Rewe hat vergangene Woche mitgeteilt, dass diese Filiale in der Frankfurter Straße Ende 2022 geschlossen werden soll. Für viele Krifteler ein Dorn im Auge. FOTO: kunze
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Rewe hat vergangene Woche mitgeteilt, dass diese Filiale in der Frankfurter Straße Ende 2022 geschlossen werden soll. Für viele Krifteler ein Dorn im Auge.

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Wut über Schließung des Rewe-Marktes

Viele Bürger sind besorgt über die Entwicklung in der Krifteler Ortsmitte - Diskussion in den Sozialen Netzwerken.

Kriftel -Der Rewe City-Markt in der Ortsmitte schließt (wir berichteten). Die Nachricht hat bei Kunden sowie den 15 Mitarbeitern für Verärgerung und in den sozialen Netzwerken für jede Menge Diskussionen gesorgt. In verschiedenen Facebook-Gruppen drücken die meisten Nutzer ihren Ärger über die Schließung des Supermarkts aus - einige machen ihrer Wut mit ironischen bis zynisch Kommentaren Luft. Wenige haben jedoch Verständnis für den Schritt des Unternehmens, den Ende 2022 auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Eigentümer verlangt mehr Miete

Der neue Eigentümer hatte Rewe gekündigt, seine Option zur Verlängerung allerdings mit einer Mieterhöhung verbunden. Da außerdem in dem älteren Ladenlokal erhebliche Sanierungsarbeiten notwendig wären, wie beispielsweise einer Erneuerung der Kühlräume, hatte Rewe hier die Beteiligung des Vermieters erwartet. Da der jedoch keinerlei Bereitschaft zeigte, zu investieren, waren die Gespräche ergebnislos abgebrochen worden.

Ein Facebook-Nutzer teilte die Nachricht der Schließung mit den Worten: "Ich bin gespannt, was da rein kommt" in der öffentlichen Gruppe "Krifteler helfen Krifteler". Die meisten, die den Beitrag kommentiert haben, hoffen darauf, dass es wieder ein Lebensmittelmarkt sein wird. Wichtig sei dies vor allem für die älteren Bürger, die ohne Auto nur noch wenig mobil sind und eine Einkaufsmöglichkeit in der Ortsmitte brauchen.

Doch auch für die Menschen aus den neuen Wohngebieten am Ortsrand Richtung Zeilsheim würden die Wege zu Fuß zum Einkaufen nun weit werden, beklagt eine andere Nutzerin. "Die Einkaufsmärkte sind unten im Industriegebiet und Richtung Hofheim", schreibt sie. Und: "Heutzutage ist man ohne Auto aufgeschmissen; alte Menschen sind auf fremde Hilfe angewiesen."

Das sei früher anders gewesen. In den 60er und 70er Jahre, erinnere sie sich, hätte es noch kleine Lebensmittelgeschäfte in der Leicherstraße, der Beethovenstraße und in der Nähe vom Bürgerhaus gegeben. Auch diese Läden seien heute längst verschwunden. "Aber das ist nicht nur in Kriftel so, sondern auch in anderen Ortschaften - leider", so ihr Schlusssatz.

Eine Kelsterbacherin unterstreicht diese Aussage. Sie kennt die drohenden Probleme der Krifteler Senioren nur allzu gut. "Ist leider mittlerweile überall so, dass die Märkte nach außerhalb verlagert werden", schreibt sie. Der Ortskern sei damit tot.

Nicht nur für die Senioren wäre eine Schließung des Lebensmittelladens ohne adäquaten Ersatz problematisch. Eine Userin erzählt: "Ich hab zwei Kids und kein Auto. Da muss man dann mit vollen Tüten durch den ganzen Ort latschen...".

Aufgeheizte Diskussion

Derweil hat ein Benutzer Verständnis für den Entschluss von Rewe, den Vertrag nicht zu verlängern. Die Ladenmiete sei seit dem Wechsel des Eigentümers viel zu hoch, klagen er und weitere empört. Einer unterstellt dem Vermieter "Profitgier", eine andere wirft den Begriff "Mietendeckel" in die aufgeheizte digitale Diskussionsrunde.

Einer fragt unter dem Beitrag, den die Gemeinde Kriftel auf ihrer Facebook-Seite dazu geteilt hat: "Hätte die Stadt Kriftel nicht ein Vorkaufsrecht gehabt?" Eine Frage, die in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Conrad gestellt hat. Die Gemeinde habe erst nach dem Verkauf von dem Eigentümerwechsel erfahren. Und da es sich um eine Einheit in einer Eigentümergemeinschaft handelt, habe die Gemeinde hier nicht vorab informiert werden müssen, erklärte der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Wieder andere fordern die Gemeinde auf, einzugreifen. Deren Einfluss sei in dieser Situation allerdings sehr begrenzt, hatte Jirasek erklärt. rku/ulk

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