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Die gemalten Motive von Frank Mayer gibt es auch auf Kaffeetassen. Tanja Huckenbeck (M.) und Marcus Bonszkowski mögen Gedrucktes.

Wo die Kunst in Höchst zu Hause ist

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Designer und Künstler, die in Höchst ansässig sind, laden noch heute und morgen zum „1. Höchster Frühlingsspaziergang“ ein. Die Idee ist, die Kreativszene des Stadtteils vorzustellen und zu zeigen, dass sich in Höchst etwas bewegt.

Peter Damm ist Künstler und ein „Heechster Bub“. Für „Miss Tula Trash“ alias Christiane Schäfer gehört er zu den Künstlern im Stadtteil, die Höchst mit ihren Ideen bereichern. Um die dort stetig wachsende Kreativszene einem breiteren Publikum bekannt zu machen, hatten Schäfer und ihre Mitstreiterinnen Tanja Huckenbeck vom Label „höchst *schön“ und Claudia Nauth vom Café „Frau Grau“ die Idee zum „1. Höchster Frühlingsspaziergang“. Er ist als kleiner Rundgang mit vier Anlaufstellen konzipiert, und läuft nach seinem gestrigen Start noch heute und morgen.

Seit Oktober vergangenen Jahres hat Schäfer sich als Kreative fest in Höchst niedergelassen und Räume in der Bolongarostraße 133 gefunden, in denen sie ihre selbstgefertigten Produkte präsentiert. Ihr Markenzeichen sind kleine, lustige Monster, die mal als modische Accessoires in Form von gehäkelten Broschen an der Kleidung getragen werden können, mal Teegläser und Kaffeekannen verschönern oder Geschenkpapier, Grafik und Briefmarken zieren. Seit März dieses Jahres hat auch Damenschneiderin Heike Merkle in einem bis dato noch leerstehenden Raum des Geschäfts ihr Atelier eingerichtet, fertigt dort Kleider im 50er und 60er Jahre Stil. „Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung nach Höchst zu gehen“, sagt sie. Trotz der kurzen Zeit seien die Auftragsbücher bereits gut gefüllt. „Für mich war es ein richtiger Schritt.“

„Ich finde, dass die Räume von den beiden echt schön eingerichtet wurden“, sagt Peter Damm, der dort dieses Wochenende zum Frühlingsspaziergang seine selbst designten T-Shirts präsentiert und hierzu von Schäfer eingeladen wurde. In der Gestaltung zeigt der Künstler viel Lokalpatriotismus, denn die Motive spiegeln seine Liebe zu Höchst, Unterliederbach und natürlich auch zu Frankfurt wider. Daneben zeigt der Künstler Michael Bloek seine Arbeiten mit Siebdrucken von Frankfurter Motiven, darunter auch das Höchster Schloss. Alice Engel, die in Unterliederbach wohnt, stellt sich und ihr Label „äliss am Strand“ zu diesem Anlass dort erstmals vor. Aus hochwertigen alten Tüchern wie Tischdecken, Bettwäsche, Geschirrhandtüchern oder Frottee, näht sie verspielte, individuelle Kinderkleidung.

„Wir wünschen uns, dass noch mehr Leute mitbekommen, dass es uns im Stadtteil gibt“, betont Schäfer, die viel mit Höchst verbindet. „Ich hatte meine erste Wohnung hier“, erzählt sie. 2012 nahme sie erstmals am Höchster Designparcours teil, bezog zusammen mit der Künstlerin Kerstin Lichtblau im Jahr 2013 übergangsweise die einst leerstehenden Räume des Teegeschäfts in der Emmerich-Josef-Straße. Diese sind mittlerweile wieder fest vermietet, doch weg aus Höchst wollte „Miss Tula Trash“ nicht, die sich freut wieder mit einem Laden hier zu sein.

Tanja Huckenbeck und Marcus Bonszkowski vom Label „höchst*schön“ sowie Maler Frank Mayer teilen sich seit Juni vergangenen Jahres einen Laden am Höchster Markt 5 und haben ebenfalls zum Frühlingsspaziergang ihre Türen geöffnet. Huckenbeck und Bonszkowski haben eine eigene Druckwerkstatt in der Königsteiner Straße 48, wo sie, noch ganz in der Tradition von Johannes Gutenberg Buchstaben aus Blei und Holz setzen und mechanisch unter anderem Postkarten drucken. Ihre Werke präsentieren sie im Laden am Höchster Markt, Mayer zeigt dort seine Bilder. Der Verein „Westkunst Nied“ in der Bolongarostraße 122 macht auch beim Rundgang mit.

Im Café „Frau Grau“ in der Albanusstraße 14 gibt es Kreatives von „Froilein Kopfputz“ und Frank Kunert zu sehen. Außerdem ist dort am Sonntag um 17 Uhr ein Wohnzimmerkonzert mit „Living in a Glass House“ geplant. Der Eintritt ist frei. Im Herbst, soll es eine Wiederholung des Spaziergangs geben.

Geöffnet ist heute von 12 bis 18 Uhr und morgen von 14 bis 18 Uhr.

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