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Zucker versteckt sich in mehr Lebensmitteln als man denkt, warnt Christiane Ainetter.

Ernährung

Zu viel Obst kann auch zu einer Fettleber führen

Ernährungsberaterin Christiane Ainetter (Hofheim) spricht morgen im Rat- und Bürgerhaus über gesunde und bewusste Ernährung. Unserer Zeitung hat sie vorab bereits Tipps gegeben, worauf es bei Speis und Trank zu achten gilt.

„Es heißt, dass Obst gesund ist“, sagt Christiane Ainetter, „und das stimmt natürlich auch. Aber eben nur in Maßen.“ Wer vom Schokoriegel zu Früchten umsteigt, der ist prinzipiell auf dem richtigen Weg. Aber wer sich kiloweise Äpfel, Bananen und Co. rein schaufelt, der schadet seinem Körper trotzdem. „Obst enthält Fruchtzucker, Fruchtzucker steigert den Blutzuckerspiegel und das bremst die Fettverbrennung aus“, erklärt die Ernährungsberaterin, „im schlimmsten Fall führt das zu einer Fettleber.“ Aufpassen gilt auch bei Produkten, die mit „Frucht“ auf der Verpackung werben. Ein Becher Frucht-Buttermilch enthält beispielsweise bis zu 22 Würfel Zucker.

„Kohlenhydrate sind schlecht, weil sie dick machen“ hört man häufig. So einfach ist es aber nicht. „Kohlenhydrate sind per se nicht schlimm“, sagt die Expertin, „ganz platt gesagt kann man in ,gute‘ und ,schlechte‘ Kohlenhydrate unterscheiden.“ Zucker und auch Weißmehl, enthalten etwa in Brötchen oder Toasts, gehören zu den Kohlenhydraten, die man meiden oder nur in kleinen Mengen zu sich nehmen sollte. Ballaststoffe hingegen sind wertvolle Kohlenhydrate, die speziell die Verdauung fördern. Enthalten sind diese in Vollkornprodukten, aber auch im Gemüse und Hülsenfrüchten.

„Der Körper braucht doch Fleisch“ heißt es, wenn vegetarische oder vegane Ernährungspläne zur Debatte stehen. „Dem ist nicht so“, entgegnet Ainetter. Richtig ist: Der Körper braucht gewisse Nährstoffe, die auch, aber nicht ausschließlich in fleischlichen Lebensmitteln enthalten sind, etwa Eiweiße. „Es wird leider viel zu viel Fleisch gegessen“, weiß Ainetter, „empfohlen werden 450 bis 600 Gramm in der Woche. Dazu zählt auch die Wurst.“ Gerade in Teewurst, Leberwurst und ähnlichem verstecken sich häufig schlechte Fette. Aber auch hier gibt es das „gute“Gegenstück, enthalten in Nüssen oder Fischsorten.

Einen generellen Tipp gibt Christiane Ainetter jedem noch an die Hand: „Ich empfehle immer, nur solche Lebensmittel zu kaufen, in denen nicht mehr als fünf Zutaten enthalten sind und vor allem nur solche, die man auch aussprechen kann.“

Welche gefährlichen Ingredienzien die Lebensmittelproduzenten ganz legal teilweise untermischen, erklärt sie morgen ab 18.30 Uhr im Rat- und Bürgerhaus an der Frankfurter Straße. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

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