fahnen schreibt wie der MTK, ist das nicht gerade eindrucksvoll", findet Neuhaus, "wir hätten uns auch gut vorstellen können, dass der Main-Taunus-Kreis die Kosten für die Machbarkeitsstudie komplett trägt, um ein Zeichen für die Radmobilität zu setzen und dieses wichtige Verkehrsprojekt konzentriert voranzubringen".

Am kommenden Donnerstag wird sich bereits die Krifteler Gemeindevertretung mit dem Thema beschäftigen. Die Grünen haben zu der Sitzung einen Antrag eingereicht und fordern, dass die Kommune ihren Anteil doch zahlt. Im Haupt- und Finanzausschuss hatte der Erste Beigeordnete Franz Jirasek (parteilos) noch einmal klar gestellt, dass sich Kriftel keineswegs der Studie verweigern wolle. Die Gemeinde habe nur grundsätzlich Einwände gegen die Verteilung der Kosten. Diese Bedenken hätten in den Ausschüssen und in der letzten Gemeindevertretung alle Fraktionen geteilt, so Jirasek, der noch ankündigte, dass im September ein Gespräch mit Vertretern aller beteiligten Kommunen beim Regionalverband stattfindet. ulk

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