Schon seit zwei Jahren wartet die Kommune auf die Fußgängerampel über die Landstraße L 3011. Foto: ulk
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Schon seit zwei Jahren wartet die Kommune auf die Fußgängerampel über die Landstraße L 3011. Foto: ulk

Verkehr

Unfall-Kreuzung in Kriftel bleibt ein Ärgernis

  • Ulrike Kleinekoenen
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Hessen Mobil hat erneut die Installierung einer Fußgängerampel an der Kreuzung Gutenbergstraße/L 3011 verschoben

Kriftel -Franz Jirasek fühlt sich von Hessen Mobil "hintergangen". Und dies hat Kriftels Erster Beigeordneter der Straßenbaubehörde in Wiesbaden vergangene Woche auch so deutlich mitgeteilt und dies auch noch mit der Aufforderung verbunden, die Querung doch noch bitte in diesem Jahr zu errichten. Anlass ist eine Mail, in der Hessen Mobil der Gemeinde mitteilte, dass der Bau der versprochenen Fußgängerampel an der Kreuzung Gutenbergstraße / L 3011 noch einmal verschoben wird. Die Gründe sind schwammig formuliert, es gäbe inzwischen geänderte Voraussetzungen nach Corona.

Das Schreiben des Ersten Beigeordneten zeigte jedoch offensichtlich umgehend Wirkung. Wie ein Sprecher von Hessen Mobil gestern auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte, soll "aufgrund der schwierigen Gemengelage, der Verkehrsbelastung vor und während der Corona-Pandemie sowie der Verkehrsverlagerung nach dem Wegfall der Ampel an der Zufahrt von der L 3011 in den Holzweg" am 17. August erneut ein Termin mit Vertretern der Gemeinde, der Verkehrsbehörde und der Polizei vor Ort stattfinden. Aus dem Rathaus wurde gestern Nachmittag der kurzfristig anberaumte Ortstermin bestätigt. Ob dieses Gespräch den erhofften Erfolg haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Denn bereits im vergangenen Jahr hatte die Straßenbaubehörde die Obstbaugemeinde mit dem Projekt vertröstet. "Das ist sehr ärgerlich", sagt Jirasek. Zumal die Kommune sowie die Landwirte sich sehr kooperativ gezeigt hätten, als es vor zwei Jahren darum ging, die vielbefahrene Kreuzung zu entschärfen.

Diese galt nämlich schon lange als Unfallschwerpunkt. Doch der Umbau machte die Situation zunächst nicht besser. Schlecht oder nur sehr unzureichend war ausgeschildert, dass nur noch eine der beiden Spuren aus der Gutenbergstraße zum Linksabbiegen Richtung Hattersheim genutzt werden durfte. Da aus Richtung Hofheim kommend die Ampel für die Geradeausfahrer durchgehend grün zeigt, knallte es dort täglich mehrmals. Als wirksame Nachbesserung erwiesen sich im Kreuzungsbereich kleine Barken, sodass der Verkehr entsprechend gelenkt wurde.

Doch damit wurde das Queren der Landstraße für die Landwirte, die ins Hochfeld wollen, unmöglich. Ortslandwirt Andreas Theis, der seinen Hof im Holzweg hat, nimmt den Umweg über die Hohlmauer wegen der Sicherheit in Kauf. Hessen Mobil versprach, für Radfahrer und Fußgänger, die die Kreuzung häufig nutzen, um auf der anderen Seite der Landstraße auf die landwirtschaftlichen Wege entlang der Felder zu gelangen, eine Ampel zu errichten. Denn für sie ist das Queren durch den Umbau der Kreuzung ein gefährliches Unterfangen geworden.

Die Querung, so war es bei einem Ortstermin besprochen worden, soll von der Insel an der Abbiegespur aus Richtung Hattersheim in die Gutenbergstraße auf die andere Seite der Landstraße führen. Die Obstbaugemeinde hatte sich auch schon bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen, dass die Signalanlage barrierefrei ausgebaut wird. Was Kriftels Ersten Beigeordneten besonders ärgert: Die Ampel wäre gerade jetzt in der Corona-Pandemie, in der aufgrund der reduzierten Freizeit-Angebote vermehrt die Ausflügler aufs Fahrrad umgestiegen sind, an dieser Stelle dringend notwendig. Ulrike KLeinekoenen

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