Ladenflächen sind Einnahmequellen

Die Fraport AG investiert an den Standorten im Ausland. Es ist überraschend, womit sie am meisten erlöst.

„An Terminal 3 führt kein Weg vorbei“ (FAZ, 5.10.15), „Frankfurter Fluglärmkommission wächst“ (FAZ, 28.9.15), „Fluglärm: Von Entlastung keine Spur“ (FNP, 30.4.15), das sind Schlagzeilen zum Frankfurter Flughafen, die in den vergangenen Monaten zu lesen waren. Aber wussten Sie eigentlich, dass die Fraport AG weitaus mehr macht, als in Frankfurt das Terminal 3 zu bauen? Weltweit beteiligt sich die Fraport AG mit unterschiedlichen Privatisierungsmodellen an etwa 30 Flughäfen – wenn man die 14 Flughäfen mit einrechnet, die jetzt in Griechenland dazukommen.

Der Flughafen Jorge Chávez in Lima (Peru) entwickelte sich schon seit 2001 unter Fraport-Führung zum Vorzeigemodell. Bereits acht Mal, zuletzt 2015, erhielt er den Skytrax World Airport Awards in der Kategorie „Best Airport Südamerika“. Der Flughafen wurde im Februar 2001 privatisiert. Die Fraport AG hält 70,01 Prozent der Anteile neben der IFC und AC Capitales für eine Konzessionslaufzeit von 30 Jahren. Für diese Laufzeit verpflichtete sich die Fraport AG zu einem bedarfsgerechten Umbau des Airports nach dem weltweit gängigen Serviceniveau IATA.

So investierte der Frankfurter Konzern in die Startbahn, in Shoppingbereiche, die Terminalfassade und den Ausbau des Terminals allgemein. „Man musste erstmal jedes Kabel einzeln abklemmen, um herauszufinden, welches wohin führt“, berichtet Klaus Jeschke (Fraport, Bereich Consulting) in Zusammenhang mit den Umbaumaßnahmen.

Aber auch in Struktur- und Organisationsabläufe investierte die Fraport AG und etablierte den Flughafen Lima mit über 17 Millionen Passagieren im Jahr 2015 als den zentralen Umsteigerflughafen in Südamerika. In den vergangenen Jahren hat die Fraport AG auch Terminals in Bulgarien (Varna, Burgas) und Sankt Petersburg, Russland in Betrieb genommen.

Warum expandiert die Fraport AG im Ausland?

„Das Unternehmen wird nicht nach dem Umsatz, sondern nach dem Ergebnis gesteuert“, erklärt Klaus Jeschke, ein Verantwortlicher für das externe Geschäft der Fraport AG. Da am Standort Frankfurt nur noch wenig Expansion möglich ist, engagiert sich das Unternehmen zunehmend in den Wachstumsmärkten wie Asien und Südamerika. Besonders interessant erscheinen langfristige Beteiligungen an Flughäfen, die Möglichkeiten zum Kapazitätsausbau bieten, damit sie für Fluggesellschaften wie auch für Passagiere attraktiver werden. Voraussetzungen dafür sind Aspekte der internationalen Flughafen-Norm wie zum Beispiel Sicherheit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Letztlich engagiert sich die Fraport AG an den Flughäfen, weil sie dort die Ladenflächen und Duty-free-Zonen so gut ausbauen kann, dass der dort erzielte Gewinn die getätigten Investitionen deutlich übersteigt.

Die Fraport AG generiert ihren Umsatz durch verschiedene Geschäftsbereiche. Wider Erwarten wird der größte Gewinn aber nicht durch Service, Abwicklung und Logistik rund um den Flugverkehr erzielt, sondern durch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Flächen im und um den Flughafen.

„Manche bösen Zungen behaupten, wir wären eine Shoppingmall mit Flughafen“, scherzt Klaus Jeschke. Aber heute erwarteten Passagiere weltweit eine Erlebniswelt und viele Serviceangebote.

Stephanie Hoffmann, Janine Platzek, Silke Thiel, Meike Claus, Christian Fabian, Christina Geißler, Nicole Hoppmann, Stefanie Lange, Daniela Horn, Marie Lovelace, Birgit Halbritter-Petri und Elisabeth Bedenbender

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