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Unübersehbar weist das Schild darauf hin, dass man auf der Kapellenstraße nicht mehr als 30 Kilometer pro Stunde fahren darf.

Kapellenstraße

Warum halten sich so wenige an die Tempo-30-Beschränkung?

Weil viele Fußgänger die Kreuzung an der Kapellenstraße nutzen, wurde dort im Sommer Tempo 30 eingeführt. Nun wurde der Verkehr dort kontrolliert – mit niederschmetterndem Ergebnis.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gerade für Autofahrer scheint dies nach wie vor noch zu gelten. Bei einer Tempomessung in der Kapellenstraße vom 27. September wurden rund 2000 Fahrzeuge erfasst, 282 Autofahrer sind dabei zu schnell unterwegs gewesen. Waren früher an dieser Stelle noch 50 Kilometer pro Stunde erlaubt, ist seit Mitte Juli ab der Kreuzung „Kapellenstraße/Bleichstraße/Am Mühlbach“ bis zu der Einmündung des Brunnenweges in die „Kapellenstraße/L 3011-alt“ nur noch Tempo 30 erlaubt. Eine entsprechende Beschilderung ist eigentlich nicht zu übersehen, doch in den Köpfen vieler Verkehrsteilnehmer ist das neue Geschwindigkeitslimit offenbar noch nicht angekommen. Es gibt gute Gründe für die Tempo-30-Zone: Die Kreuzung aus „Kapellenstraße“, „Bleichstraße“ und der Straße „Am Mühlbach“ ist aufgrund der versetzten Anordnung schwer einzusehen und damit besteht eine akute Unfallgefahr. „Hinzu kommt, dass viele bereits vor der Kreuzung beschleunigten, da sie hier das Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde vor Augen hatten“, berichtet Franz Jirasek.

Täglich wird der Bereich jedoch von zahlreichen Passanten genutzt, darunter auch Kinder, auf dem Weg zum Park oder zum Kindergarten in der Bleichstraße, wie der Erste Beigeordnete erklärt. „In den Sommermonaten kommt hier noch eine große Menge an Besuchern des Parkbades hinzu“, ergänzt Jirasek. Raser riskieren folglich nicht nur Blechschäden am eigenen und an fremden Fahrzeugen, sondern im Fall der Fälle auch die Gesundheit von Fußgängern.

Bei der Kontrolle am 27. September wurde sogar ein Temposünder mit 64 Kilometer pro Stunde erwischt. „Das Ergebnis finde ich bestürzend“, sagte Jirasek zu den erhobenen Daten. Die Entschärfung eines Unfallschwerpunktes ist nur dann effektiv, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer auch an das Tempolimit halten. Daher appelliert der Erste Beigeordnete nochmals an die Vernunft der Autofahrer.

Die Kreuzung ist jedoch nicht das einzige „Sorgenkind“ der Gemeinde. Auch in der „Wiesbadener Straße“ beschwerten sich in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Anwohner über das rücksichtslose Verhalten von Autofahrern. Im Rathaus nahm man die Beschwerden zur Kenntnis und künftig soll dort eine Fahrradstraße ausgewiesen werden. Nach der Straßenverkehrsordnung gäbe es dann auch in der „Wiesbadener Straße“ für Pkw eine Begrenzung auf Tempo 30. Außerdem wurde der Gemeindevorstand bereits im März damit beauftragt, eine mögliche Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit am Ortsausgang in Richtung Zeilsheim zu prüfen. Hier gilt aktuell noch Tempo 50, allerdings befinden sich im Bereich vor dem Kreisel die beiden Kindertagesstätten „St. Elisabeth“ (ehemals „Linsenberg“) und „Obstgärtchen“. Insgesamt wird man als Autofahrer innerhalb der Obstbaugemeinde künftig häufiger den Fuß vom Gaspedal nehmen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

(rk)

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