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Das sieht nach reichlich Spaß aus: Fein herausgeputzt hatten sich die fünf Damen für den Rennewämsball.

Die Kultparty mit neuem Konzept

„Ich bin schon als junges Mädel auf den Rennewämsball gegangen, denn hier trifft man Leute, die man sonst manches Mal das ganze Jahr über nicht sieht“, bekannte Julia Aporta (27).

„Ich bin schon als junges Mädel auf den Rennewämsball gegangen, denn hier trifft man Leute, die man sonst manches Mal das ganze Jahr über nicht sieht“, bekannte Julia Aporta (27). Die frühere Kerbemutter war wie viele andere der rund 800 Besucher mit einer Gruppe gleichaltriger Kostümierter am Samstagabend in die Wilhelm-Busch-Halle gekommen, wo die Kult-Veranstaltung für alle Jungen und Junggebliebenen ab 18 Jahren aus nah und fern dieses Mal als Mega-Party firmierte.

Das gehörte mit zum neuen Veranstaltungs-Konzept, mit dem das Fastnachts-Treiben im Bergdorf erfolgreich wiederbelebt worden ist. Denn die Veranstaltung hatte im vergangenen Jahr nur noch etwas über 600 Besucher angelockt, was sich für die veranstaltenden Vereine angesichts von Band-Gage und vielem anderen kaum mehr noch lohnte. Als dann auch noch die Turngesellschaft nach der letzten Fastnachtskampagne aus der Veranstaltergemeinschaft des Rennewämsballs ausgestiegen war, für den sich alle größeren ortsansässigen Vereine schon vor vielen Jahren zu einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen hatten, drohte diese traditionelle Fastnachtsparty ganz in der Versenkung zu verschwinden.

„Jetzt erst recht“, hatte daraufhin Christiane Allmann zusammen mit ihren Mitstreitern beschlossen. Die frühere Vorsitzende des Gesangvereins, die seit Beginn an zum Organisationsteam des Rennewämsballs gehört, holte kurzerhand ihren Sohn Sascha mit ins Boot. Der Event-Manager schaute sich daraufhin die Mehrzweckhalle an und machte dann Vorschläge, wie die Mega-Party aufgepeppt werden kann, auf der erstmals neben der Live-Musik von der Cocktail-Partyband mit Sven Air auch ein DJ für Musik am laufenden Band ohne Pause sorgte. Abschied genommen wurde auch von der in die Jahre gekommenen Fallschirm-Seide, mit der bislang die Hallendecke abgehängt worden war. Dafür gab es am Samstag reichlich Lichteffekte und eine mit großen Scheinwerfersäulen abgegrenzte Tanzfläche. Geblieben sind die „Rennewäms“ im Namen, wie die Langenhainer mit Spitznamen genannt werden, im Hinblick auf das Sammeln von Eichenrinde für die Ledergerbereien in Lorsbach, mit denen sich die geschäftigen Bergdörfler die schwarzen Wämse aus Schafwolle anno dazumal leisten konnten.

„Das neue Konzept scheint tatsächlich anzukommen“, freute sich Hans-Herbert Schaller, Schriftführer des Akkordeon-Orchesters, das dieses Mal zusammen mit dem Gesangverein, der Freiwilligen Feuerwehr und der Kerbegesellschaft auch ohne die TGS den Rennewämsball mit Bravour auf die Beine gestellt hat. Bereits um 22.30 Uhr war die Marke von 750 Besuchern in der Wilhelm-Busch-Halle geknackt worden, womit an die alten Erfolge von früher angeknüpft werden konnte. Schaller, der zudem Geschäftsführer der Rennwämsball-GbR mit dem Namen „Langenhainer Veranstaltungsring“ ist, bedauerte allerdings nach wie vor sehr, dass mit der TGS ausgerechnet der größte Verein im Dorf ausgestiegen ist. „Es ging aber darum, dieses Stück Geselligkeit im Bergdorf zu erhalten. Und nicht zuletzt ist die Wilhelm-Busch-Halle als Sport- und Kulturhalle vor rund 20 Jahren gebaut worden“, betonte er.

(lux)

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