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Vereine sind sauer

Kunstrasenplätze lassen auf sich warten: Stillstand frustriert Fußballer

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Der Bau der Kunstrasenplätze in Wallau und Wildsachsen verschiebt sich. Die betroffenen Vereine sind sauer.

Am Ende der vergangenen Saison ist die SG Wildsachsen abgestiegen. Fußballvereine geben in dieser Situation für gewöhnlich die Parole aus, der sofortige Wiederaufstieg sei das Ziel. Aber wenn ein halbes Dutzend Stammspieler die Mannschaft verlassen, wird es schwierig. Und wenn sie dies damit begründen, dass der Verein als einer von ganz wenigen noch auf einem Hartplatz spielen muss, dann ist das ärgerlich.

Nun ist es nicht so, dass man sich in Wildsachsen nicht um einen Kunstrasenplatz bemüht. Die SG hat sich für die Hofheimer Kunstrasenplatzinitiative angemeldet. Aber die macht nicht nur Eigenleistungen des Vereins zur Bedingung, sondern auch Landeszuschüsse in beträchtlicher Höhe. Das Land aber unterstützt nur einen Kunstrasenplatz im Landkreis pro Jahr. Und welcher das ist, das wird im Kreishaus entschieden.

Der Kreis habe für 2018 dem Wallauer Platz die oberste Priorität eingeräumt. Das ist eine schlechte Nachricht für Wildsachsen, denn der Ort kommt damit erst 2019 an die Reihe. Dabei ist die interne Hofheimer Reihenfolge gar nicht so sehr das Problem; seit einer Weile steht fest, dass

Wallau vor Wildsachsen

an die Reihe kommt. Aber bislang waren die Hofheimer Vereine davon ausgegangen, dass der Platz in Wallau 2017 und der in Wildsachsen 2018 realisiert wird.

„Wir hätten es auch gerne anders gehabt“, sagt Jonathan Vorrath von der Pressestelle im Rathaus. Aber einen Einfluss auf die Entscheidung des Kreises habe die Stadt nicht. Nach aktuellem Stand der Dinge kommt im Jahr 2017 noch der Platz in Kriftel an die Reihe. Offensichtlich steckt dahinter die Überlegung, dass die Obstbaugemeinde bei den Kunstrasenplätzen, im Gegensatz zu Hofheim, überhaupt noch nicht zum Zuge gekommen ist.

Der TV Wallau und die SG Wildsachsen sind alles andere als begeistert. „Der Zorn ist etwas verraucht“, erklärt TV-Präsident Michael Kage, der von der Entwicklung schon vor einer Weile gehört hat. Aber der Verein stehe in den Startlöchern, es gebe weiter Gespräche. „Es ist wichtig, dass es weiter geht“, gibt sich Kage eher gelassen.

Seinem Wildsächser Amtskollegen Oehl fällt das schon schwerer. Er habe auch erst am Tag der Ortsbeiratssitzung durch einen Anruf aus dem Rathaus davon erfahren, wundert sich Oehl. In den nächsten Wochen steht bei der SG eine Vorstandssitzung an, dann werde man über die neue Entwicklung sprechen. Oehl braucht aber seine Vorstandskollegen nicht, um zu wissen, dass die neuerliche Verzögerung für den Verein nachteilig ist. Immer wieder fallen wegen des gefrorenen Platzes im Winter Spiele aus – ein Kunstrasenplatz ist erheblich strapazierfähiger. Und dann verlassen nicht nur Spieler aus der Seniorenmannschaft den Verein, sondern gerade Kinder und Jugendliche orientieren sich neu, mutmaßlich oft genug auch auf Betreiben der Eltern. Das ist längerfristig ein echter Nachteil für die SG.

Aktuell kommt dazu, dass in Wildsachsen fleißig Spenden für den Ausbau der Wildsachsenhalle gesammelt werden. Überfordern möchte man die Bürger des kleinen Ortes in dem Punkt nicht, und so sind die unklaren Perspektiven für den Sportplatz auch ein finanzielles Problem. Wer spendet schon, wenn die Realisierung erst einmal wieder verschoben ist? Und wer legt schon die Hand dafür ins Feuer, dass es 2019 tatsächlich etwas wird mit dem Platz?

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