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Winterpause gibt es für Obstbauern nicht

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Von: Romina Kunze

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Die Kisten mit den im Herbst geernteten Äpfeln, Pflaumen und Co. sortiert Landwirt Berthold Heil jetzt für den Verkauf auf seinem Hof.
Die Kisten mit den im Herbst geernteten Äpfeln, Pflaumen und Co. sortiert Landwirt Berthold Heil jetzt für den Verkauf auf seinem Hof. © Knapp

An Arbeit mangelt es auf den Feldern nie: Krifteler Landwirte erzählen, welche Aufgaben während der kalten Jahreszeit anstehen.

Kriftel -Es ist grau, kühl, trist - die Natur hält ihren Winterschlaf. Stellt sich die Frage: Was machen eigentlich die Obstbauern in der kalten Jahreszeit, wenn der Boden friert und sich die Sonne kaum zeigt? Antwort: Mehr als man wohl vermuten würde. Die Obstbäume müssen geschnitten werden, die Ernte aus dem Herbst wird sortiert und vermarktet. Der Frühsommer und damit die Erdbeersaison ist auch nicht mehr in allzu weiter Ferne. Das bedeutet: Vorbereitung. Immerhin erntet man bekanntlich, was man sät.

"Wir haben dieselbe Arbeit, nur nicht den Stress aus dem Sommer", erklärt Landwirt Berthold Heil. Wie seine Kollegen aus der Obstbaugemeinde, ist auch er momentan hauptsächlich mit dem Baumschnitt beschäftigt. Dabei geht es vor allem darum, die Kultur der Pflanzen zu erhalten, um so die Qualität und den Ertrag der Früchte zu regulieren.

Denn nach den Gesetzen der Natur folgt auf ein ertragreiches Jahr meist eine schwächere Ernte. Diese Alternanz gilt es für die Obstbauern natürlich zu verhindern. Das erfordere ein geschultes Auge, Zeit und Personal. Für die familiär geführten Betriebe mitunter ein Kraftakt. Zumal die Helfer über den Winter meist in ihre Heimat zurückkehren.

Aus ökologischer Sicht sei es zweitrangig, wann die Bäume geschnitten werden. Ob nun Anfang Dezember oder Mitte März spiele keine Rolle, erklärt Obstbauer Heil. Viel mehr bestimmen Zeitdruck und eine gesetzliche Vorgabe den Arbeitsplan der Obstbauern. "Eigentlich wartet man noch ein bisschen die Entwicklung ab und reagiert dann mit dem Schnitt", pflichtet Andreas Theis bei. "Aber das schaffen wir als kleinerer Betrieb zeitlich gar nicht", so der Ortslandwirt. Bis zum 1. März muss das Thema Baumschnitt durch sein - danach wartet auf ihn die Feldarbeit; Getreide muss dann gesät werden.

Ab März hat die Heckenschere Pause

Im Frühjahr haben Heckenschere und Fronthäcksler auch aus einem anderen Grund erst einmal Pause. "Von Herbst bis Ende Februar dürfen wir schneiden. Dann nisten sich Vögel in die Bäume ein, deren Lebensraum geschützt werden muss", erklärt Benny Stolzmann, Betriebsleiter vom Lindenhof der Gebrüder Hoss. Ein enges Zeitfenster also. Auf Sonnenschein könne da nicht gewartet werden, sagt er nüchtern.

Langweilig wird den Obstbauern aber auch ab März freilich nicht: Die Felder müssen mit Vlies und Folie abgedeckt werden, damit die Krifteler ihr liebstes Obst genießen können; die Erdbeeren. Kistenweise Äpfel und Birnen warten in den Lagerhallen darauf, in den Verkauf zu gehen.

Bei aller Arbeit braucht es aber auch mal eine Pause. Der Lindenhof geht zwischen den Jahren in Urlaub, Kollege Theis im Januar eine Woche auf die Skipiste. Corona-bedingt fiel das aus, ebenso wie Heils Familienbesuch in Wien. Nach seiner Hochzeit im Oktober hatte Heil aber "alles stehen und liegen gelassen" und ist mit seiner frisch Vermählten ein paar Tage verreist. "Das war mal nötig", sagt der Obstbauer.

Extra: Das sind die Vitamin-Lieferanten im Winter

Vor allem in der kalten Jahreszeit braucht es viele Vitamine, um die Abwehrkräfte zu stärken. Wer sich seine Immun-Kur aus regionalem Obst und Gemüse holen möchte, sollte zu Kohlsorten greifen, die es auch in vielen Hofläden gibt. Sie liefern ähnlich wie Zitrusfrüchte jede Menge Vitamin C. Und haben im Winter Saison. Ebenso wie Äpfel und Birnen. In ihnen stecken zudem reichlich Ballaststoffe und sie sind auch besonders leicht verdaulich. rku

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