So war das vor einem Jahr: Radfahrer sind bei der Eröffnung von Hessens erstem Radschnellweg bei Egelsbach unterwegs.
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So war das vor einem Jahr: Radfahrer sind bei der Eröffnung von Hessens erstem Radschnellweg bei Egelsbach unterwegs.

Verkehr

Studie für Radschnellweg: Kriftel will nicht zahlen

  • Ulrike Kleinekoenen
    vonUlrike Kleinekoenen
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Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek sagt: Der Regionalverband hatte die Idee und soll bitteschön auch die Kosten tragen. Es geht um keine Riesensummen, sondern um 6250 Euro.

Kriftel -Insgesamt neun Radschnellwege sollen den Raum Frankfurt künftig mit anderen Städten in der Region verbinden. Neben dem Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt, der bereits gebaut wird, soll es künftig auch einen zwischen Wiesbaden und Frankfurt geben. Der sogenannte Wiesbadener Radschnellweg soll auch über die Hofheimer und Krifteler Gemarkung führen. Doch zuvor will der Regionalverband eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Darin soll untersucht werden, in welcher Ausbauqualität eine solche Radverbindung realisiert werden kann. Zum anderen soll anschließend auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse eine Trassenführung erarbeitet werden.

Der für den Bau der Rad-schnellwege zuständige Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main rechnet für die Studie mit Kosten von rund 100 000 Euro. Die Hälfte soll das Land Hessen beisteuern, der Rest soll auf die beteiligten Kommunen Frankfurt (12,5 Prozent), Hattersheim (6,25), Hofheim (12,5), Wiesbaden (12,5) und Kriftel (6,25) umgelegt werden. Der Kreis soll 2500 Euro dazu geben.

Die Obstbaugemeinde wäre mit 6250 Euro dabei. Keine Unsumme - aber alle Fraktionen in der Krifteler Gemeindevertretung nahmen ohne Einwände zur Kenntnis, dass der Gemeindevorstand beschlossen hat, sich zunächst erst einmal nicht an den Kosten für die zu beauftragende Machbarkeitsstudie zu beteiligen. Es sei eigentlich üblich, dass der Ideengeber solche Kosten übernimmt, erklärte der Erste Beigeordnete Franz Jirasek im Planungsausschuss. Da es sich um ein überregionales Verkehrsprojekt handelt, sollten die gesamten Kosten der Studie, wie in anderen vergleichbaren Fällen üblich, vom Land oder dem Regionalverband getragen werden. Der Erste Beigeordnete ließ auch durchblicken, dass der Gemeindevorstand "etwas reserviert" dem Bau des Radschnellweges gegenüber steht, da zu befürchten sei, dass wertvolle Flächen für den Obstbau und auch andere landwirtschaftlich genutzte Flächen den breiten Radwegetrassen geopfert werden müssten. Neben der Versiegelung drohe auch, dass zusammenhängende Flächen möglicherweise zerschnitten würden.

Das letzte Wort, ob die Gemeinde sich finanziell beteiligt, sei zwar noch nicht gesprochen; "wir müssen eventuell noch mal schauen, wie wir mit den Kosten umgehen", so Jirasek. Aber das Signal, dass die Kommune nicht einfach an den Kosten zu beteiligen sei, wolle man schon mal in Richtung Regionalverband geben.

Ganz ausklinken will sich Kriftel aus dem Kooperationsvertrag, der zwischen den Kommunen und dem Regionalverband abgeschlossen werden soll, sowieso nicht. Die Gemeinde werde sich als Projektpartner mit einbringen, sowohl im Lenkungskreis, bestehend aus den zuständigen Dezernenten der Kommunen, des Main-Taunus-Kreises und des Regionalverbandes sowie in einer Projektgruppe, die sich aus Verwaltungsmitarbeitern der beteiligten Projektkommunen zusammensetzt. Ulrike Kleinekoenen

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